Urlaub in Europa mit Deinem Hund – Einreisebestimmungen, Leinen/Maulkorbpflicht und Parasitenbefall

Im Sommer werden Hundehalter auf die Probe gestellt. Die Einreisebestimmungen und Maulkorbpflichten in den verschiedenen europäischen Ländern sorgen oft für Unklarheiten. Dazu kommen diverse Parasiten wie Herzwürmer und Sandmücken, welche Krankheiten übertragen und Schmerzen verursachen. Zu guter Letzt beschäftigt uns das Thema Tollwut in Europa leider immer noch.

Heute fassen wir für Euch alle wichtigsten Informationen zusammen: 

Einreisebestimmungen Europa:

Grundsätzlich gilt:

- In jedem Land gilt eine Ausweispflicht. Der Heimtierpass muss immer mitgeführt werden!
- Es dürfen jeweils nur fünf Hunde mitgeführt werden.
- In jedem europäischen Land ist eine aktuelle Tollwutimpfung Pflicht.
- Jeder Hund muss einen Chip haben.

Einreisebestimmungen für Welpen: 

Belgien, Dänemark, England, Frankreich und Italien:

- Welpen die jünger als drei Monate sind dürfen nicht einreisen!

Tschechei, Ungarn, Kroatien, Österreich, Portugal, Slowakei, Spanien:

- Welpen unter drei Monaten müssen nicht geimpft sein, ein Mitführen des Heimtierausweises ist jedoch Pflicht. Ebenfalls müssen die Welpen gechipt sein.

Holland und Deutschland: 

- Welpen unter 15 Wochen dürfen nicht einreisen! 
- In Deutschland und Belgien benötigen die Hunde eine gültige Tollwut-Impfung. Diese kann erst mit 12 Wochen vorgenommen werden und braucht nochmals drei Wochen bis sie wirkt.  

Diese Regelungen können sich bei einer Reise mit Muttertier ändern, informiere Dich bitte in diesem Fall bei Deinem Tierarzt!

Einreisebestimmungen für Listenhunde:

In folgenden Ländern gibt es keine Einreiseverbote für bestimmte Rassen: Ungarn, Spanien, Slowakei, Portugal, Holland, Belgien. Jeder Hund ist willkommen.

Einreiseverbote in:

Kroatien: Pitbull – Terrier oder Pitbull – Terrier Mischlinge

Frankreich: Hunde ohne Stammbaumpapiere welche der Rassen American Staffordshire Terrier, Mastiff oder Tosa ähneln. Hunde dieser Rassen und alle Rottweiler Hunde mit FCI anerkannten Papieren dürfen unter folgenden Bedingungen einreisen:
- Maulkorb- und Leinenpflicht auf öffentlichen Plätzen
- der Halter muss mindestens 18 Jahre sein und ohne Verurteilungen oder Gefängnisstrafen, 
- Haftpflichtversicherung für den Hund,
- Stammbuch muss immer mitgeführt werden

England: Hundetypen und reinrassige Hunde: Pitbull Terrier, Tosa Inu, Dogo Argentino, Fila Brasileiro

Dänemark: Folgende Hunderassen welche nach dem 17.03.2010 angeschafft wurden: Pitbull Terrier, Tosa Inu, Amerikanischer Staffordshire Terrier, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Amerikanische Bulldogge, Boerboel, Kangal, Ovtcharka, Tornjak, Sarplaninac und sämtliche Kreuzungen mit diesen Rassen.
Wenn die Hunde vor dem 17.03.2015 gekauft wurden, müssen die Hundehalter dies anhand Verkaufspapiere beweisen können und es gilt Leinen- und Maulkorbpflicht auf öffentlichen Plätzen, Wegen, Gebäuden, Verkehrsmittel und Fusswegen.

Deutschland: Folgende Hunderassen dürfen nicht mitreisen: Pitbull- Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier und alle Kreuzungen mit diesen Rassen.

