Therapiehunde im Einsatz - Hunde helfen Menschen

In einem vorherigen Blog ging es um Blindenhunde, die den blinden und sehbehinderten Menschen sehr viel helfen und ihnen einen grossen Teil ihrer Selbständigkeit zurück geben können. In diesem Blog geht es nun um Therapiehunde, die ebenfalls Menschen helfen, aber auf eine andere Art und Weise wie dies Blindenhunde tun. Wie bei den Blindenhunden gibt es auch bei den Therapiehunden hauptsächlich nicht gewinnorientierte Vereine. Das bedeutet, dass die Menschen, die mit den Hunden trainieren und mit diesen Menschen und den Hunden arbeiten nichts verdienen und diese Arbeit nebenberuflich machen, weil ihnen diese Tätigkeit wichtig ist. Die Ausgaben, die für die Ausbildung von Hunden und Hundeführern anfallen werden einzig und allein über Spenden und Eigenkapital der Helfer finanziert. Die freiwillige Arbeit der Helfer garantiert, dass dieses Angebot der Therapiehunde jedermann zugänglich ist und nicht nur von wohlhabenden Personen genutzt werden kann. Was diese Hunde tun und wo sie überall im Einsatz sind, erfährst Du in diesem Blog. Auch welche Hunde sich zu diesem Job eignen und was sie für eine Ausbildung machen müssen, um als Therapiehund anerkannt zu werden, kannst du in folgenden Zeilen lesen.

Zu welchen Menschen werden Therapiehunde gebracht?


Therapiehunde helfen an vielen unterschiedlichen Orten und ihr Einsatzbereich ist nicht, wie bei den Blindenhunden, auf eine Personengruppe fixiert. So werden zum Beispiel Therapiehunde eingesetzt, wenn ein Mensch an schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen leidet. Darunter fallen Leute mit Autismus, Depressionen oder sonstigen psychischen Erkrankungen. Die Arbeit die Ärzte und Therapeuten bei diesen Menschen verrichten um zu helfen, wird oft mit Therapiehunden zusätzlich unterstützt. Die Hunde können solche Krankheiten zwar nicht heilen, sie öffnen aber oft das Bewusstsein und das Vertrauen der Patienten und ermöglicht so den Therapeuten eine einfachere Heilung. Oft zeigen Patienten eine Änderung in ihrem Verhalten, wenn sie mit einem Hund zusammen sind. So kommt es beispielsweise sehr oft vor, dass autistische Menschen, die unter normalen Umständen nicht sprechen mit dem Therapiehund Gespräche führen oder plötzlich aus ihrer eigenen Welt auftauchen um mit dem Hund zu spielen und ihn zu streicheln. Diese Verbindung mit dem Tier ermöglicht einen Ausbruch aus der Krankheit, auch wenn es nur für einen Moment anhält. Aber nicht nur bei Autisten sind diese Hunde gerne gesehen. Die Einsatzteams besuchen mit ihren Vierbeinern neben Psychiatrie- und Rehabilitationskliniken auch Spitäler, Pflegeheime, Schulen und Kindergärten, Behindertenheime, Palliativkliniken und sogar Institutionen für Menschen im Strafvollzug. Oft ist es sehr erstaunlich wie gut Hunde das Vertrauen der Menschen gewinnen, wo andere Menschen keine Chance haben auch nur ein Wort mit dem Patienten zu wechseln.


Welche Hunde eignen sich für den Einsatz als Therapiehund?


