Morbus Addison – Was sollte man über diese Krankheit wissen?

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Es gibt sehr viele Erkrankungen und davon sind einige sehr häufig andere eher selten. Morbus Addison gehört eher zu den seltenen Krankheiten bei Hunden. Trotzdem kann es sehr nützlich sein, die Symptome dieser Krankheit zu kennen um eine Erkrankung so schnell als möglich zu identifizieren und zu behandeln. Was Morbus Addison genau für eine Erkrankung ist und wie man den erkrankten Hund behandeln muss, erfährst Du in diesem Blog:

Morbus Addison oder auch Hypoadrenokortizismus – Um was handelt es sich?

Das hauptsächlich betroffene Organ beim Morbus Addison ist die Nebenniere. Die Nebennieren, die bei unseren Hunden in der Nähe der Nieren liegen und etwas kleiner sind, produzieren zwei lebensnotwendige Substanzen, um die es genau bei dieser Erkrankung geht. Diese beiden Hormone namens Glukokortikoide und Mineralokortikoide gelangen von den Nebennieren ins Blut und verteilen sich somit im ganzen Körper. Grob gesagt wirken beide auf die Zellfunktionen der Körperzellen ein. Diese beiden Hormone werden also im ganzen Körper genau in den richtigen Mengen benötigt, andernfalls funktioniert der Körper nicht so, wie er sollte. Bei Morbus Addison ist eben dies der Fall. Zuerst wollen wir aber genauer betrachten, was die Aufgaben dieser beiden Hormone sind:

Glukokortikoide und deren Aufgabe im Körper:

Zu den Glukokortikoiden zählt zum Beispiel das sicher allen bekannten Kortisol. Kortisol ist extrem wichtig für das Wohlbefinden unseres Hundes, denn zu den Aufgaben der Glukokortikoiden gehört es, den Appetit zu stimulieren und das Immunsystem zu regulieren, also zwei lebenswichtige Funktionen. Zu viel oder zu wenig Kortisol im Körper führt zu schwerwiegenden Problemen, da dann diverse wichtige Körperfunktionen gestört sind. Beim Morbus Addison ist es der Fall, dass zu wenig Glukokortikoiden vorhanden sind.

Mineralokortikoide und ihre Funktion im Körper:

Auch die Mineralokortikoide haben lebenswichtige Funktionen im Körper unseres Hundes. Sie steuern und kontrollieren zum Beispiel die Konzentrationen von Natrium und Kalium im Körper. Auch hier ist es der Fall, dass zu wenige oder zu viele dieser Hormone zu schwerwiegenden Problemen führen können. Beim Morbus Addison hat man auch von den Mineralokortikoiden zu wenige.

Was passiert genau beim Morbus Addison?

Die häufigste Ursache des Morbus Addison ist die Zerstörung der beiden Nebennieren durch das Immunsystem des eigenen Körpers. Durch die Zerstörung der beiden Nebennieren, wird auch die Produktion der oben beschriebenen Hormone zerstört und somit die lebenswichtigen Funktionen des Körpers nicht mehr erfüllt. Morbus Addison ist also eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper nicht die zu zerstörenden Fremdkörper vernichtet, sondern versehentlich wichtige Organe zerstört. Die Ursache für solche Fehler des Immunsystems ist bis heute nicht vollständig geklärt. Sicher ist nur, dass diese Erkrankungen sehr verheerend sind und wenn man nicht handelt schnell auch zum Tod führen. Seltenere Ursachen für Morbus Addison sind Tumore oder Infektionen, die in die Nebennieren eindringen und diese zerstören oder die Zerstörung der Organe durch Durchblutungsstörungen.

Wie sehen die Symptome dieser Autoimmunerkrankung beim Hund aus?

Am häufigsten wurde dieser Erkrankung bisher bei jungen und mittelalten, weiblichen Hunden gefunden, sie kann aber Hunde jeden Alters und Geschlechts treffen. Auch eine Kastration hat keinen Einfluss auf diese Krankheit. Es gibt Hunderassen, die anfälliger auf diese Erkrankung sind als andere und deshalb besonders häufig betroffen sind. Dazu gehören zum Beispiel der Labrador, der Rottweiler, der Flat Coated Retriever und der Bearded Collie. Es können aber auch alle anderen Rassen betroffen sein. Die Symptome der Krankheit entwickeln sich meist über Wochen und Monate hinweg und zeigen sich oft in mehreren verschiedenen Problematiken. Dazu gehören verminderter Appetit, Erbrechen, Durchfall, starke Müdigkeit, Gewichtsverlust, Muskelschwäche und vermehrtes trinken und urinieren. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit können Hunde auch vermehrt zittern und im Notfall auch zusammen brechen. Dieser schockähnliche Zusammenbruch wird als Addisonkrise bezeichnet und ist eine absolute Notfallsituation.

Die Behandlung von Morbus Addison:

 

Viele der Symptome sprechen nicht eindeutig für Morbus Addison, weshalb zur Identifikation der Krankheit im frühen Stadium ein Bluttest erforderlich ist. Wenn der ACTH- Stimulationstest diese Erkrankung nachweist, ist eine lebenslange Therapie für den Hund notwendig. Patienten die einen Notfall erlitten haben, müssen zuerst stationär in einen stabilen Zustand gebracht werden, dann kann mit der Langzeittherapie begonnen werden. Dabei werden Hormonpräparate verwendet, die die Funktion der Nebennieren ersetzen. Die Dosen für Hunde sind leider relativ hoch, was die Behandlung sehr teuer macht. Trotz dem Kostenpunkt ist die Behandlung aber fast immer erfolgreich und die erkrankten Tiere können ein vollständig normales Leben führen.

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