Was tun, wenn Rüden den Macho raushängen lassen?

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Männliche Hunde können ganz schön den Macho raushängen lassen, vor allem nicht kastrierte oder erst spät kastrierte Hunde neigen vermehrt zu Machogehabe. Wie unkastrierte Rüden normalerweise mit einander umgehen und ab welchem Zeitpunkt man als Besitzer eingreifen sollte, ist nicht immer ganz klar. Denn das Macho gehabe eines Hundes ist nicht nur von seinen genetischen Anlagen und seiner Rasse abhängig, sondern wird auch von seinem Umfeld, vor allem während der Prägungsphase, und von der Erziehung durch den Hundehalter stark beeinflusst. Die Antworten auf die oben gestellten Fragen und einige Informationen zum Verhalten von Rüden findest Du im heutigen Blog:

Testosteron – Der Ursprung allen Übels?

Die Konkurrenzaggressionen, die bei unkastrierten Rüden auftreten können, werden unter anderem vom Hormon Testosteron gesteuert und beeinflusst. Bei einem Kampf steigt der Testosteronspiegel stark an und bleibt bei einem siegreichen Hund auch noch eine Weile nach dem Kampf erhöht, was das Risiko birgt, dass siegreiche Hunde den Kampf zu suchen beginnen. Die Gefahr dass ein Hund, der oft in Kämpfen gewinnt also aggressiver wird, ist erhöht. Bei verlierenden Hunden, senkt sich der Hormonspiegel nämlich sehr schnell wieder. Aber natürlich ist das Testosteron lange nicht die einzige Ursache für Aggressivität! Auch das Lernverhalten der Hunde, kann die Aggression fördern. Denn wenn ein Hund oft mit aggressivem Verhalten das bekommt, was er möchte, dann wird er in Zukunft auch immer öfter mit Aggressivität versuchen an sein Ziel zu kommen. Deshalb ist es wichtig in gewissen Situationen als Hundehalter einzugreifen und Hundekämpfe zu unterbinden. Hunde, die sich auf einem Spaziergang begegnen, brauchen unter sich keine Rangordnung festzulegen, da sie sich ja nicht in einem Rudel befinden. Deshalb sollten Kämpfe auf einem Spaziergang mit fremden Hunden gemieden werden. Anders sieht es bei Hunden aus, die zusammen in einem Rudel leben, da gehören die Kämpfe um die Rangordnung zu ihrem natürlichen und auch erwünschten Verhalten dazu. Diese Kämpfe können zwar auch sehr brutal aussehen, sind aber meist nur halb so wild wie es aussieht und nach der klaren Festlegung der Rangordnung kommen die Hunde in den meisten Fällen gut miteinander klar.

Wo greife ich als Hundehalter ein und wie?

Wenn sich zwei Rüden begegnen, gibt es vor allem bei jungen Hunden eigentlich immer eine Reaktion auf das andere Tier. So werden oft die Rückenhaare aufgestellt und ein stolzer, etwas steifer Gang eingelegt. Dazu wird der andere Rüde beschnüffelt und danach meistens in Ruhe gelassen. Diese Gesten sind völlig normal und sollten von beiden Besitzern zugelassen werden. Aufpassen muss man erst, wenn sich die Hunde zu nahe kommen und der eine Hund dem anderen den Kopf auf den Rücken legt. Diese Geste nennt sich T-Stellung und ist eine starke Provokation für den anderen Rüden. Das Kopfauflegen ist das Einleiten des Aufreitens, was für Rüden eine Machtdemonstration ist. Beim Auflegen des Kopfes wird der Rücken des anderen Hundes zwischen Kiefer und Brust eingeklemmt und der andere Hund somit in seiner Bewegungsfreiheit gehemmt. Wenn der dominantere Hund dabei auch noch knurrt, ist das kein gutes Zeichen und eine noch grössere Provokation. Falls der untere Rüde über die Warnung hinwegsieh und sich bewegt, kann es zu einem Kampf kommen, den Du verhindern solltest. Am Besten ist es, bei den ersten Anzeichen eines zu nahe kommen der beiden Rüden dazwischen zu gehen und den Spaziergang fortzusetzen. Auch wenn viele Hundebesitzer das Verhindern solcher Situationen als zu übertrieben betrachten, lohnt es sich lieber einmal zu viel zwischen zwei Hunde zu treten als zu spät. Denn wenn zwei Rüden erst mal richtig zu kämpfen anfangen, ist es oft auch für den Besitzer zu gefährlich zwischen die beiden Tiere zu gehen und die Tiere zu trennen wird beinahe unmöglich. Natürlich muss immer direkt von Situation zu Situation entschieden werden wie gross das Risiko eines Kampfes ist. Es sollte aber immer bedacht werden, dass man nur den eigenen Hund kennt und nicht genau weiss wie der andere Rüde reagiert und wie gut der andere Hundehalter seinen Hund kennt und im Griff hat. Die Verantwortung auf den anderen abzuschieben kommt deshalb in den meisten Fällen nicht gut und kann zu einem Kampf mit schweren Folgen führen!

Falls Du mit Deinem Rüden Probleme hast oder unsicher bist, lohnt es sich einen Profi zu Rate zu ziehen. Manchmal ist die Kastration des Hundes eine Lösung, meistens kann man aber auch mit der Erziehung Wunder bewirken.

 

 

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