Grundsätzlich gilt, dass die Rasse keine Grosse Bedeutung dabei spielt, ob sich ein Tier zum Therapiehund eignet oder nicht. Der Hund eignet sich von vielen andern Tieren deshalb so gut, weil er die Fähigkeit besitzt die kleinsten inneren Vorgänge eines Menschen zu spüren und darauf richtig zu reagieren. Ausschlaggebend ist aus diesem Grund das Wesen des Tieres und nicht die Hunderasse. Einige Rassen eignen sich vom Wesen her aber eher nicht, da sie zu wild, zu eigenwillig oder nicht besonders gut auf fremde Menschen zu sprechen sind. Die wichtigsten Eigenschaften, die ein Hund vor der Ausbildung zum Therapiehund mitbringen sollte sind ein gesundes Mass an Selbstsicherheit, einen guten Grundgehorsam, eine enge Bindung zu seinem Hundehalter und keine Angst vor fremden Menschen, eine friedliche Haltung gegenüber Artgenossen und ein Alter von zwei bis ca. sieben Jahren. Wenn also Dein Hund sehr menschenbezogen ist und diese Eigenschaften erfüllt, kannst Du Dich jederzeit mit Deinem Hund zu einem Therapiehunde Paar ausbilden lassen! Wenn Du Dich gerne sozial engagieren möchtest und diesen Menschen mit Verständnis und Freude entgegen trittst, könnte aus Dir und Deinem Hund ein super Helfer Team werden! Wie eure Ausbildung dann verlaufen würde, kannst Du im nächsten Abschnitt lesen:


Die Ausbildung von Mensch und Hund zum Therapie Team:


Die Ausbildung zum Therapiehund und natürlich auch die Ausbildung die für uns Hundehalter dazu gehört, kann man beispielsweise beim Verein Therapiehunde Schweiz erhalten. Dieser Verein bildet seit dem Jahr 1992 Menschen und Hunde zu zuverlässigen Therapiehunde-Teams aus und begleitet die Teams auch nach der Ausbildung in ihrem Alltag. Weiterbildungen sind auf allen Ebenen gewährleistet. Das bewährte Schulungsprogramm zur Ausbildung der Teams kann nach einem Eintrittstest begonnen werden. An diesem Test wird das Wesen des Hundes überprüft und somit seine Eignung zum Therapiehund getestet. Falls dieser Test bestanden wird folgt eine gut halbjährige Ausbildung, in der der Hund das richtige Verhalten bei ganz unterschiedlichen Menschen und in verschiedenen speziellen Situationen erlernt. Das Training findet landesweit in kleinen Gruppen statt und wird von sorgfältig ausgebildeten Trainern begleitet. Nach dieser Ausbildung muss eine praktische und eine theoretische Prüfung von Hund und Mensch abgeschlossen werden und das Team wird zum offiziellen Therapie-Team erklärt und ausgezeichnet. Die Besuche des Therapiehundes und seines Halters werden nach Absprache mit den Personen selber oder deren Therapeuten gemacht und hat zum Ziel, dass die Patienten die Gesellschaft des Hundes und auch des Hundehalters geniessen, Zeit und Zuneigung geschenkt bekommen und einen Moment aus dem Alltag und von ihrer Erkrankung entfliehen können.


Spezielle Pflege eines Therapiehundes:


Die Therapiehunde leben wie normale Hunde bei ihrer Familie und in gewohntem Umfeld. Die Einsätze der Hunde sind zeitlich begrenzt und werden in einem kleineren Rahmen gehalten, so dass sich der Hund von den oft anstrengenden Besuchen nie überfordert fühlt. Denke bitte immer daran, dass der Umgang mit diesen speziellen Menschen von Deinem Hund sehr viel Konzentration und Wachsamkeit verlangt, es ist also durch aus ein Job und nicht Freizeit und reines Vergnügen für Deinen Vierbeiner! Deshalb ist es wichtig, dass der Hund neben diesen Besuchen auch einfach Hund sein darf und sich genügend ausruhen aber auch austoben kann. Denn nur glückliche und gesunde Hunde können die Aufgabe eines Therapiehundes ausführen. Es ist deshalb bei einem Therapiehund wichtig, die jährliche Tierarztkontrolle ernst zu nehmen und den Hund nach den umfassenden Vorgaben des Vereins kontrollieren zu lassen. Kranke Hunde werden pensioniert und dürfen sich von diesem Job zur Ruhe setzen und erholen.


Ich hoffe ich konnte Dir einen Einblick in die Arbeit eines Therapiehundes und dessen Besitzer geben und vielleicht hast Du ja Lust, mit Deinem Hund diese wertvolle Aufgabe zu versuchen und Dich sozial zu engagieren.

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