Trainingsplan für einen Sporthund

Im letzten Bericht habe ich über das Cool down und Warm up aufgeklärt. Heute möchte ich euch zeigen, wie ein Trainingsplan für einen Hund im Sport aussehen könnte.

Grundsätzliches:

Hunde in der heutigen Zeit sind eher über-als unterfordert! Die meisten Hundehalter haben das Gefühl, dass sie ihre Hunde zu jeder Zeit und jeden Tag voll auspowern müssen. Es ist aber eigentlich so, dass auch Hunde Freizeit und Ferien brauchen. Wenn wir also eine Woche planen, müssen wir mindestens einen freien Tag einbauen und aufs Jahr geplant sollten die Hunde sicher drei Woche komplett Trainingsfrei sein. Die Reiter unter uns, kennen solche Trainingspläne schon ein wenig. Pferde werden oft in die Trainingspause gesendet, sobald es draussen richtig richtig kalt wird.

Wir unterscheiden zwischen vier verschiedenen Beanspruchungsformen: Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer und Koordination.

Bevor wir einen Wochenplan zusammenstellen, müssen wir uns bewusst sein, was wir unter diesen Beanspruchungsformen verstehen.

Koordination: Koordination bedeutet eigentlich, dass alles auf einander abgestimmt wird. In unserem Fall wäre das zum Beispiel, dass unsere Hunde auf einem schmalen Baumstamm die Pfoten schön hintereinander hinstellen ohne runter zu fallen.

Ausdauer: Unter Ausdauer versteht man die Fähigkeit über eine längere Zeit eine gewisse Tätigkeit auszuführen. Bei unseren Hunden wäre das konkret, die körperliche Ausdauer, wie lange kann mein Hund rennen. Oder die Ausdauer bezogen auf eine konzentrierte Nasenarbeit.

Kraft: Muskelkraft zeigt sich bei Hunden zum Beispiel dann, wenn sie eine Zuglast ziehen müssen oder wenn sie etwas schweres, wie ein Apportierholz, tragen müssen. Hierzu gehört auch die Sprungkraft.

Beweglichkeit: Gerade bei Sportarten wie Agility und IPO werden die Muskeln sehr beansprucht. Es fordert also eine gewisse Beweglichkeit. Wie wir unsere Hunde optimal auf solche Beanspruchungen vorbereiten und wie sie geschmeidig bleiben, gehört in diese Trainingsphase.

Unser Trainingsplan:

Nun möchte ich euch natürlich meinen Trainingsplan für die Hunde nicht vorenthalten: 

Montag:

Auf unserem Mittagsspaziergang wird die Beweglichkeit ausgearbeitet, meine Hunde müssen zwischen meinen Beinen rund herum laufen, eng um Baumstämme rennen oder einen Slalom auf dem Kinderspielplatz laufen. Zusätzlich versuche ich hier immer das Turnierritual ein wenig auszubessern. Meine Hunde müssen vor einem Turnier immer warm gelaufen werden, eine kurze Aufmerksamkeit - Übung absolvieren und dann zwischen meinen Beinen ins Platz. Dies ist dann mein Warm Up und gehört zum Thema Beweglichkeit. Diese Vorbereitung sollte möglichst genau gleich Ablaufen und Rutine sein.

Am Abend gehen wir am Montag immer mit den Pferden raus. Die Hunde dürfen mit. So wird die Ausdauer trainiert und aufgebaut. Den Winter durch sind die Strecken kürzer da es dunkel ist, passend auf die Turniersaison werden die Abende länger und die Ausritt Runden grösser, so können wir uns eigentlich einfach an die Helligkeit richten und haben so einen stetigen Aufbau der Ausdauer.

Dienstag:

Am Dienstagmittag besuche ich immer einen Platz im Wald, wo es viele abgesagte und umgekippte Baumstämme hat. Hier lernen meine zwei Ladys trittsicheres klettern, ohne das ich angst haben muss, dass sie sich verletzten könnten.

Dienstag geht es dann am Abend in die Hundeschule. Hier werden verschiedene Sparten trainiert, Kraft und Konzentration gehören vor allem dazu. Meine beiden Hunde werden am Dienstag in der Sparte Unterordnung geführt und sind nach diesem Tag immer Hundemüde.

Mittwoch:

Wie der Tag es schon sagt, Mitte der Woche ist bei uns Pause angesagt. Wir gehen normal spazieren und lassen die Seele baumeln. An diesen Tagen nehme ich mir auch viel Zeit um die Hunde auch zu streicheln und mit ihnen zu kuscheln.

Donnerstag:

Am Donnerstag begebe ich mich wieder nach Draussen, meistens auf einen Spielplatz wo viele Möglichkeiten vorhanden sind, die Balance meiner Hunde zu testen. Auch geeignet ist der Vita Parcours, immer wieder hat es Posten, welche auch der Hund etwas machen kann.

Am Abend bewege ich wie am Montag gleich 6 Beine auf einmal. Mit den Pferden sind wir dann wiederum unterwegs und die Hunde springen mit.

Freitag:

Muskelaufbau bei Hunden kann man ganz einfach trainieren. Am schnellsten wachsen Muskeln im Trabschritt. Wenn wir also Muskeln Aufbauen, gehen wir meistens am Fahrrad mit den Hunden gerade Strecken in einem Tempo, wo der Hund nur traben kann, also kein voll Speed. Diese Arbeit muss natürlich der Kondition und der Ausdauer angepasst werden. Sobald es die Temperaturen zulassen gehen wir schwimmen! Im Wasser werden ganz andere Muskelpartien gebraucht und die Hunde können schonend Sport machen.

Der Freitag besteht also aus einer Mischung von Kraft und Ausdauer. Wenn die Muskeln und die Kondition genügend aufgebaut sind, kann auch mal ein Zuggeschirr montiert werden. Mit dem Hund joggen oder auf dem Trotinet, das macht so richtig Spass und gibt eine wunderschöne Rückenmuskulatur.

Samstag und Sonntag:

Bei uns ist immer abwechslungsweise entweder am Samstag oder am Sonntag Hundeschule. So bestimme ich immer nach diesem Programm, an welchem Tag Ruhetag ist. Meistens machen wir am Ruhetag einfach lange Spaziergänge, gehen Kaffeetrinken oder geniessen das Wetter im Garten. Am anderen Tag ist dann aber Training angesagt. Neben der Unterordnung wird am Wochenende immer Fährtenarbeit getätigt. Die Kombination ist also zwischen Kraft, Konzentration und Ausdauer, so, dass dein Hund und du auch am Wochenende optimal ausgepowert seid.

Fazit:

Ob Hundesportler oder nicht, ich denke, es schadet niemandem seine Woche mit Hund ein wenig  zu planen. Ob man plant, wann welche Route zum Laufen dran ist oder wann welche Trainingseinheit gemacht wird, spielt eigentlich keine Rolle. Abwechslung macht dir und deinem Hund den Tag spannender und hilft dir auch, immer wieder mal was Neues auszuprobieren.

Viel Spass beim Trainieren. Xenia mit Gin und Liv

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