Streitereien Unter Hundehaltern -Wenn Der Spazierweg Zum Kriegspfad Wird

Tatort Spazierweg: Wie oft sieht oder hört man schon von weitem zwei oder sogar mehrere Hundebesitzer die sich miteinander oder auch noch mit anderen Spaziergängern lauthals über irgend etwas streiten. "Rufen Sie sofort ihren verdammten Köter zurück!" Sehr oft geht es dabei um den Vierbeiner, der vom Inhalt des Streites so gut wie gar nichts versteht. Wenn Du nun aber denkst, dass unser Hund von diesen Streitereien nichts mitbekommt oder dass sie ihm sogar egal sind, täuscht Du Dich leider! Hunde reagieren sehr empfindlich auf solche Streitsituationen! Wie sich das auf die Situation auswirken kann und wie wir uns in der Nähe unserer Hunde im Besten Fall verhalten sollten, erfährst Du in diesem Blog: 

Die häufigsten Auslöser für Streitereien auf einen Blick: 

Die Nummer eins der Streitgründe sind frei laufende Hunde. Auch ein gut erzogener Hund ist natürlich interessiert, wenn sich ein fremder Hund nähert. Manche Tiere rennen dann zur Begrüssung diesem anderen Hund entgegen, was vielen Hundebesitzern und oft auch den angeleinten Hunden unangenehm ist. Vor allem dann, wenn der andere Hund angeleint ist oder sich mit fremden Hunden nicht gut versteht oder sich sogar vor ihnen fürchtet. Hier gilt zwingend zu beachten: Auch wenn der eigene Hund extrem lieb und verspielt ist, soll man ihn zurück rufen, wenn sich ein anderes Besitzer Hund Paar nähert. Sie kennen den anderen Hund und Besitzer nicht und wissen nicht wie diese reagieren, wenn ein fremder Hund angerannt kommt. Vor allem angeleinte Hunde fühlen sich dann oft eingeengt, da sie gar nicht ausweichen können. Es ist also die beste Lösung für alle Beteiligten, die Hunde zurück zu rufen und unter gemeinsamer Absprache zusammen von der Leine zu lassen, damit sie sich auf der Wiese austoben und kennenlernen können. Natürlich gibt es auch hier Besitzer, die schlicht nicht wollen, dass ihr Hund mit ihrem Vierbeiner herumtobt. Mit einem "Nein" muss also gerechnet und dieses dann einfach akzeptiert werden. In diesem Fall ist es angebracht mit seinem angeleinten Tier oder bei gehorsamen Hunden im Bei Fuss seinen Weg fortzusetzen und den weiteren Spaziergang mit seinem Vierbeiner zu geniessen. 

Ein weiteres Konfliktpotenzial bietet sich bei Kläffern an. Natürlich gibt es diese Hunde, die an der Leine jeden vorbeigehenden Hund anbellen oder sogar knurren. Hier hat der Hundebesitzer nichts oder jedenfalls nicht viel falsch gemacht, denn nicht jedem Hund lässt sich das Bellen abgewöhnen. Wenn Du so einen Hund hast, ist es am einfachsten einem entgegen kommenden Spaziergänger etwas aus zu weichen, indem man, falls möglich, ein kleines Stück vom Weg fort in die Wiese geht und dort wartet, bis der andere Passant vorbei gegangen ist. Gewisse Hunde lassen sich dann vielleicht auch mit Leckerlis oder einem mitgebrachten Spielzeug ablenken, und bemerken so gar nicht, dass gerade ein anderer Hund auf dem Weg vorbei geht. Für Spaziergänge eignen sich besonders Snackdosen oder Taschen, die bequem im Hosensack oder am Gürtel befestigt werden können und woraus man in diesen spontanen Fällen sehr schnell ein Leckerli zur Hand hat. 


