Was mache ich mit meinem verstorbenen Hund?

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Es ist ein trauriges Thema und trotzdem muss man sich darüber Gedanken machen. Was passiert mit dem Hundekörper, wenn der Hund stirbt? Allzu häufig müssen wir uns mit dieser Frage zum Glück nicht beschäftigen, aber jedes Leben, auch das unserer geliebten Vierbeiner, geht mal zu Ende und dann müssen wir uns dazu Gedanken machen, was mit dem toten Tierkörper passiert und wo man diesen entsorgen kann und darf. Ich finde es gerade in diesem Themenbereich angenehm, wenn man sich bereits informiert hat bevor dieser traurige Fall eingetreten ist, dass unser Hund über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Deshalb findest Du alle wichtigen Infos zur Tierkörperentsorgung im nachfolgenden Bericht in unserem Hunde Magazin:

Was gilt genau als Tierkörper und welche Unterscheidungen werden gemacht?

Zum einen werden die Tierkörper zur Entsorgung nach ihrer Grösse unterschieden. So gibt es zum Beispiel die Begriffe Kleintiere oder Grosstiere um die Tiere zu unterscheiden. Kleintiere sind die für uns wichtige Einteilungsgruppe, da zu den Kleintieren hier nicht nur Nagetiere wie Hamster, Meerschweinchen und Ratten sondern eben auch Katzen, Vögel und Hunde gezählt werden. Grosstiere sind vor allem im Bereich der Nutztiere zu finden und beinhalten Kühe und Pferde. Der wichtige Begriff des Tierkörpers beinhaltet leider nicht alle Körpergrössen sondern gilt nur für Tierkörper von Kleintieren. Auch dazu gezählt werden können Schlachtabfälle aus Schlachthöfen und Metzgereien und tierische Nebenprodukte aus diversen gewerblichen Betrieben. Grosstiere gelten nicht als Tierkörper und müssen speziell entsorgt werden. Auch Kot von Tieren, Tierfell oder die Haare von Tieren werden nicht als Tierkörper angesehen und müssen an einer anderen Stelle entsorgt werden.

Wo kann ich einen Tierkörper abgeben?

Tierkörper von Kleintieren, kann man ganz einfach beim Tierarzt abgeben, der sich dann um die weitere Entsorgung kümmert. Allerdings muss man beim Tierarzt mit höheren Entsorgungskosten rechnen, als wenn man das Tier direkt in eine Tierkörper Sammelstelle bringt, wo man Kleintiere meist gratis oder recht günstig abgeben kann. In vielen Kantonen nimmt auch die Regionalwache der Stadtpolizei verstorbene Kleintiere entgegen und sorgt dafür, dass diese Fachgerecht entsorgt werden. Wie das genau in Deiner Region aussieht, kannst Du ganz einfach im Internet oder bei Deinem Tierarzt in Erfahrung bringen.

Wie lange kann ich den Tierkörper bei mir behalten?

Viele Menschen brauchen noch eine gewisse Zeit um sich von dem Tier zu verabschieden, und wollen deshalb den Hundekörper nicht sofort nach dem Tod weggeben. Beim Aufbewahren eines toten Tierkörpers müssen aber einige Dinge unbedingt beachtet werden. Der Körper eines toten Tieres wird ziemlich bald nach dem Zeitpunkt des Todes kalt und steif. Da das Herz den Körper nicht mehr mit Blut versorgt und der Kreislauf nicht mehr funktioniert, wird der Körper auch nicht mehr gewärmt und keine Energie mehr produziert. Wenn also der Tierkörper bereits hart und kalt ist, liegt der Todeszeitpunkt bereits einige Stunden zurück. Gerade Kinder erschrecken oft wegen der veränderten Körperstruktur, weshalb es manchmal besser ist, den Kindern das tote Tier nicht zum Streicheln zu geben oder sie zumindest nicht unwissend und alleine mit dem veränderten Tierkörper sitzen zu lassen. Auch aus hygienischen Gründen, sollte man ein Tier, von dem man den Todeszeitpunkt oder die Todesursache nicht kennt nicht ohne weiteres anfassen. Am Besten geeignet sind Tücher, mit denen man den Körper einwickeln und transportieren kann. Falls das nicht möglich ist, oder man sich nochmal richtig und ohne Tuch dazwischen verabschieden möchte, sollte man nach dem Kontakt mit dem toten Tier einfach gründlich die Hände waschen und den Tierkörper wieder zudecken und nicht offen liegen lassen. Wenn man den Körper nicht sofort entsorgen will, muss man aus hygienischer Sicht noch einige weitere Dinge beachten. Gerade bei heissen Temperaturen geht der Verfallprozess von organischem Material, also auch Lebewesen, viel schneller voran. Deshalb ist es wichtig, dass man den Körper eines toten Tieres kühl aufbewahrt und auf keinen Fall der Hitze aussetzt. Gekühlt und gut eingepackt in Tücher und eventuell Plastik aussenrum, kann man einen Körper gut noch 1-2 Tage behalten, bevor man ihn dann endgültig begräbt oder einer Fachstelle übergibt. Wenn man noch nicht weiss, was mit dem Tier geschehen soll, ob im Garten begraben oder auf einem Friedhof, muss das Tier eingeäschert werden. Die Asche des Haustieres kann man dann aber lange behalten und in Ruhe darüber nachdenken, wo man die Asche beigesetzt haben möchte.

