Zecken beim Hund

Es ist wieder einmal so weit. Der Frühling bringt leider nicht nur schönes warmes Wetter mit sich, sondern auch die uns verhassten Zecken. Für die Hundebesitzer bedeutet dies meistens eine anstrengende Zeit. Man versucht Orte mit hohem Zeckenbefall zu meiden, probiert die präventiven Massnahmen und muss öfters welche entfernen und dem Hund dadurch eine kurze Schmerzprozedur zumuten. Die wichtigsten Informationen über diesen Parasit und die beste Umgangsweise erfahrt Ihr im heutigen Blog.

Allgemeine Informationen

Die Zecke ist eine Unterart der Milben und ein Ektoparasit. „Ekto“ bedeutet, dass der Parasit von aussen angreift, „endo“ wäre von innen. Um zu überleben brauchen sie Wirte, da sie sich vom Blut derer ernähren. Deshalb werden diese Parasiten oft auch „Blutsäuger“ genannt. Ist die Zecke Träger einer Krankheit kann diese über das Blut in den gesamten Körper übertragen werden. Da die Krankheitserreger in Bakterien und Viren enthalten sind, gibt es zwei verschiedene Krankheiten. Die Krankheit FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) wird viral ausgelöst und ist beim Menschen impfbar. Für eine Borreliose-Impfung am Menschen wird stark geforscht. Bei Hunden und anderen Tieren gab es schon einige wenige Vorfälle von FSME, über diese Angaben und das Bestehen dieser Krankheit bei Tieren wird jedoch debattiert. Aus diesem und anderen Gründen gibt es auch keinen FSME-Impfstoff für Hunde. Die Borreliose hingegen ist aber auch beim Hund stark gefürchtet. Der vorhandene Impfstoff richtet sich spezifisch gegen das Bakterium „Borrelia burgdorferi“
Das Bundesamt für Gesundheit der Schweiz bestätigt, dass durchschnittlich etwa jede dritte Zecke in der Schweiz mit dem Bakterium „Borrelia burgdorferi“ infiziert ist. Für die FSME infizierten Zecken gibt es genau deklarierte Risikogebiete für jeden Kanton. 

Prävention: Was gibt es zu beachten?


Beginnt mit dem Frühling die Zeckenzeit sollte man seine Hunde vor dem Parasit schützen. Dies ist wichtig, weil unsere Vierbeiner noch viel mehr mit dem Unterholz, dem beliebtesten Aufenthaltsort der Zecken, in Kontakt kommt als wir Menschen. Zudem sind Zecken sehr anpassungsfähig und haben ausgeklügelte Techniken entwickelt, um ihr Ziel zu erreichen und sich von Blut zu ernähren.
Eine Möglichkeit ist es den Hund mit dem Zusatzimpfstoff für Borreliose zu behandeln. Da eine Impfung jedoch auch Risiken und Kosten birgt, gibt es genügend andere Methoden. Die zwei bekanntesten sind das Kunststoffhalsband und die Spot-on‘s. Sie wirken beide toxisch gegen Flöhe, Zecken und Milben. Sie halten sie also nicht nur ab, sondern töten sie bestenfalls auch. Das Halsband trägt der Hund immer, ausser beim Schwimmen, da das Band ansonsten die Wirkung verlieren würde. Der Spot-on hingegen ist wasserresistent, solange man erst 24h nach Auftragen mit dem Hund schwimmen geht. Ein weiterer Unterschied ist die Wirkungsdauer. Die Wirkungsdauer des Halsbands beträgt jedoch mehrere Monate und ist darum oft beliebter. Spot-on’s bekommt man meistens in einer Viererpackung, welche für 16 Wochen wirkt. Dies bedeutet jedoch, dass jeder Spot-on 4 Wochen lang wirkt. Wird diese Flüssigkeit also nicht jeden Monat neu aufgetragen, ist sie nicht wirksam. Zudem sollte er richtig aufgetragen werden, Details dazu befinden sich auf der Packung. Wichtig ist aber vor allem, dass man nichts verschüttet, um eine gänzliche Verteilung des Mittels auf die oberste Hautschicht zu gewährleisten.
Eine weitere Möglichkeit ist die Benutzung eines Sprays. Davon gibt es welche für die Umgebung und solche für den Hund selber. Trotz der Einfachheit dieser Produkte sollte man sich nicht nur auf diese beschränken, sie bewirken lediglich eine verstärkende Wirkung. Auch ein Shampoo kann zur Hand genommen werden, dieses vor allem wenn der Hund schon einmal von Ungeziefern befallen war. Es versprüht aber trotzdem auch eine insektizide Wirkung.

