Wie funktioniert die künstliche Besamung bei Hunden?

Heute möchte ich etwas über die moderne Art der Fortpflanzung erzählen. Die künstliche Besamung von Hündinnen und die Samengewinnung bei Rüden gehören in den Fortpflanzungsmedizin zu Routineleistungen. Neben der sofortigen Besamung gibt es auch noch die Möglichkeit, die Spermien bei minus 180 Grad Celsius zu lagern. So können über Jahrzehnte Spermien in der Spermabank gelagert werden. Wie diese Befruchtungen funktionieren, wie lange Sperma gelagert werden kann und wie ein die Samengewinnung funktioniert erfahrt ihr jetzt.

 

Wieso werden Rüden abgesamt?
Heute ist es normal, dass Würfe international geplant werden. Eine Hündin soll mit einem Rüden aus der USA gedeckt werden um so die Rasseneigenschaften besser zu vereinen. Um eine solche Verpaarung zu ermöglichen muss das Sperma also sicher zur Hündin gelangen. Eine lange Reise würde die Empfänglichkeit der Hündin enorm gefährden. So wird das Sperma also tiefgefroren oder gekühlt direkt an den Wohnort der Hündin geliefert. So werden Hündin und Rüde unnötigem Stress gar nicht ausgesetzt. Der Tierarzt setzt die Samen dann direkt in die Gebärmutter ein. Ein andere Grund für eine Absamung wäre., wenn die Hündinnen von bestimmten Rüden mehrheitlich leer bleiben. Durch eine Absamung kann geklärt werden, ob die Qualität der Spermien ausreichend ist. Sehr gesunde und wesensstarke Hunde können dank der Absamung und den eingefrorenen Spermien noch für viele Deck Akte als Vater dienen.

 

Der perfekte Deck Akt:
Bei einer natürlichen Verpaarung findet vor dem Akt ein Vorspiel statt. Danach besteigt der Rüde die Hündin von Hinten und umklammert sie.  Nach einigen Stossbewegungen steigt der Hund um. Das heisst, dass der Rüde ein Hinterbein über den Rücken der Hündin bewegt. Nach dieser Bewegung stehen die Paarungspartner mit den Hinterteilen aneinander. Um die Samenqualität optimal zu erhalten versucht der Tierarzt bei der künstlichen Befruchtung einen ähnlichen Ablauf zu inszenieren.

 

Die manuelle Samengewinnung:
Nur mit viel Geduld und Ruhe gelingt eine erfolgreiche Samengewinnung. Um den Rüden auf die Absamung vorzubereiten präsentiert man ihm am Besten eine läufige Hündin. Danach beginnt die eigentliche Arbeit. Zuerst wird das Glied des Rüden durch Massagebewegungen stimuliert. Um den Rüden komplett zu stimulieren wird danach die Vorhaut zurück geschoben. Die erste Hauptfraktion, das sehr Spermen Reiche und milchige Sekret wird dann abgeben. Der Rüde signalisiert danach das Umsteigen durch das Anheben von einem Hinterbein. Dies wird dann durch das nach hinten klappen des Gliedes simuliert. In dieser Position wird dann noch das Nachsekret abgegeben. Dieses Sekret ist aus der Prostata und ist glasklar und nicht mehr milchig. Nach diesem Vorgang wird das Ejakulat untersucht. Als wichtigstes Kriterium wird die Dichte der Spermien genannt. Sie sollte zwischen 4 und 400 Millionen pro Milliliter betragen. Das Resultat aus Volumen und Dichte zeigt dann die Gesamtzahl der Spermien die ausgeschieden werden. Als zweite Untersuchung kontrolliert man, wie sich die Spermien vorwärts bewegen. Zusätzlich werden Test über die pH Werte und das Aussehen, also Farbe und Konsistenz durchgeführt.

 

Die Künstliche Besamung:
Wenn das Sperma auf optimale Qualität untersucht wurde und in allen Normalbereichen liegt, steht eine Befruchtung einer Hündin nichts mehr im Weg. Man unterscheidet zwischen einer Frischsperma Besamung oder einer Besamung mit tiefgefrorenem Sperma. Bei einer Besamung mit frischem Sperma wird das Sekret der Hündin mit einem Katheter direkt in die Scheide eingebracht. Durch eine genaue Planung kann so der optimale Zeitpunkt der Empfängnis geplant werden. Das Sperma kann aber auch zwei bis drei Tage im Kühlschrank bei 4 Grad Celsius gelagert werden, ohne einen Qualitätsverlust zu verbuchen. Wenn jedoch tiefgefrorenes Sperma verwendet wird, ist das Timing extrem wichtig. Die Befruchtung darf erst zu einem späten Zeitpunkt der Läufigkeit erfolgen. Die Gebärmutter muss bereits geschlossen sein. Um eine Trächtigkeit zu erzielen, muss das Sperma mit einem endoskopischen Instrument über die Scheide direkt in die Gebärmutter gebettet werden.

 

Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Hündin trächtig wird?
Man spricht davon, dass zwischen 55% und 85% der Hündinnen nach einer künstlichen Befruchtung trächtig sind. Bei Frischsperma ist die Wahrscheinlichkeit grösser, als bei Tiefgefriersperma. Wichtig beim Befruchten sind das perfekte Timing und das Know How vom Tierarzt.

 

Wichtig zu wissen:
Eine künstliche Befruchtung sollte nur mit gesunden und äusserst fruchtbaren Hunden durchgeführt werden. Eine künstliche Befruchtung darf nur bei Hunden durchgeführt werden, welche sich bereits einmal auf natürliche Weise fortpflanzten. Sonderfälle müssen von der FCI für die  Zucht abgeklärt werden. Welpen aus eine künstlichen Befruchtung werden vom FCI Dachverband akzeptiert.

 

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