Wie funktioniert das Leben mit einem blinden Hund?

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Von Blindenführhunden haben wir in vergangenen Blogs schon einiges gehört. Nun gibt es aber nicht nur Hunde, die Menschen mit diesem Handicap helfen im Alltag klar zu kommen, sondern es gibt auch Hunde, die selber diese Beeinträchtigung haben. Trotz dieser Behinderung können Hunde aber ein gutes Leben führen, wenn sich der Besitzer einige wichtige Punkte zu Herzen nimmt. Was man beim Zusammenleben mit einem blinden Hund alles beachten muss und welche Tricks man anwenden kann um den Hundealltag so einfach wie möglich zu gestalten, erfährst Du im heutigen und dem nächsten zugehörigen Blog.

Wie erkenne ich, dass mein Hund blind wird oder ist?

Blinde Hunde können entweder bereits von Geburt aus das Augenlicht verloren haben oder auch erst im Alter darunter leiden. Wenn der Hund erst im Alter blind wird, ist es für ihn oft einfacher die ihm bekannte Umgebung auch ohne Sehsinn zu meistern. Aber auch ein Hund, der von Geburt an nichts sieht, gewöhnt sich sehr schnell an seine gewohnte Umgebung. Ansehen kann man einem Hund seine Blindheit meist nicht, da Hunde nicht immer die typischen grauen Augen haben. Je nach Erkrankung zeigt sich das Krankheitsbild etwas anders. Oft merkt man auch zuerst gar nicht oder kaum, dass der Hund weniger oder nichts mehr sieht. Zeichen dafür, dass die Sehfähigkeit des Hundes nachgelassen haben sind Orientierungsschwierigkeiten vor allem in der Dämmerung oder bei Nacht, Unsicherheit bei Treppen, schmalen Brücken etc., häufiges Stolpern oder andere Verhaltensänderungen wie zum Beispiel ein häufigeres Zurückziehen in eine ruhige Ecke. Wenn der Sehsinn bei einem Hund nicht mehr funktioniert, ist das aber nicht nur negativ, denn dafür werden die anderen Sinne etwas stärker und helfen so dem Hund durch den Alltag zu kommen. Trotzdem braucht ein blinder Hund Unterstützung von seinem Menschen.

Wie kann ich meinem blinden Hund bei der Orientierung helfen?

Auch wenn blinde Hunde recht gut zurecht kommen, brauchen sie doch bei einigen Dingen die Unterstützung ihres Menschen. Zum Beispiel ist es sehr wichtig, dass die Möbel in der gewohnten Umgebung des Hundes, also bei Dir zuhause, nicht zu oft umgestellt werden. Falls einmal etwas umgestellt werden muss, sollte man den Hund dazu holen, und ihm mithilfe seines Tastsinnes zeigen, wo das neue Möbel jetzt steht und wo er in Zukunft ein Hindernis zu erwarten hat. Für die Sicherheit unseres Hundes ist es jedoch wichtig, dass in der Wohnung keine spitzen, harten oder hervorstehenden Gegenstände zu finden sind, in die der Hund hineinlaufen und sich verletzten könnte. Da bei einem blinden Hund oft auch die Schliess- und Schutzreflexe der Augen vermindert sind ist das Gesicht besonders empfindlich und kann sich vor solchen Verletzungen kaum schützen. Wenn scharfe Ecken an den Möbeln zu finden sind, können diese auch ab gepolstert werden. Einige Anpassungen an unseren Lebensstil sind ebenfalls von Nöten, denn bei einem blinden Hund geht es nicht mehr, dass wir die vollen Einkaufstaschen mitten im Gang auf dem Boden stehen lassen, die Schranktüren, die Tür der Spülmaschine und die Zimmertüren halbwegs offen lassen oder sonstige sperrige Gegenstände in den Weg stellen. Auch Treppen können zu einem Problem werden und müssen eventuell mit einem Kindergitter abgesperrt werden.

Blinde Hunde nehmen aber besonders Gerüche, Geräusche und die Beschaffenheit verschiedener Materialien war, was uns eine grosse Hilfe ist. Treppenanfänge und Türen können zum Beispiel mit Gummimatten gekennzeichnet werden. Sobald der Hund die Veränderung des Bodens bemerkt, weiss er schon sehr bald was dahinter folgt. Auch im Garten lässt sich das super umsetzen, indem man zum Beispiel die Grenze des Gartens mit einem schmalen Kiesstreifen markiert. So weiss der Hund beim Gehen genau, wo bald ein Zaun kommt und wo er einfach weitergehen kann. Auch akustische Signale können sehr gut genutzt werden, wenn es zum Beispiel um die Erziehung des Hundes geht.  Eine Glocke kann zum Beispiel bedeuten, dass der Hund zu mir kommen soll. Anhand der Geräuschwellen findet der Hund seinen Menschen auch komplett ohne Sehsinn. Auch für die verschiedenen Kommandos eignen sich verschiede Geräusche oder Stimmsignale bei einem blinden Hund. Als letztes Hilfsmittel gibt es auch noch Gerüche. Zum Beispiel kann beim Spielen ein Spielzeug genutzt werden, dass nach Futter riecht, so sind auch Suchspiele mit einem Blinden Hund absolut kein Problem. Auch Pflanzen im Garten können bestimmte Stellen markieren, hierbei ist aber zu beachten, dass die Gerüche eher dezent gehalten werden sollen. Der Hund hat eine viel feinere Nase als wir Menschen und riechen dementsprechend gut.

 

Mehr zum Thema „Blindheit beim Hund“ gibt es in einem nächsten Blog in einer Woche. Dort wird es darum gehen, wie blinde Hunde mit anderen Hunden umgehen und wo dabei die Schwierigkeiten sind. Ausserdem wird erklärt, was beim freien Laufen lassen eines Blinden Hundes zu beachten ist.

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