Entfernung einer Zecke


Trotz der Prävention ist ein Hund leider nie 100%ig vor Zecken geschützt. Deshalb sollte man immer das nötige Werkzeug zur Hand haben, um den Parasit vom Tier zu entfernen. Meistens entdeckt man das Ungeziefer beim Streicheln oder aber beim Bürsten mit einem Floh-und Staubkamm. Letzterer ist sehr empfehlenswert, um neben Zecken auch Flöhe o.ä. aufzuspüren. Wichtig ist dabei eine Zeckenzange oder –haken, ein Haushaltspapier und ein Desinfektionsmittel. Für das Desinfizieren empfehle ich persönlich den Merfenspray, den man in jeder Apotheke erhält. Der Unterschied der anderen beiden Hilfsmittel ist, dass man mit der Zange eventuell eine bessere Greifmöglichkeit hat, dadurch jedoch auch schnell die Zecke zerquetscht. Mit dem Haken besteht die Gefahr des Zerquetschens nicht, jedoch dauert es oft lange bis man die Zecke in der Mangel hat. Was das Auswählen der Produkte angeht, sollte sich am besten jeder selbst darauf einigen, welches Werkzeug handlicher und für den Hund angenehmer ist. Zeckenhaken erhaltet Ihr in den verschiedensten Farben bei uns im Shop. Die Zeckenzange befindet sich in der Hundeapotheke von „Trixie“, welche sehr empfehlenswert ist.
Hat man nun die benötigten Gegenstände und natürlich genügend Leckerlies in der Hand, kann mit der Entfernung der Zecke begonnen werden. Man sollte sich dabei im Klaren sein, dass der Hund diese Prozedur meistens hasst und der Situation deshalb schnellstmöglich entkommen möchte. Am besten ist es also man schnappt sich einen Partner, der den Hund fixiert. Körperteile, welche bei der Fixation kontrolliert werden sollten, sind die Beine und der Kopf. Der Kopf ist vor allem von grosser Wichtigkeit, wenn der Hund zu aggressiven Handlungen neigt. Somit werden Verletzungen des Tieres und der Behandlungspersonen ausgeschlossen. Beim Festhalten der Beine sollte man beachten nicht zu stark an den Gliedern und Gelenken zu ziehen, dies könnte fatale Folgen haben. Die Beine sollte man also gut, jedoch nicht zu gut im Griff haben. Ist diese Vorstufe geschafft, kann die zweite Person beginnen das Ungeziefer zu entfernen. Von Vorteil ist es wenn dies so schnell wie möglich von statten geht und der Hund somit möglichst wenig schlechte Erfahrungen damit sammelt. Die Zecke muss erstmal unterhalb des Kopfes in die Zange genommen werden. Nun gibt es mehrere Meinungen über das hauptsächliche Entfernen des Parasiten. Drehen im Uhrzeiger- oder Gegenuhrzeigersinn? Nicht drehen und einfach rausziehen? Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass durch ein Rausdrehen öfters die vollständige Entfernung der Zecke folgt. Zudem ist man bei dem Vorgang auch ruhiger, als wenn man schnell daran zieht. Funktioniert es beim ersten Mal nicht kann es sein, dass der Hund durch diese ruckartigen Bewegungen verunsichert wird. Das Drehen ist vor allem beim Zeckenhaken wichtig, da dieser die Zecke nicht, wie eine Zange, genügend fixiert.
Bleibt der Kopf der Zecke stecken sollte man sich keine allzu grossen Sorgen machen. Dieser wird in den meisten Fällen vom Körper abgestossen. Trotzdem sollte man die Körperstelle weiter beobachten, um eventuelle Entzündungen festzustellen.

st die Zecke einmal entfernt, wickelt man sie in das Haushaltspapier ein und wirft dieses in die Toilette nicht in den Mülleimer! Danach desinfiziert man die betroffene Stelle noch und belohnt dann den Hund ausgiebig. Ein paar Minuten nach der Desinfektion muss man darauf achten, dass der Hund sich an diesem Ort nicht leckt, da diese Stoffe nicht für die orale Anwendung gedacht sind!

So mit diesen Infos, Tipps und Produkten sollte Ihr nun für den Zeckenalarm gewappnet sein. Ich wünsche Euch so wenige Zecken wie möglich für diese Saison! :)

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