Übersicht Leinen- und Maulkorbpflicht:

In folgenden Ländern herrscht allgemeine Leinenpflicht: Belgien, Dänemark und Holland

In diesen Ländern ist das Mitführen eines Maulkorbes ebenfalls eine Pflicht. Informiere dich, ob Du auf öffentlichen Plätzen und Verkehrsmittel Deinen Hund mit Maulkorb führen musst!

In den meisten anderen Ländern wie Italien, Portugal, Tschechien oder Deutschland gibt es keine grundsätzliche Leinen- oder Maulkorbpflicht, es wird aber darauf hingewiesen, dass immer eine Leine oder einen Maulkorb dabei sein muss. ACHTUNG der Maulkorb muss entweder ein Gitter haben oder aus Plastik sein!!

Parasitenschutz in europäischen Ländern:

Medizinische Vorkehrungen vor einem Aufenthalt im Ausland sind für unsere Hunde genau so wichtig wie für uns! Parasiten wie Mücken, Zecken, Flöhe und Würmer können gefährliche Krankheiten übertragen und sind unglaublich lästig!

Wie schütze ich meinen Hund am besten?

Grundsätzlich wird geraten, dass Hundebesitzer einige Tage vor dem Besuch im Ausland mit einem Flohhalsband und den Parasiten Spotons vorbeugen.

Zur weiteren Unterstützung gegen Parasiten empfehlen wir noch das IMUN Dog "Para" Ergänzungsfutter von Orthovet, das anhand der orthomolekularen Medizin entwickelt wurde. Das Mittel in Pulverform ist eine natürliche Abwehr gegen innere und äussere Parasiten und kann unterstützend als Ergänzungsfutter für Hunde eingesetzt werden bei Problemen wie: 

- Zecken, Würmer, Flöhe; 

- Bakterien und Viren

- Stärkung des Immunsystems

Neben diesen präventiven Vorbeugungen gibt es für jeden Parasiten jeweilige Arzneimittel:

Herz- und Lungenwurm sowie Spul- Haken- und Bandwürmer:

Für all diese Würmer benötigst Du zwingend vom Tierarzt entsprechende Wurmkuren! Die meisten Kuren muss man in einer Zeit von vier Wochen nach der Reise anwenden und dies dann mehrmals wiederholen.

Herz- und Lungenwürmer: Der Lungenwurm ist in Europa leider sehr weit verbreitet. Der Wurm ist 25mm lang und kann in grossen Massen die Lungenarterie und das Herz befallen. Hunde nehmen die Würmer über Schnecken auf. Anzeichen von einem Wurmbefall: Müdigkeit, Appetitlosigkeit und im schlimmsten Fall sogar Herzversagen.
Der Herzwurm findet man vor allem in wärmeren Regionen, bei uns in Europa sind dies die Mittelmeerräume Spanien, Frankreich und Italien. Übertragen wird die Herzwurminfektion über Stechmücken. Die Stechmücken legen ihre Eier in die Blutbahnen und nach mehreren Wochen schlüpfen die Würmer in den Blutbahnen. Sie führen zu schweren Entzündungen und verstopfen sämtliche Gefässe.

Spulwürmer und Hakenwürmer: Diese Würmer können von Hunden und Katzen in allen Altersstufen aufgenommen werden. Welpen können sich bereits durch die Muttermilch mit diesen Würmer infizieren! Die meisten Ansteckungen erfolgen jedoch über die Aufnahme der Eier, welche im Kot ausgeschieden werden. Spul- und Hakenwürmer lösen folgende Symptome aus: Juckreiz, Husten, Durchfall, Müdigkeit, Hautentzündungen und Abmagerung.

Die Bandwürmer welche wir bei unseren Hunden finden, werden von Flöhen übertagen. Hier gilt es also, deinen Hund vor Flöhen zu schützen. Die Flöhe platzieren ihre Eier im Fell von Hunden. Durch lecken und putzen des Felles werden diese Eier aufgenommen und landen so im Darm. Dort wachsen die Bandwürmer und setzten sich mit dem „Kopf“ an der Darmwand fest. Durch den Bandwurm leiden die Hunde an Durchfall, Erbrechen und dadurch an Abmagerung. Der Bandwurmbefall muss unbedingt behandelt werden, ist im Normalfall aber nicht tödlich.

