Natürliche Hundeernährung

Auf der Suche nach der Natur in der Hundeernährung

Jetzt begebe ich mich auf ein Minenfeld – leider, muss ich sagen, denn eigentlich wäre es besser, man würde voneinander lernen anstatt sich zu bekriegen.

Hunde-auf-Wiese-Natur

Aber von vorne: Als ich begann, mich für Hundeernährung zu interessieren und das beste Futter für meinen Hund zu finden, begegnete ich immer wieder der Aussage, dass die meisten Fertigfutter schon alleine aus dem Grund abzulehnen seien, weil sie künstliche Vitamine und Mineralstoffe enthielten. Diese machen angeblich die Hunde krank und lösten Allergien aus. Überhaupt habe sich die Ernährung nach der des Wolfes zu richten, also einem Beutetier so ähnlich wie möglich zu sein.

Stimmt das so? In meiner Ausbildung zur Ernährungsberaterin hatte ich die Möglichkeit, zwei auf Ernährung spezialisierte Tierärztinnen, die eine leitet das Institut für Tierernährung am Unispital Zürich, danach zu fragen. Diese erklärten uns erst einmal, dass erstens unsere Hunde sich auch vom Verdauungssystem her ziemlich weit vom Wolf entfernt hätten und ausserdem: Natur wäre dann, einem Hund ein Beutetier, also z.B. ein ganzes Kaninchen mit Haut und Haaren und allem zu servieren. Alles andere ist ein Kompromiss. Und auch die Ernährung mit Trockenfertigfutter sei erwiesenermassen genauso geeignet wie selber kochen oder Barfen. Und Fertigfutter bedeute immer den Zusatz von synthetischen Vitaminen und Mineralstoffen, da die natürlicherweise in den Zutaten vorhandenen Vitamine im Verarbeitungsprozess zumindest zum grossen Teil zerstört würden.

 

Werden die synthetischen Vitamine und Mineralien gleich gut aufgenommen?

Mit dieser Aussage lebte ich eigentlich ganz gut. Es gibt dann logischerweise auch vitaminisierte Mineralpulver, mit denen man eine selbst gekochte oder eine BARF-Ration so ergänzen kann, dass von allem genug drin ist. Man kann sie exakt dosieren. Leichte Zweifel aber bleiben, denn es gibt immer wieder Vertreter einer natürlichen oder artgerechten Ernährung, die darauf beharren, dass die Werte, die wir mit der Vitaminisierung des Futters erreichen wollen, gar nicht so gesichert sind und dass man auch nicht genau wisse, ob die zugeführten synthetischen Stoffe auch vom Körper so aufgenommen werden. Das hört sich nicht vollkommen unsinnig an, und dass es nicht weiter erforscht wird, kann natürlich durchaus daran liegen, dass die Tier-Ernährungsforschung fest in der Hand der Futtermittelfirmen ist und diese kein so grosses Interesse daran haben, dass man herausfindet, dass ihre synthetischen Vitamine und Mineralstoffe gar nicht so gut wirken.

 

Natürliches, transparent deklariertes Kombimittel gesucht!

Und wenn man nun ein Ergänzungsmittel fände, dass aus lauter natürlichen Stoffen zusammengesetzt ist und dieses nachträglich, also nach der Erhitzung oder eben zu einer BARF-Ration geben würde? Mit Einzelkomponenten geht das ja, nur hat man dann schnell einmal vier oder fünf Dosen zusätzlich in der Küche stehen und braucht für einen kleinen Hund meistens nur noch Mengen im Messerspitzenbereich oder liebe noch eine Briefwaage.

Ich machte mich auf die Suche und wurde ziemlich enttäuscht. Die meisten natürlichen Ergänzungs-Mittel für Selbstkocher und Barfer, in denen angeblich alles drin ist, was der Hund neben Fleisch und Knochen so braucht, sind nach einer mir rätselhaften Rezeptur zusammengemischt, deren Sinn und Zweck mir auch die Hersteller nicht erklären wollen oder können. Allerlei wohlklingende Kräuter sind drin – aber was bringen sie? Versorgen sie meinen Hund mit Kalzium, wenn ich keine Knochen füttern kann oder will? Ist Vitamin A und D drin – äusserst unwahrscheinlich bei einem rein pflanzlichen Produkt  - und wenn ja, wie viel, wenigstens ungefähr, damit ich weiss, ob ich noch zusätzlich Innereien füttern kann oder sogar muss? Darüber gibt es meistens keine Auskunft. Der Vertreter einer Firma erklärte mir rundweg, das hätte mich nicht zu interessieren, es sei alles Natur und da könne gar nichts schief gehen. Die Natur habe immer Recht und die Wölfe ja auch keinen Rechenschieber dabei gehabt, wenn sie auf Nahrungssuche gingen.

 

Alles Natur?

Mich machen solche Antworten wütend und traurig, denn wir Tierbesitzer werden hier nicht ernst genommen. Was heisst schon alles Natur? Dann kann ich auch einen Grasbüschel trocknen und teuer verkaufen, denn Gras hat’s wahrscheinlich im Beutetier auch gehabt. Ich wünsche mir die Transparenz und das Know How darüber, warum welche natürlichen Stoffe in welchen Mengen zusammengemischt werden. Manche versuchen einen Mittelweg einzuschlagen und mischen natürliche Bestandteile mit zum Teil zugesetzten Vitaminen, auch da lässt die Deklaration derjenigen Vitamine und Mineralstoffe, die aus den natürlichen Bestandteilen stammen, meist zu wünschen übrig. Immerhin hat man dort Anhaltpunkte, was überhaupt abgedeckt sein könnte, wenn auch nicht genau wie viel wovon. Diese Mittel erkennt man daran, dass Zusatzstoffe mit Mengenangaben aufgeführt sind.

Mein Rat: Im Moment müsst ihr euch leider entscheiden. Entweder Einzelkomponenten wie Lebertran, Eierschalen oder Knochenmehl, Seealgen, Bierhefe….zur selbst gekochten Ration dazugeben oder ein synthetisches Präparat, das dafür nach dem heutigen Kenntnisstand sinnvoll gemischt ist oder ein Kombi-Naturprodukt, bei dem ihr drauf hoffen müsst, dass die Hersteller das irgendwie im Griff haben oder die Bedarfswerte, nach denen wir uns in der Ernährungsberatung üblicherweise richten, eh nicht so genau stimmen. Bei der zuletzt genannten Methode braucht man entweder recht profunde Kenntnisse darüber, welche Vitamine und Mineralstoffe überhaupt in den angegebenen Zutaten sind oder grosses Vertrauen in die Herstellerfirma, die ja oft auf jahrelange positive Erfahrungen mit ihren Produkten berufen. Es gibt für jede Methode Pro und Contra und hier im MyLuckyDog Online-Shop für jeden das passende Produkt.

 

Anja Marti-Jilg, futterratgeber.ch

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