Wie muss ich reagieren, wenn mir ein Hund zugelaufen ist?

Ein Hund kann in jeder Situation entlaufen. Es kann im Wald beim Spielen passieren, im Garten, wenn der Vierbeiner eine Katze erblickt oder falls die Hundegruppe beim herumtollen eine Fährte wittert. Beim Besitzer und dessen Familie kommt schnell die Panik auf. Hunde können rasch von einem fahrenden Auto erfasst werden und schwer verletzt liegen bleiben. Freunde, Bekannte und Angehörige suchen verzweifelt nach dem Hund, der sich zum Beispiel wahrscheinlich im Wald bei den ganzen Gerüchen vergnügt. Wie ein Besitzer reagieren soll, dem der Hund gerade entlaufen ist, haben wir im vorherigen Blog lesen können.

Doch wie muss ein Mensch reagieren, der überraschend auf einen freilaufenden Hund trifft?

Familie Müller unternimmt jeden Sonntag einen entspannten Ausflug in den Bayrischen Wald. Sie überqueren bei ihrer Wanderung eine kleine Brücke. Da die Kinder sehr müde sind und dringend eine Pause benötigen, rastet die Familie. Die Kinder spielen am Bach, währenddessen die Eltern die Brote schmieren. Plötzlich hören sie ein leises aber bestimmtes Winseln. Erschrocken suchen sie nach dem Verursacher. Da entdecken sie einen winzigen Kopf mit runden Knopfaugen, die sie gebannt anstarren. Schnell wir ihnen bewusst, dass der Hund alleine ist und sie suchen vergebens nach dem Besitzer. Sie suchen die komplette Umgebung ab, rufen, schauen und finden jedoch nichts. Dann kommen die Kinder auf die Idee, den Hund nach Informationen abzusuchen. Und siehe da, sie finden am Halsband eine Hundemarke an dem sich ein Hundename befindet. Doch eine Adresse und Telephonnummer ist leider nicht zu finden. (Hier findest Du eine Adresshülse fürs Halsband)

Darf man den zugelaufenen Hund behalten?

Da sich die Familie immer einen Hund gewünscht hat, sehen sie ihre Chance, sich einen neuen süssen Vierbeiner anzuschaffen. Trotzdem haben sie ein schlechtes Gewissen und entscheiden, zur Polizei zu gehen und eine Anzeige aufzugeben. Gesagt getan, Familie Müller geht umgehend zur Polizeiwache und gibt ihnen Bescheid, dass sie einen Hund gefunden haben. Schnell wird ihnen bewusst, dass sie nicht einfach so den zugelaufenen Hund behalten können. Entlaufende Hunde stehen unter dem Fundrecht. Dies besagt, dass eine Behörde, wie die Polizei oder das Ordnungsamt auf den neuen Fund aufmerksam gemacht werden muss. Ist dies nicht der Fall macht sich der Finder strafbar und es kann zu einer hohen Geldbusse führen.

Wer muss ebenfalls informiert werden, ausser der Polizei?

Familie Müller hat richtig gehandelt. Dadurch dass sie der Polizei Bescheid gegeben hat, haben sie sich nicht strafbar gemacht. Ebenfalls haben sie mit ihnen abgemacht, dass sie den Hund ein paar Tage behalten können. In dieser Zeit versucht die Familie den wahren Besitzer wieder zu finden. Sie melden sich bei vielen verschiedenen Tierheimen an und geben die genaue Beschreibung des Hundes ab. Somit kann das Tierheim schnell und unkompliziert handeln, falls sich der Besitzer melden sollte.

Neben dem Tierheim muss der Tierarzt umgehend benachrichtigt werden. Der Hund sollte am besten untersucht werden. Aber hier ist Vorsicht geboten, da die Kosten der Untersuchung bei den Findern hängen bleiben, insofern sich die Besitzer nicht mehr melden sollte. Doch somit kann nach dem Chip gesucht werden, der die wichtigsten Informationen des Hundes preisgibt und somit bestätigt, dass er einen Besitzer hat. Bei weiteren Fragen rund um den zugelaufenen Hund, wendet man sich am besten an den Tierarzt des Vertrauens. Auch versuchen die Müllers das Herrchen mit Plakaten auf den zugelaufenen Hund aufmerksam zu machen. In der Umgebung von mehreren Kilometern werden nun Plakate mit Aufrufen und Bildern aufgegangen. Somit erhoffen sie sich, den vorbeilaufenden Bürgen einen wichtigen Hinweis zu geben, um das Verschwinden des Hundes schnell aufzuklären.

 

Ab welchem Zeitraum kann man einen Hund bei sich behalten?

Nachdem sie der Polizei, Behörde, Tierheim und dem Tierarzt Bescheid gegeben haben, können die Müllers sich getrost um den Hund kümmern. Solang sich der rechtlich korrekte Besitzer sich nicht meldet, kann die Familie nach Absprache mit der Polizei und dem Tierheim das Tier bei sich aufnehmen. Doch falls sich der Besitzer  nach sechs Monaten wieder meldet, muss man den Hund zurückgeben. Meistens bekommen die Finder einen Finderlohn. Alles was nach den sechs Monaten geschieht kann vom neuen Besitzer- den Findern entschieden werden.

 

Welche Komplikationen  können auftreten, wenn man einen Hund findet?

Um dies besser zu veranschaulichen, möchte ich ein Beispiel hierzu beschreiben, welches sich in Rumänien ereignet hatte.

Die Hundeorganisation „Dog-Rescure“ hilft Strassenhunden in allen Lebenslagen. Einestages fanden Helfer der Organisation, einen Schuhkartone, in dem sich eine Hündin und deren Welpen befanden. Man hatte die Hunde am Strassenrand in ein Gebüsch gestellt, damit sie dort verenden sollten. Ausser einer kleinen Decke hatten sie nichts bei sich und die Welpen befanden sich in einem sehr schwachen Zustand. Rechtzeitig konnten sie von der Organisation aufgenommen werden und aufgepäppelt werden. Somit entkamen sie nur knapp dem Tod und können nun auf eine neue Familie hoffen.

An diesem kurzen Beispiel kann man erkennen, dass die Geschichte mit der Familie Müller nur dem idealen Bild entspricht. Nicht immer läuft die Hundesuche so glimpflich ab. Oft kommt es dazu, dass Hunde gesucht werden, die keinen Chip besitzen oder die nicht registriert sind. Somit kann man nicht beweisen, dass es sich um den Hund eines bestimmten Besitzers handelt.



Wer einen Hund finden sollte, übernimmt viel Verantwortung. Doch wer weiss, wie er in dieser besonderen Situation handeln soll, kann sich glücklich schätzen und dem Hund somit am besten helfen.

Das könnte Dich auch interessieren

(0) Kommentare

Bitte gib die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.