Flöhe, Zecken und Sandmücken:

Das Thema „Floh“ ist nicht nur während der Ferienzeit aktuell. Flöhe sind in ganz Europa verbreitet und aktiv. Wie oben beschrieben, verteilen sie Krankheiten wie der Bandwurm auf unseren Hunden weiter. Neben der lästigen Aufgabe als Krankheitsüberträger kann ein Flohbefall zu heftigen Allergien und Hautirritationen führen. Hier gilt es also nicht nur während den Reisemonaten ein Anti-Flohmittel zu verwenden.

Massnahmen, Behandlungen und Prävention bei Zecken haben wir hier im Magazin bereits beschrieben. Zeckenstiche können gefährliche Krankheiten wie Borreliose übertragen. Die Zeckenbisse sind ausserdem für Hunde unangenehm und unter Umständen auch schmerzhaft.

Die Sandmücke sticht ihre Opfer nur in der Abenddämmerung. Engmaschige Mückennetze und nur natürliches Licht wie Feuer schützen uns und unsere Hunde am besten vor diesen fiesen Mücken. Die Sandmücke fliegt im Gegensatz zu anderen Stechmücken ihre Opfer nur an, wenn diese schlafen! Dies aus dem Grund, weil die Sandmücke zwei bis fünf Minuten für das Blutsaugen braucht. Die Einstiche sind äusserst schmerzhaft, verlaufen aber meist harmlos. Im schlimmsten Fall zeigen sich Symptome wie Lahmheit, Gewichtsverlust, Hautwunden, Nasenbluten und Schuppenbildung.

An die Tollwut muss ebenfalls gedacht werden, jeder Aufenthalt im Ausland erfordert eine Tollwutimpfung!

Grundsätzliches zur Tollwut:

Tollwut wird hauptsächlich durch einen Biss vom Fuchs übertragen. Die Inkubationszeit dauert zwei bis zehn Wochen.

Die Tollwut ist für alle Säugetiere eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit (auch für Menschen). Der Hund wird vom Fuchs und der Mensch vom Hund infiziert. Sobald der Virus ausgebrochen ist dauert es zwischen einem und sieben Tage bis der Hund stirbt. Es gibt kein Heilmittel für Tollwut. Hunde, welche unter Verdacht stehen, mit dem Virus infiziert zu sein, werden nicht behandelt, sondern direkt eingeschläfert. Nachweislich geimpfte Tiere sind hier ausgeschlossen.

Tollwut greift das zentrale Nervensystem an und es entsteht eine akute Gehirnentzündung. Wesensveränderung. Lähmungserscheinungen und Aggressionen sind typmische Symptome. Im Akutstadium treten Lähmungen und Muskelzuckungen auf. In der letzten Phase tritt eine Lähmung auf. Das Tier fällt ins Koma und stirbt an der Atemlähmung.

Durch Fleischköder für Füchse wurde die Tollwut in den meisten Ländern soweit ausgerottet. Es besteht aber immer ein Risiko – bei diesem Virus sollte man auf keinem Fall leichtsinnig handeln!

Fazit:

Nur mit aktiver Prävention gegen jegliche Parasiten und vor allem gegen Tollwut ermöglichen wir unseren Hunden eine Reise ohne Schäden! Informiere Dich bei deinem Tierarzt genau, bevor Du Deine Reise planst. Ebenfalls empfehle ich eine genaue Abklärung, ob Dein Hund auf keiner Einreiseliste steht und am Schluss noch unter Quarantäne muss. Vorbereitung ist in diesem Fall das A und O! 

Hier findest Du eine praktische, kleine Hundeapotheke für Erste Hilfe am Tier, um in jedem Fall vorbereitet zu sein.  

Schöne Ferien!

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