Strassenhunde in Rumaenien

Rumaenien ist bekanntlich nicht das aller reichste Land dieser Welt. Die meisten Menschen muessen hart fuer ihren Unterhalt kaempfen. Neben der Arbeitslosigkeit des Landes, dem Ueberleben der Menschen und dem Kampf um ihr Recht, leben viele Streuner. Sie findet man ueberall im Land, da sie sich ungehindert vermehrern koennen. Man muss zwischen Hunden und Streunern unterschieden koennen, da es viele Tiere gibt denen es besser in der Freiheit geht, als in Gefangenschaft. Doch das Problem mit der „Hundeplage” bleibt immer noch und die Menschen versuchen mit manchmal unmoralischen Vorgehensweisen das Problem zu loesen.

Wie lebten die Hunde und die Menschen vor dem neusten Toetungsgesetz zusammen?

Wer an Rumaenien denkt, denkt augenblicklich an freilebende Hunde. Sie lebten in grossen Rudeln zusammen, erkaempften sich untereinander die Rangordnung und versuchten zu ueberleben. Sie lebten friedlich neben dem Mensch her, versuchten genuegend Nahrung zu finden und einen sicheren Schlafplatz zu finden. Doch empfanden die meisten Bewohner des Landes die Hunde als beaengstigend und als „Dreckmacher”. Doch das Konzept ging nur eine Zeit lang gut auf, denn die Hunde vermehrten sich unglaublich schnell. Da keiner von ihnen kastriert wurde, kamen immer mehr junge Welpen zur Welt und mussten ebenfalls gegen schlimme und toedliche Krankheiten ankaempfen. Ungehindert wurden sie mehr und brauchen daher auch mehr Platz.Dazu kommt, dass Rumaenien ein sehr armes Land ist und oeffters schlimme Krisen durchlebte. Manche Dorfbewohner konnten sich selbst nicht mehr ernaehern und versucht durch eine Zusammenschliessung der Wohnraeume ihre Probleme gemeinschaftlich zu loesen. Dann kam es dazu, dass sie ganze neue Wohnhaeuser fuer ein ganzes Dorf bauten, um alle Familien zusammen zu bekommen. Sie lebten also alle zusammen in einem grossen Gebaeude, mussten aber den Rest zu Hause lassen. Aus diese Grund standen viele Hoefe und andere Bauten leer und die Hunde wurden einfach dort gelassen, da sich der Mensch als erstes helfen musste , um zu ueberleben. Hunderte Hunde verwahlosten, kaempften, starben und versuchten in ihrem neuem Leben die Chancen zu ergreifen und sich vor dem Schlimmsten zu retten.
Dadurch,dass so viele Hunde nebeneinander lebten verbreiten sich auch Krankeiten wie ein Lauffeuer aus. Die leidenen Tiere schleppen Viren, Milben, Wuermer und weiter plagende Dinge mit sich herum. Dadurch, dass sie im staendigen Nahrungsmangel stecken, kann der Koerper der Tiere sich nicht dagegen wehren. Kaum findet man einen Hund, der gesund und mutter aussieht und falls man doch einen sieht, befindet der sich meistens im Besitz eines Dorfbewohners.

Was waren moegliche Ausloeser, dass sich das Gesetz aenderte?

