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Wie reagieren blinde Hunde auf ihre Artgenossen?

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Letzte Woche habt ihr in unserem Blog erfahren, was bei einem blinden Hund im Alltag zuhause alles beachtet werden sollte. Nun gibt es aber noch einige Situationen mehr, die mit einem blinden Hund nicht gleich zu bewältigen sind wie mit einem sehenden. Zum Beispiel das freie Laufen lassen von der Leine und das Begegnen anderer Hunde. Zusätzlich gehe ich in diesem Blog noch auf das Thema Leithund ein, was so viel bedeutet, wie ein zweiter Hund, der dem blinden den Weg weist und ihn leitet. Dabei gibt es natürlich auch einiges wichtiger zu beachten, damit das klappt.

Kann ich meinen blinden Hund frei von der Leine lassen?

Natürlich ist es einiges schwieriger für einen blinden Hund draussen klar zu kommen, als in der gewohnten heimischen Umgebung. Deshalb ist es eine berechtigte Frage, ob ein blinder Hund frei von der Leine gelassen werden kann und sollte oder eher nicht. Laut Erfahrungen von Hundehaltern ist es in den meisten Fällen gut möglich, auch einen blinden Hund frei zu lassen. Jedoch gibt es einiges mehr zu beachten als bei einem normalen Hund, damit das Verletzungsrisiko klein bleibt. So muss der Hundehalter eine grosse Präsenz und Konzentration mit auf den Spaziergang bringen. Auch die Kommunikation zwischen Hund und Halter muss verfeinert werden, da alle Handzeichen natürlich wegfallen. Da der Hund selber seine Umgebung nicht sieht, muss der Mensch für ihn mitdenken und ihn auf allfällige Gefahren hinweisen. So sollten zum Beispiel für herannahende Velos, andere Hunde oder Fussgänger ein spezifisches Wort eingeführt werden. Auch muss der Hund sofort abrufbar sein, falls es an einem Ort zu gefährlich ist und sich der Hund verletzen könnte. Es ist also sprichwörtlich blindes Vertrauen nötig, um mit einem blinden Hund sicher in der Natur unterwegs zu sein.

Hundekontakt zwischen einem blinden Hund und seinen Artgenossen:

Natürlich kann es sein, dass ein Zusammentreffen von einem blinden und einem sehenden Hund absolut unproblematisch ist. Allerdings gibt es auch Fälle, wo es Probleme gibt. Das kann einerseits daher kommen, dass die starren, blicklosen Augen eines blinden Hundes bedrohlich wirken können und der sehende Hund darauf komisch reagiert. Oft ist es aber eher der Fall, dass die fehlende Reaktion des blinden Hundes auf bestimmte Körperverhalten des anderen Hundes zu Missverständnissen führt. Der blinde Hund muss deshalb im vornherein informiert werden, dass ein Artgenosse da ist. Das hilft dem blinden Hund ein bisschen, sich der Situation entsprechend zu verhalten. Trotzdem ist es immer wichtig beim Zusammentreffen mit einem fremden Hund immer dabei zu bleiben, und bei möglichen Problemen sofort einzugreifen.

Ein zweiter Hund als Leithund für mein blindes Tier?

Manchmal sieht man ein Hundepaar, bei dem ein blinder Hund dabei ist und der andere Hund ihm freundschaftlich zeigt, wo er sich sicher bewegen kann und wo sich Gefahren befinden. Gewisse Paare harmonieren beinahe perfekt und ermöglicht es dem Menschen, seinen Hunden viele Freiheiten zu geben, da er nicht so extrem auf seinen blinden Partner acht geben muss, wie wenn er keinen Leithund hätte. Es sollte jedoch beachtet werden, dass es meistens etwas schwierig ist zwei Hunde unterschiedlichen Alters und Agilität oder unterschiedlicher Grösse miteinander zu verbinden. Damit sich das blinde Tier gut an seinem Leithund orientieren kann, müssen sie sich genug ähnlich sein um einen gemeinsamen Spaziergang und gute Kommunikation zu ermöglichen. Aber natürlich ist der Charakter der beiden Hunde entscheidend darüber, ob es schlussendlich klappt oder nicht. Der sehende Hund muss gut sozialisiert sein und sich sicher und souverän bewegen. Auch ist es unverzeihlich, dass der Leithund einen sehr guten Gehorsam aufweist, damit man das Hundegespann gut kontrollieren kann. Der blinde Hund muss ebenfalls gut sozialisiert sein und darf nicht zu dominant sein. Ein eigenständiger und unabhängiger Hund lässt sich viel schlechter von einem anderen Hund führen und wollen diese Hilfe vielleicht gar nicht in Anspruch nehmen. In diesem Fall sollte das auch berücksichtigt werden und dem Hund keinen Zwang auferlegt werden. Wenn es aber klappt sind Leithunde etwas sehr Schönes zum Beobachten, denn die gegenseitige Kommunikation solcher zweier Hunde ist oft sehr intensiv und daraus entstehen oft unzertrennbare Freundschaften.

 

So ist das Leben für einen blinden Hund sehr wohl lebenswert und für den Besitzer zwar am Anfang eine Umstellung, danach aber keineswegs komplizierter wie mit einem normal sehenden Hund. 

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