Wieso jagt mein Hund und wie gehe ich mit seinem Jagdtrieb richtig um?

Viele Hundehalter merken erst einige Zeit nach dem Hundekauf, dass sie sich einen kleinen Jäger ins Haus geholt haben und kommen mit dem Jagdinstinkt des eigenen Hundes nicht klar. Beim Spaziergang im Wald oder auf dem Feld wird der Vierbeiner gerne frei gelassen, doch sieht er ein Eichhörnchen, ein Reh oder einen Hasen steht das Herrchen oft hilflos mit der leeren Hundeleine auf dem Weg und ruft vergebens nach seinem Begleiter. Wieso so viele Hunde einen sehr intensiven Jagdtrieb haben und wie Du als Besitzer damit umgehen kannst, erfährst Du in den folgenden Zeilen.

Weshalb jagen Hunde?

Um zu verstehen wieso unsere Lieblinge beim Anblick eines Wildtieres völlig durchdrehen und nicht mehr auf unser Rufen hören, müssen wir die Abstammung unserer Hunde genauer betrachten. Der Hund steht in sehr enger Verwandtschaft mit dem Wolf, welcher bekanntlich ein Raubtier ist, das sich seine Futtertiere selbstständig erjagt. Gewisse Gene hat unser Haushund also von einem wilden Jagdtier übernommen und diese Veranlagung bringt bei einigen Hunderassen einen sehr starken Jagdtrieb hervor. Aber nicht nur das Reissen der Beutetiere zur Ernährung, sondern auch das Hetzen und Aufspüren der Beute macht gewisse Hunde glücklich, denn durch diese Jagdhandlungen werden Glückshormone ausgeschüttet, die den Jagdtrieb auch befriedigen, wenn keine Beute ergattert werden konnte. Deshalb kann auch Frust oder Stress Deinen Hund zum Jagen verleiten oder auch  die Freude an der Bewegung, am Aufspüren verschiedener Geruchsquellen oder ganz schlicht die ursprünglichste Ursache: der Hunger. Nun ist der Jagdtrieb aber von Rasse zu Rasse unterschiedlich, was stark von der früheren Verwendung und der Zucht dieser Hunde abhängt. Je nach dem, für was die Hunderasse früher eingesetzt wurde, achtete man in der Zucht auf die besondere Ausprägung des entsprechenden Instinkts. Die vier Grundinstinkte, die jeder Hund besitzt, sind der soziale Rudelinstinkt, der vor allem bei Haushunden früher sehr stark war, der Jagdinstinkt, der Territorialinstinkt, der bei Wachhunden benötigt wurde, und der Sexualinstinkt. Deshalb gibt es Hunderassen, die besonders oft die Kontrolle verlieren und hinter einem Wildtier im Wald verschwinden. Besonders stark von einem Jagdinstinkt betroffen sind zum Beispiel Windhunde, Beagles, Dachshunde, Terrier, Huskys, Münsterländer, Retriever und Setter.

Welche Massnahmen kannst Du bei Deinem jagenden Hund anwenden?

Die beste Massnahme gegen den unangenehmen Jagdtrieb ist natürlich die Vorsorge beim Welpen. Wenn Du Dir also überlegst einen Hund zu kaufen, besonders dann, wenn er einer der oben aufgeführten Rassen angehört, dann beginne bereits im Welpenalter damit, das Tier vom Jagen abzubringen. Das Jagen kann nämlich durch andere Dinge ersetzt werden, die dem Tier ebenfalls die gesuchte Befriedigung verschaffen können, zum Beispiel Wurfspiele, Zerrspiele und Kauartikel. Ein geeignetes Hilfsmittel um den Hund beim freien Laufenlassen besser unter Kontrolle zu haben ist die Schleppleine. Die lange Hundeleine hilft dabei, Deinen Begleiter wieder einzufangen und schneller unter Deine Kontrolle zu bringen. Idealerweise nimmt man aber mit seinem Tier an einem Anti-Jagd-Training teil, bei dem der Hund lernt, sich beim Spaziergang auf Dich zu konzentrieren. Die Hundeerziehung und der Grundgehorsam eines Hundes sind dabei sehr wichtig und durch die Unterstützung eines Hundetrainers lernt jedes Tier individuell, dass Jagen nicht der einzige Weg ist um Glückshormone zu spüren.

Mit der richtigen Ausstattung und professioneller Hilfe sollte es fast jedem Hundehalter möglich sein, den Spaziergang ohne Hetzjagden zu überstehen. Und Denke bitte immer daran, lobe Deinen Hund für positive Handlungen, das wirkt viel intensiver und besser als Bestrafungen. Ob mit Spielzeug, Zuneigung oder Futter belohnt wird, kommt ganz auf Dich und die Bedürfnisse Deines Hundes an, aber die positive Bestätigung ist auf jeden Fall immer der beste Weg zum Erfolg.

Das könnte Dich auch interessieren

(0) Kommentare

Bitte gib die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
Zum Artikel
Zum Artikel