Nehmen wir als bestes Beispiel Bukarest, die Hauptstadt Rumaeniens.
Der Aussenbezirk der Grosstadt war mit Unkraut, Gestruep und herumliegenden Gegenstaenden der ideale Aufenthaltsort fuer die Hunde. In diesem grossen Chaose lebten die Strassenhunde und konnten ueber geheime Wege hin und herlaufen zwischen den einzelnen Gaerten. Schon frueher mieden sie die Menschen, doch ein besonderes tragischer Vorfall veraenderte deren ganzes Leben!
Am 2. September 2013 spielte ein kleiner vierjaehriger Junge auf einen Gelaende voller Pflanzen und Straeucher. Die Mutter des Jungen hatte ihren Sohn aus den Augen verloren und suchte bereits nach ihm. Ploetzlich wurde er von freien, sehr aggressiven Hunden angefallen und zu Tode gebissen. Er starb an den grausamen Bissen der Tiere. Somit war der grosse Aufschrei des Volkes vorprogrammiert. Es herrschte blankes Entsetzen und die Menschen bekamen extrem Angst vor den Hunden und entwickelten einen Hass gegen die Hunde. Nur ca. 2 Wochen spaeter verabschiedete man ein Gesetz, welches besagt, dass man sofort mit der Massentoetung der Hunde beginnen koennte.
Allein in Bukares soll es geschaetzt zwischen 45.000 und 65.000 Strassenhunden gegeben haben. Neben dem aller schlimmsten Vorfall mit dem jungen Kind kam es insgesamt zu weiteren Angriffen bzw Bissen der Hunde. Leider wurden auch weiter Menschen verletzt, die in ein Hunderudeln gerieten und von ihnen getoetet wurden. Doch natuerlich muss man beide Seiten des Geschens sehen. Auf der einen Seite stand der Hund, welcher panische Angst vor dem Mensch hatte, mehr als umgekehrt. Sie kaempften und kaempfen immer noch hart um ihr Leben und muessen fuer jeden Bissen Futter vielleicht ihr Leben im Kampf darum lassen. Jeder der sich mit Hundesprache und der Hundewelt auskennt, weiss dass Hunde, die nicht in Gefangenschaft oder Partnerschaft mit einem Menschen, andere oder weniger stark ausgefpraegte Instinkte hat. Ein Hund, der auf der Strasse lebt und kaum einen Menschen vom nahemn sieht, nur schlechte Erfahrngen gemacht hat, kann meistens in bedraenglichen Situationen so reagieren.
Nach der Verabschiedung des Gesetzes erfolgten weitere Nachforschungen, die ergaben, dass es sich nicht um freilebende Streuner handelte sondern um ein paar Wachhunde, die von ihrem Besitzer auf dem Platz versorgt wurden. Sie lebten frei auf dem Gelaende, auf dem der Junge spielte. Leider taten die Hunde eigentlich nur ihren Job, naemlich das Gelaende zu bewachen, schossen aber im tragischer Weise ueber ihr Ziel hinaus. Da die Wahrheit erst zu spaet an das Tageslicht kamen, wurde das Gesetz angewaendet und man begann mit der Sauberung des Landes.Somit mussten viele unschuldige Tiere ihr Leben lassen nur weil es sich um ein gravierendes Missverstaendnis handelte.


Wie sieht die momentane Situation mit den freilebenden Strassenhunde in Rumaenien aus?

Als wir mit unseren Vorstellungen nach Rumaenien kamen, wurden wir eines Besseren gelehrt. Wir erwarteten Strassen voller Hunde, viele kranke und gebraechliche Hunde und vorallem einen grossen Gestank. Durch Zeitungen und News wurde mein Bild von den Hunden, die auf der Strasse leben gepraegt. Ich hatte Angst das Leid der Hunde an eigener Haut zu spuehren, deren Angst zu riechen und mich von dem Elend anstecken zu lassen.
Doch meine anfaenglichen Gedanken loesten sich in Luft auf. Kurz nachdem ich aus dem Flugzeug ausgestiegen bin, suchte ich die naheliegende Umgebung ab. Nichts, ich sah nichts ausser ein paar sauberen Strassen und Laeden. Auch waehrend der Fahrt wartete ich gespannt auf die ersten Hunde. Doch wieder wurde ich enttaeuscht. Schnell wurde ich eines Besseren belehrt und erfuhr, dass die grossen Staedte gesaeubert wurden. Bei dieser Aussage verschlug es mir den Atem. Wie kann eine so grosse Stadt wie Bukarest von einer so grossen Hundeanzahl gesaeubert werden?
Auch auf dem Land versprach man uns deutlich mehr Hunde, doch wir sahen fuer unsere Vorstellung eher wenige. Natuerlich deutlich mehr als in der Stadt. Und wieder stellten wir uns die Frage, wo und wie die Hunde weggeschaffen wurden oder was mit ihnen geschehen ist.

Weshalb gibt es immer weniger Strassenhunde und was hat dies mit dem neuem Toetungsgesetz zu tun?

Nach den erschreckenden Meldungen wegen den Todesfaellen von Menschen, beschloss die Regierung darauf zu reagieren. Die Meldungen und Beschwerden gegen die Streuner wurden immer mehr und deutlich lauter. Das Volk bekam Angst und wandte sich an die Politik. Diese wiederum beschloss am 10. September 2013 das neuste und aller grausamste Gesetz zu verabschieden. Die Folge des 10. Septembers war, dass die staatlich engagierten Hundefaenger die Hunde einfangen konnten und dafuer pro Hund „Kopfgeld” erhielten. Doch manche Fangaktione/Saeuberungsaktionen laufen nicht glimpflich ab. Es gibt keine Gesetze und keine Strafen, die demjenigen drohen koennten, der es ausnutzt diese armen Geschoepfe weniger zimperlich zu behandeln. Auch hat die Regierung beschlossen mehr Hundefaenger anzustellen, die die Hunde jeden Fruehling und Herbst einfangen. Doch auch dies geschieht auf brutalste Art und Weise. Sie werden mit wuergenden Halsschlingen eingefangen, inwelchen sie natuerlich Panik bekommen und versuchen sich aus der Situation zu retten. Doch somit schnueren sie sich ihre Kehle nur noch mehr zu. Viele kranke Wesen sterben durch Ersticken, Genickbruch oder vor lauter Stress und qualvollen Schmerzen bei dem Einfangen oder beim Transport.