Darf ich meinen Hund im eigenen Garten vergraben?

Zum Vergraben von toten Haustieren gibt es eigene Richtlinien, die genau definieren, was und unter welchen Umständen vergraben werden darf. Nach dem Gesetz ist es erlaubt einzelne kleine Tierkörper bis zu 10 kg auf dem eigenen Grundstück zu vergraben. Das kann auf kleine Hunde zutreffen, ist aber ansonsten eher bei Nagetieren, Vögeln und Katzen der Fall. Weiter steht in den Richtlinien, dass der Tierkörper mindestens 1.2 Meter tief im Boden vergraben werden muss, um zu verhindern, dass Füchse oder andere Tiere den Kadaver aufspüren und wieder ausgraben. Wenn sich das ausheben eines solch grossen Loches auf dem privaten Grundstück nicht anbietet, ist es sinnvoller das Tier in einem Krematorium ein zu äschern und danach die Asche zu begraben oder das Tier auf einem Tierfriedhof begraben zu lassen. Ausserdem muss man im eigenen Garten auf passen, dass keine Quelle, kein Trinkwasser Reservoir oder ein Grundwasser Schutzgebiet in der Nähe ist, in diesen Fällen dürfen auch kleine Tierkadaver nicht vergraben werden, aus hygienischen Gründen für uns Menschen.

Der Tierfriedhof – Die Alternative zum Grab im eigenen Garten:

Wer ein zu grossen Haustier hat oder keinen geeigneten Platz auf privatem Grundstück besitzt um das Haustier zu begraben, kann das Tier auch in einem Tierfriedhof begraben lassen. Tierfriedhöfe gibt es in der Schweiz mehrere, die man im Internet schnell ausfindig machen kann. Die Asche eines verstorbenen Haustieres darf man auch mit in sein eigenes oder das Grab eines Familienangehörigen legen lassen, allerdings wird dann das Tier nicht auf dem Grabstein namentlich aufgeführt sondern still beigesetzt.

Das Krematorium:

Wenn man das Tier in einem kleinen Garten beerdigen möchte, der leider die Bestattung des ganzen Körpers nicht zu lässt, oder das Tier mehr als die erlaubten 10 kg wiegt, gibt es noch die Möglichkeit den Tierkörper in einem Krematorium einäschern zu lassen. Die Asche darf ohne weiteres vergraben werden, da die Gefahr der Hygiene und das Ausgegraben werden von anderen Tieren nicht mehr relevant sind. Die Asche des Tieres darf auch in Blumentöpfen auf einem Balkon oder in der Wohnung begraben werden.

 

Leider kommt der Tod des geliebten Haustieres irgendwann auf uns zu. Und in dem Moment wollen wir sicher nicht über die Verbrennung oder Vergrabung des Tieres nachdenken. Deshalb ist es sinnvoll gerade als Besitzer eines bereits älteren Tieres, sich bereits im Vornherein darüber Gedanken zu machen, was man sich für seinen Hund wünscht, wenn es denn mal so weit ist. Vielleicht ist ja auch schon ein anderes Haustier an einem Ort begraben, wo man das zweite Tier dann auch hinbringen möchte. Oder es gilt einen neuen Ort zu finden, der speziell zu diesem Tier passen würde.

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