Ursprung der Kampfhunde

Negative Schlagzeile, Vorurteile und viel Unwissenheit begleiten das Thema Kampfhund. Nach mehreren schlimmen Unfällen mit solchen „Kampfhunden“ wurde die Angst der Bevölkerung grösser und der Hass geschürt. Strenge Gesetze und volle Tierheime sind das Resultat dieser Katastrophe.
Heute möchte ich aufklären, warum dieser Name Kampfhund verwendet wird, was es damit auf sich hat und für was diese Rassen eigentlich gezüchtet wurden.

Ursprung der Kampfhunde:

Die Rassen, welche in die Kategorie Kampfhunde gehören, kann man im Ursprung nicht generalisieren. Einige Rassen wurden als reine Jagdhunde eingesetzt, andere sind Hüte- und Wachhunde. Weder der Jagd- noch der Wachhund wurden als Kämpfer gegen den Menschen eingesetzt. Der Kampf bezog sich ausschliesslich auf Feind oder Beute.
Nur durch den Menschen entstand der sogenannte Kampfhund! Die einst arbeitswilligen und gut einsetzbaren Hunde wurden zur Unterhaltung auf einander los gehetzt. Hier wurde die Aggressivität also gegen andere Hunde gerichtet, ebenfalls nicht gegen den Menschen!
Hierzu möchte ich euch die Geschichte der Bulldogs und Bullterrier kurz beschreiben:
Der Bullenbeisser:
Der Bullenbeisser später die Bulldog Rassen erlitt eigentlich einen schlimmen Werdegang! Kämpfe mit Hunden waren an der Tagesordnung ab dem 16. Jahrhundert.
Bis heute werden illegale Hundekämpfe auf der ganzen Welt durchgeführt!
In England hatten diese Wettkämpfe grosse Beliebtheit. Anfangs liess man Hunde gegen Löwen, Wölfe, Bären oder Stiere kämpfen. Bald wurde der Bullenkampf entdeckt. Der neue Volkssport wurde geboren.
Bei Bullenkämpfen mussten die Hunde unter den Hörnern die empfindliche Oberlippe der Gegner erreichen. Durch das Zerbeissen der Oberlippe konnten die Hunde den Bullen in die Knie zwingen. Die andere Option war, dass der Bulle durch kräftiges Kopfschütteln den Hund abschüttelte. Danach wurden die Hunde entweder zertrampelt oder der Bulle tötete sie mit seinen Hörnern. Die Grausamkeit der Menschen und die Nachfrage nach diesen Bullenkämpfen liessen die Zucht der Bullenbeisser kommerziell werden. Der Bullenbeisser ist bzw. war keine spezifische Rasse, er wurde nur anhand leistungsbezogenen Merkmalen ausgesucht und weiter gezüchtet. So entstanden immer aggressivere Hunde!
Der Bullterrier:
Terrier, wie wir sie heute kennen, wurden schon immer in ähnlicher Form auf dem Bauernhof gehalten. Eine beliebte Eigenschaft der kleinen, flinken Hunde, war das Rattenfangen.
Der grausam gelangweilte Mensch entdeckte auch für diese, eigentlich gutmütigen Hunde, ein Spiel. Es begann damit, dass die Hunde mit Ratten in einen Zwinger eingepfercht wurden. Der, der am schnellsten alle Ratten tötete, war der Gewinner. Aber das war viel zu wenig spannend. Ebenso sorgten die Hund gegen Hund kämpfe für zu wenige Aufsehen. Der Mensch wurde kreativ, und kreuzte die Terrier mit den Bullenbeisser. Der Bullterrier entstand. Der schnelle, wendige und sehr brutale kleine Hund entzückte das Publikum.
In England wurden im Jahr 1835 die Hundekämpfe verboten. Der eigentliche Zweck, der Bullterrier ging verloren. Der Bullterrier wurde in zwei verschiedene Rassen unterteilt. Einerseits gab es den bis heute sehr beliebten Staffordshire Bullterrier, andererseits wurde der Bullterrier als eigenständige Rasse gezüchtet.
Die in Amerika entstandenen American Staffordshire Terrier und American Pitbull Terrier sind ebenfalls ursprüngliche Bullterrier.
Die Reinzuchten der einzelnen Rassen legten aber absolut keinen Wert mehr auf Aggressivität. Die Hunde wurden vor allem als Familienhunde gezüchtet.
Aggressive, unumgängliche Zuchttiere sind absolut nicht geduldet!


Die Gegenwart:

American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier und American Pit Bull Terrier und deren Kreuzungen erfreuen Heute viele Hundebesitzer als treue Familienhunde.
Weiter werden folgende Hunde als „Kampfhunde“ bezeichnet:
• Rottweiler
• Pitbullterrier
• Mastino Napoletano
• Mastin Español
• Español
• Fila Brasileiro
• Mastiff
• Argentinischer Mastiff
• Bullmastiff
• Bordeauxdogge
• Tosa Inu
• Ridgeback
• Dogo Argentino
• Und weitere oder je nach Region anders


Der Begriff Kampfhund ist also total veraltet und auf einen von uns Menschen geschaffenen „Hundesport“ zurück zu führen. Hunde, welche Rassentypisch zu diesen Kampfhunden gehören, werden ganz allgemein von der Gesellschaft als gefährlich eingestuft. Wie bereits in meinem Blog über das Schweizer Chaos im Hundegesetz beschrieben, herrscht in der Schweiz für diese Kampf- bzw. Listenhunde ein schärferes Gesetz oder sogar ein Halteverbot!
Vorurteile, welche also von der Politik aus gesteuert werden, vermehren sich durch den Einfluss von Medien. Schlagzeilen mit Horrortitel wie: „Pitbulll beisst Kind zu Tode“ machen es für Ahnungslose einfach. Fazit: Pitbull – Halterbewilligung – Mörder! Und das perfekte Klischee ist geboren.
Wir hören, dass Schäferhunde im Polizeieinsatz Drogen finden, Labrador Hunde in Trümmerhaufen Menschen suchen und der Bullterrier? Dieser Hund wird automatisch als Beisser hingestellt!

Für die Zukunft:

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