Wie gewöhne ich meinem Hund unkontrolliertes Bellen ab?

Wer kennt es nicht, man geht gemütlich an einem Haus vorbei und erschrickt sich fast zu Tode, wenn wie aus dem Nichts ein Hund an den Zaun geschossen kommt und los kläfft. Beim entspannten Spaziergang mit dem Vierbeiner kommt einem ein Hund entgegen und die Bellerei geht von vorne los und verstummt erst lange nach dem Zusammentreffen der beiden Hunde. Es kommen Freunde zu Besuch und mein Hund bellt schon die Haustüre an, bevor die Besucher überhaupt eingetreten sind. Hunde bellen in ganz unterschiedlichen Situationen und dementsprechend auch aus ganz verschiedenen Gründen. "Hunde die bellen, beissen nicht, aber sie stören." Aber natürlich bedeutet ein bellender Hund nicht sofort etwas Schlechtes! Ein freudiges Bellen, wenn das Herrchen am Abend von der Arbeit nach Hause kommt oder Gebell als Warnung vor einem Einbrecher in der Nacht sind durch aus gern gehörte Hundelaute. Doch wie weiss unser Vierbeiner wann, wo und weshalb er Bellen darf und soll und wo nicht? Es ist ein langer Weg von guter Erziehung, die unserem Vierbeiner einen besseren Einblick in unsere Gesellschaft und unsere Vorstellungen gibt. Hunde, die bellen, bellen meistens oft und viel und können so zum allgemeinen Ärgernis der Nachbarn und Fussgängern beitragen. Wie Du Deinem Hund das übermässige oder grundlose Bellen abgewöhnen kannst und wie Du ihm gezieltes Bellen auf Kommando beibringst, kannst Du hier in diesem Blog nachlesen. 

Wie bringe ich meinem Hund das Kommando "Gib Laut" bei?

"Gib Laut" ist nicht das anfängerfreundlichste Kommando, dass man seinem Hund beibringen kann und braucht bei manchen Hunden sehr viel Geduld. Je nach Hund gibt es verschiedene Arten dem Tier diesen Befehl bei zu bringen. Bellt Dein Hund in einer ganz bestimmten Situation wie zum Beispiel, wenn jemand den Kühlschrank öffnet, dann nutzt man diesen Moment, um das neue Kommando "Gib Laut" ein zu führen. Du sagst also ab jetzt jedes Mal, wenn der Kühlschrank geöffnet wird und Dein Hund anfängt zu Bellen das Kommando und verbindest den Sprachbefehl am besten noch mit einem Handzeichen. Jedes Mal, wenn Dein Hund in Verbindung mit dem Stimmkommando und dem Zeichen anfängt zu bellen, wird er reichlich belohnt. Zur Belohnung kann man kleine Leckereien wie zum Beispiel die Hundesnack Knöchli verwenden. Es wird eine ganze Weile dauern, bis der Vierbeiner dann auf Kommando und Handzeichen zu bellen beginnt, ohne dass der Kühlschrank berührt werden muss. Damit Dein Hund den Kühlschrank nach Erlernen des Kommandos nicht weiterhin anbellt, wird das Kommando nicht mehr am Kühlschrank verwendet und der Hund auch nicht mehr gelobt, wenn er den Kühlschrank anbellt. So lernt das Tier mit der Zeit, dass sein Gebell nur auf Handzeichen und nicht wegen des Kühlschrankes erwünscht und belohnt wird.

Nun gibt es aber auch Hunde, die eigentlich gar nie bellen. Wie bringt man so einem Tier nun aber bei auf Kommando einen Laut von sich zu geben? Hier gilt die altbekannte Regel: Mach es vor und Dein Hund wird es Dir nach machen. Das geht natürlich am Besten, wenn der Hund noch jung ist, kann aber auch bei älteren Tieren klappen. Baue in das gemeinsame Spiel mit dem Hund ab und zu ein Bellen und das Kommando "Gib Laut" ein und animiere Deinen Hund dazu mit zu machen. Falls er das tut, wird sofort das Kommando wiederholt und mit Hundesnacks belohnt. Der Hund wird früher oder später das Bellen mit Belohnung und dem dazugehörenden Befehl verbinden.