Ein weiterer Grund für Streitigkeiten ist das Liegen lassen von Hundekot oder den gefüllten Hundekotbeuteln. Leider gibt es immer noch viele Hundebesitzer, die den Kot ihres Vierbeiners nicht zusammen nehmen und in die dafür vorgesehenen Robidogs schmeissen sondern auf der Wiese liegen lassen. Das ekelt nicht nur andere Spaziergänger, sondern ist am Rand von Kuhweiden auch für Bauern ärgerlich, da die Kühe dann verschmutztes Gras fressen müssen, was den Kühen schadet. Wenn es Dir also einmal passiert, dass Du vielleicht nicht mit bekommst, dass Dein Hund gerade einen Haufen gemacht hat und dich dann jemand darauf hinweist, reagiere nicht aggressiv sondern freundlich. Diese Reklamationen sind nämlich begründet und der Hundekot sollte entsorgt werden. Natürlich kann es auch sein, dass man nicht gerade freundlich sondern sehr aggressiv darauf hin gewiesen wird, auch dann heisst es Ruhe bewahren und den Kot zusammen nehmen. Streitereien zu diesem Thema bringen nämlich niemandem etwas und halten Dich nur von Deinem schönen Spaziergang ab. Falls auf Deinem Spazierweg nur wenige Robidogs vorhanden sind, musst Du den Beutel halt eine Weile tragen. Das mag unangenehm sein, aber so ist es nun mal. Damit Du aber immer genug Hundekotbeutel Griff bereit hast, gibt es coole Beutelspender und trendige Kotbeutel in allen Farben.

Zum Schluss gibt es auch noch diese Menschen, die einfach gerne ihre Ratschläge erteilen oder Dir unbedingt noch ihre Meinung sagen wollen. So wirst Du sicher ab und zu mal gute "Tipps" zu Deinem an der Leine ziehenden Hund hören, Bemerkungen zu Deinem Umgang mit dem Hund über Dich ergehen lassen müssen und Kommentare zu Deinem Verhalten oder dem Deines Hundes hören. Hier liegt es dann ganz bei Dir diese oft gut gemeinten Sätze nicht zum Streit werden zu lassen. 

Wie wirkt sich mein Streitverhalten auf meinen Hund aus: 

Das Aggressionsverhalten, das wir von Hunden kennen, ist bei den Menschen ganz ähnlich aufgebaut. Aggressionen entstehen aus Frustration, Angst, genetischen Faktoren, Prägung und Sozialisierung. Die drei letzteren Gründe können wir sowohl beim Hund als auch beim Menschen nicht mehr ändern. Die beiden Gründe Angst und Frustration hingegen können wir mit unserem Bewusstsein kontrollieren und sollten im besten Fall keine Kontrolle über uns erlangen. Wenn wir frustriert sind oder ängstlich, dann ertragen wir kritische Bemerkungen, Sticheleien oder andere Meinungen oftmals nicht und es kommt zum Streit. Der Stress und die Unsicherheit die bei einer streitenden Person anwesend sind, übertragen sich natürlich auch auf den Hund. Denn bei unseren sensiblen Vierbeinern überträgt sich jede Spannung sofort. Ein Mensch der rot sieht und sich mit allen verbalen Mitteln zu verteidigen versucht und ein Hund der in defensiver Haltung unsicher neben seinem Herrchen steht, das gibt kein schönes Bild ab und doch sieht man das sehr häufig. Versuche deshalb jeglichen Konflikten aus dem Weg zu gehen, in dem Du Dich an die ungeschriebenen Regeln auf den Spazierwegen hältst und falls dann doch einmal eine Bemerkung kommen sollte souverän reagierst anstatt dich zornig zu verteidigen. Das hilft sowohl Deinem Hund, Dir und auch den anderen Spaziergängern für einen stressfreieren Umgang miteinander. Dazu noch ein passendes Zitat: Hunde und Menschen verteidigen das, was ihnen lieb ist bis aufs Blut. Aber Hunden kann man einen Knochen stehlen, der Mensch darf seine Meinung behalten, deshalb nützt es nichts darum zu streiten.“ 

Mit diesen Worten wünsche ich Dir einen schönen Abend und hoffe, dass Deine Spaziergänge mit Deinem Liebling nicht in Streitereien enden, sondern friedlich und gemütlich wie sie sein sollten.

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