Warum einen Hund mit Papieren kaufen?

Meine Liv ist ein reinrassiger Mischling, Heimtierausweis und Impfpass und fertig. Gin, meine Malinois Hündin hingegen, hat einen Stammbaum, also ein Hund mit Papieren. FCI («Hunde-Weltdachverband» Fédération Cynologique Internationale (FCI)) anerkannte Papiere wohlgemerkt. Aber warum ist es so wichtig, bei einem Rassehund auf Papiere zu achten? Ich möchte euch heute darüber aufklären.

Die Vorteile von FCI anerkannten Hundezüchter:
Zuchtstätten, die FCI anerkannt sind, verpflichten sich, nur mit gesunden Tieren zu züchten. Gesund heisst aber nicht nur körperlich fit, sondern ohne Erbkrankheiten oder psychosomatische Probleme. Die Hunde durchlaufen mehrere Tests, unteranderem einen Wesenstest, welcher kontrolliert, wie sicher und stabil die zukünftigen Elterntiere unserer Welpen sind. Je nach Rasse kann es sein, dass Bluttest gemacht werden und universitäre Genetik Programme geführt werden. Mit genauen Ahnentafeln lässt sich verhindern, dass Mutter und Vater vielleicht die gleichen Grosseltern haben, der Genpool wird also vergrössert und so entstehen Hunde, welche weniger anfälliger auf Krankheiten sind. Es ist bewiesen, dass je vielfältiger der Genpool eines Hundes ist, umso gesünder und älter wird der Hund. Die Devise ist also, je grösser die Ahnenvielfahlt, desto besser. Klar, nur weil ein Züchter FCI anerkannt ist, heisst das nicht, dass die Hunde gesund sind, eine hundertprozentige Garantie auf Gesundheit kann man nie geben. Meist ist es auch so, dass Züchter mit FCI Papieren spezielle Verträge ausarbeiten und im Notfall die Hunde zurücknehmen, anstatt ins Tierheim gehen zu lassen.

Warum Züchter nicht bei FCI sind:
Bei den Labradoren gibt es eine Farbe „silbern“ diese Farbe ist nicht FCI anerkannt und somit werden Züchter dieser Farbe ausgeschlossen. Dies aus einem guten Grund, es wird davon ausgegangen, dass bei dieser Zucht ein Weimeraner mit rein gezüchtet wurde um die Farbe zu erhalten, die silbernen Hunde haben eine viel empfindlichere Haut und verlieren das Fell im Alter teilweise. Es gibt also einen Grund, warum eine Farbe dann nicht anerkannt ist, weil sie schlichtweg nicht der Rasse entspricht oder gesundheitliche Folgen mit sich trägt. Am Geld sollte es jedoch nicht liegen, den Zuchtnahmen bei FCI zu schützen kostet zwischen 350.- und 700.- Schweizer Franken. Dazu kommen pro Welpen ca. 70.- für Wurfabnahme und Stammbaum. Ebenfalls die Begründung, fass man mit persönlichen Problemen und so vielen Regeln zu schaffen hat, gilt meiner Meinung nicht. Wer sich einer guten Zuchtorganisation anschliesst profitiert von einem guten Netzwerk und kann durch den Austausch neues lernen.

Mischlinge sind nicht schlecht!
Nur, weil der Hund keinen Stammbaum hat, Mama und Papa nicht bekannt sind und die Hunde im Tierheim leben, heisst das noch lange nicht, dass es sich hierbei um einen schlechten Hund handelt. Die Hunde, die als Mischlinge bezeichnet werden, könnte man auch Wundertüten nennen. Ich habe Liv von einer Labradorzüchterin, sie habe die Mutterhündin von einer Tierorganisation übernommen, aus Spanien. Die Welpen werden im Pass als Labrador mal Goldenretriver deklariert. Ich wollte einen Mischling, weil für mich keine reine Rasse optimal passte. Ich wollte einen familienfreundlichen, lernfreudigen und mittelgrossen Hund. Bekommen habe ich eine Hündin die sich im Alltag nur sehr schwer eingliedern kann, die Mühe hatte mit Mensch und Umwelt und die ganz und gar nicht Mittelgross sondern einfach nur klein blieb. Ich liebe sie, von ganzem Herzen, aber ich habe eine Wundertüte gekauft. Ich weiss nicht, ob ihre Eltern an Immunschwäche litten und mit sechs Tod umfielen, ich weiss nicht, wie Hüfte und Ellbogen aussehen. Ich muss mich überraschen lassen, was der Alltag mit Liv bringt. Meine Devise, ich kaufe einen Hund vom Bauernhof oder noch besser aus dem Tierheim, aber bestimmt keinen „reinrassigen“ Hund ohne FCI Papiere.

Persönliches Fazit:
Es gibt gute Gründe, warum Züchter keine FCI Papiere haben, diese Gründe sollte man sich bewusst sein. Hundeliebhaber, die reinrassige Hunde kaufen, ohne Stammbaum fördern den Hundehandel, fördern falsches Züchten! Ein reinrassiger, papierloser Hund ist oftmals teurer, als ein Hund von einem FCI anerkannten Züchter. Heute, nach fünf Jahren mehr Wissen, würde ich Liv nicht mehr kaufen. Nicht weil sie Liv ist, sondern weil ich für dieses herzige kleine Wesen weitaus mehr bezahlte wie für meinen Malinois mit Stammbaum! Wenn ihr euch nicht für eine Rasse entscheiden könnt, besucht das Tierheim, es gibt ganz viele, ganz liebe Hunde die auf einen Platz warten! Und denkt daran, es muss nicht immer ein Welpe sein.

 

Herzlich, Xenia mit Liv und Gin

 

Das könnte Dich auch interessieren

(0) Kommentare

Bitte gib die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.