Wie gewöhne ich meinem Hund unangebrachtes Bellen ab?

Nun kommen wir zum schwierigeren Teil dieser Geschichte. Etwas neues erlernen ist das eine, aber eine Gewohnheit abzulegen und zu vergessen ist noch einmal etwas ganz anderes. Da Hunde aus unterschiedlichen Gründen bellen, kann man nicht bei jedem Tier genau gleich vorgehen. Deshalb solltest Du zuerst den Grund des Bellens ausfindig machen. 

Mein Hund bellt aus Spass oder rassenbedingt:

Es gibt Hunderassen, die viel öfter bellen als andere, diese Tiere bellen aus Spass. Diesen Tieren sollte man das ruhig sein einfach genauso schmackhaft machen wie das Bellen, man kann ihnen das Bellen aber meist nicht komplett verbieten. Lass Deinen Hund, wenn er mit dem Gebell anfängt zwei bis dreimal bellen und gib ihm dann das Kommando wieder aufzuhören, zum Beispiel kann man den Begriff "Aus" oder "Ruhig" verwenden. Wenn der Hund dann aufhört zu bellen lobe ihn mit einem Leckerli oder mit Streicheleinheiten. Ziehe das konsequent durch und irgendwann wird sich Dein Hund daran gewöhnen, dass zwei kurze Belllaute erlaubt sind, aber nicht mehr.

Mein Hund bellt aus Langeweile oder Wachsamkeit:

Hunde, die aus Langeweile alles ankläffen, das ihnen begegnet, brauchen dringend mehr Beschäftigung! Lenke Deinen Hund ab sobald er nur daran denkt zu Bellen, lasse ihn sich im Hundesport austoben oder geh mit ihm öfter mal einen längeren oder anderen Spazierweg. Wenn Dein Hund beim kleinsten Geräusch sofort an die Türe rennt und bellt, ist es ratsam den Radio laufen zu lassen, auch wenn man ausser Haus ist. So hört der Hund die Schritte im Treppenhaus nicht mehr so extrem heraus und wird eventuell etwas ruhiger. Wenn Du Zuhause bist und sich jemand nähert, solltest Du Deinen Hund mit einem Spielzeug ablenken, wenn er nicht zur Türe rennt sondern bei Dir bleibt, lobe ihn. 

Mein Hund bellt aus Angst:

Wenn Hunde aus Angst bellen, solltest Du dem Hund Sicherheit vermitteln ohne ihn aber im Bellen zu bestärken. Lasse ihn beim Spaziergang nicht zu weit von Dir weglaufen und gib ihm so das Gefühl bei Dir sicher zu sein. Falls der Hund etwas ankläfft solltest Du ihn ignorieren, denn ansonsten verbindet er Deine Aufmerksamkeit und die beruhigenden Worte mit dem Bellen und das Bellen aus Angst wird noch bestärkt. Laufe also einfach selbstsicher weiter, wenn Dein Hund bellt und lobe ihn, wenn er bei einem furchteinflössenden Gegenstand ruhig vorbei geht. Wenn es spezielle Gegenstände sind, die Deinem Hund Angst einflössen, wie zum Beispiel ein Abfalleimer, dann lohnt sich Schrecktraining. Lass Deinen Hund in der Nähe des Gegenstandes im Sitz warten, bleibe dabei an seiner Seite, ignoriere ihn aber. Er wird erst mal laut kläffen und irgendwann wieder damit aufhören. Dann solltest Du ihn loben und den Spaziergang fortsetzen. Wiederhole dieses Szenario bei jedem Spaziergang. Dabei kannst Du Deinen Hund immer näher am Gegenstand platzieren, so wird er seine Angst vor dem Objekt verlieren und merken, dass er belohnt wird sobald er ruhig daneben sitzt. 

Nun hoffen wir, dass euch die Tipps geholfen haben und wünschen viel Geduld dabei, eurem Hund das Bellen auf Kommando bei zu bringen oder das unangebrachte Gebell ab zu gewöhnen. 

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