Was passiert in den privaten und oeffentlichen Tierheimen?

Ist erstmal ein Hund von einem staatlichen Tierfaenger eingefangen, wird er sehr wahrscheinlich nie mehr die Freiheit erblicken koennen. Die meisten Streuner kommen in oeffentliche Tierheime, in denen sie nur fuer zwei Wochen behalten werden und wenn sie nicht vermittelt werden, die Todesspritze bekommen. Dass sie umgebracht werden durch Menschenhand ist das Eine. Das Andere ist, wie sie umgebracht werden. Es gibt hier leider verschiedene Moeglichkeiten, einerseits konnen sie vergast werden, andererseits vergiftetet. Doch was am aller haeufigsten passsiert ist, dass die Hunde nicht, wie bei uns in der Schweiz das Tierschutzgesetz besagt, in Narkose gelegt werden sondern sofort die Todesladung ins Herz bekommen. Was fuer unglaublich qualvolle Schmerzen ein Tier dabei empfinden muss, koennen wir uns in den aller schlimmsten Alptraeumen nicht mehr vorstellen.


Auch ich hatte die Moeglichkeit in ein oeffenliches Tierheim zu gehen. Ich ging dort hinein mit dem Wissen , wie grausam und qualvoll dies werden kann. Neben dem beissenden Gestank, der in der Luft hing, fiehl mir eine besonders tragisches und hezzerbrechendes Detail auf. Ich hatte erwartet, dass genau an diesem Todesort, die Hunde am lautesten zu hoeren waeren. Doch es herrschte Totenstille. Kein Hund bellte, niemand fiehl auf. Alle schienen zu wissen, wo sie genau seien und was sie hier erwartet. Viele Welpen waren vor Ort,ebenso teilten sich bis zu sechs grosse Hunde den knappen Raum. Trotzdem war es in diesem Tierheim sehr sauber in den Zwingern. Hundedecken und weiche Unterlagen waren nicht vorhanden. Werden diese Hunde in den oeffentlichen Tierheimen nicht innerhalb kuerzester Zeit vermittelt, werden sie innerhalb der naechsten zwei Wochen sterben. Kastiert und behandelt wird auch nur, wenn er einen neuen Besitzer gefunden hat. Als wir den Hof verliessen, fuhren uns im gleichen Moment die Hundefaenger entgegen und mich ereilte ein mulmiges Gefuehl, zu wissen, dass es diese liebevollen Wesen, die ich im Zwinger gesehen habe, bald nicht mehr geben wuerde. Denn der Nachschub sorgte fuer weiteren Platzmangel und der Rest der Hunde muss im Rahmen der zwei Wochenfrist weichen.


Zum Glueck gibt es aber noch genuegend Menschen mit Herz und Verstand. Egagierte Organisationen gruendeten ihre eigenen Hundeheime und die Hunde haben eine deutlich laenger Frist, vermittelt zu werden. Auf die genauen Details werde ich im naechsten Artikel hinweisen und die Orte der Lebewesen mit Bildern belegen.


Die privaten Tierheime werden von Privat Personen gefuehrt. In diesen Tierheimen herrscht ein angenehmes Klima, da die Besitzer sehr um den einzelnen Hund besorgt sind und ihm nichts Boeses wollen. Die Tiere leben in einem groesseren und deutlich sauberen Zwinger mit den richtigen Partnern als Hund zusammen. Sie bekommen regelmaessig Futter und werden aussreichend behandelt. Das grosse Ziel der Oragaisationen ist es, fuer die Hunde ein artgerechtes Heim zu finden.

Wer sich mit dem Tierschutz einmal auseinandersetzt,kommt nicht mehr davon los. Es ist extrem traurig und herzzerreissend und andererseits unglaublich wichtig , dass wir nicht unsere Augen verschliessen und denken, dass man sowieso nichts daran aendern koennte. Denn man kann es und wie man es kann!! In diesem ersten Teil habe ich grob das Ganze zusammengefasst und moechte in den naechsten Artikeln genauer auf die wichtigen Details eingehen. Dazu gehoren zum Beispiel, welche Organsiationen es gibt, wofuer sie da sind und was sie genau machen. Was wir Aussenstehenden alles fuer Moeglickeiten haben ein paar Tieren den sadistischen Tod zu ersparren. Auch moechte ich persoenliche Erfahrungen schildern , indenen man genau sehen kann, wann man nicht in eine Sitauation uebereillt eingreiffen sollte.
Hunde sind unsere groessten und treusten Freunde. Begleitet werden wir von ihnen tagtaeglich. Sie wuerden uns niemals verraten oder hintergehen. Daher sollten auch wir denjenigen helfen, die es am aller noetigsten haben und die ueber eine schuetzende Hand eines Menschens gluecklich sind.

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