Rund ums Thema Trockenfutter

Warum Trockenfutte anderst ist?

Kürzlich war ich wieder mal in einem der viele Internetforen, in denen es um Hunde und natürlich auch Hundeernährung geht. Man muss ja auf dem Laufenden bleiben. Aber eigentlich kann man meistens das Gleiche lesen, und das geht etwa so:

Pfötchenglück fragt:

Hallo Ihr Lieben, ich möchte meinem Hund ein besseres Futter geben als er jetzt hat, er mag es auch nicht mehr so. Ich schwanke zwischen Bellos Glück und Wauzis Leckerschmaus (Achtung, erfundene Futternamen, führt Myluckydog nicht). Was meint ihr denn so? Wer hat Erfahrung mit einem dieser Futtersorten und kann mir berichten?

Wenn Pfötchenglück Glück hat, meldet sich immerhin jemand, der seinem Hund entweder Bellos Glück oder Wauzis Leckerschmaus füttert und tatsächlich über seine Erfahrungen berichtet. Auch wenn ihr das nicht viel nutzen wird, denn diese Erfahrungen sind leider gar nicht übertragbar. 

Nutellabrötchen im Futter

Viel wahrscheinlicher ist aber, dass sich ein BARFER oder eine BARFERin meldet mit etwa diesen Worten: Keins von beiden, es sei denn, du willst deinen Hund mit jede Menge Getreide oder Zucker vergiften. 

Pfötchenglück ist entsetzt, das will sie natürlich nicht, sie will doch ein gutes Futter für ihren Hund. Kürzlich schrieb eine Forumsteilnehmerin, weil sie an der gefühlten 10. Stelle in der Auflistung der Zutaten eines Trockenfutters Zuckerrübenschnitzel las, dann könne man ja dem Hund gleich ein Nutella-Brötchen geben. 

Ich habe mir schon ganz oft vorgenommen, mich in solche Diskussionen gar nicht mehr einzuschalten, aber Hundefreunde wie Pfötchenglück tun mir dann einfach leid, denn solch eine Antwort haben sie nicht verdient. Deswegen schreib ich es jetzt hier auch noch mal:

Getrocknet und extrudiert ist manches besser verdaulich

Ein Trockenfutter ist ein Trockenfutter und ja, es ist ein industriell hergestelltes Produkt und ja, es enthält meist sehr viel Kohlenhydrate. Und ja, es ist auch ein Geschäft – ist das verboten? Wenn wir die gleichen Mengenverhältnisse frisch in einen Hundenapf füllen würden, also ein paar Schaufeln: Mais, Reis, Kartoffelmehl und dann die paar Stückchen Schlachtabfälle daneben… 

Aber Trockenfutter hat eben den riesengrossen Vorteil, dass durch die Produktionsverfahren die Kohlenhydrate ordentlich aufgeschlossen werden, sodass der Hund sie gut verdauen kann. Und auch die im Trockenfutter nur selten vorkommenden Muskelfleisch-Stücke -also die Schlachtabfälle -ebenfalls so aufbereitet werden, dass Bello und Wauzi das eigentlich ganz gerne mögen und in den allermeisten Fällen auch gut vertragen. Selbst wenn viele Kommentare in den einschlägigen Foren etwas ganz anderes behaupten. Deswegen ist Fertigfutter auch relativ preiswert im Vergleich zu frischen Fleisch oder gar Fleisch, das schon gekocht und in Dosen gefüllt würde. Natürlich ist es trotzdem gut, wenn eher mehr als weniger Fleisch im Trockenfutter ist, aber so viel wie im BARF-Napf – ne, das bleibt ein Traum, der schon aus produktionstechnischen Gründen nicht geht. 

Liebe BARFER, lasst also bitte die Trockenfütterer in Frieden, ausser sie wollen gerne mehr übers BARFEn wissen, dann ist es ok. Und liebe Trockenfütterer, wenn ihr nun mal keine Lust habt, eure Tiefkühltruhe mit rohem Fleisch zu füllen – oder gar keine habt – und Gemüse zu pürieren und Pülverchen dazu zu geben und das alles noch auszurechnen, damit es stimmt und euer Hund mit den trockenen Kügelchen ganz glücklich und gesund ist, dann lasst euch nicht verrückt machen. Es ist absolut in Ordnung, andere machen es auch, ganz viele sogar.

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