Mein Hund ist ständig überdreht und kommt selten zur Ruhe

Mein Hund ist ständig überdreht und kommt selten zur Ruhe

 

Ein gesunder, aktiver Hund ist wohl die Hoffnung jedes Hundehalters. Doch wann gilt aktiv eher als dauerhaft überdreht, sogar hyperaktiv? Doch wie kann man als Hundehalter die Ruhephasen des Hundes gezielt fördern?

 

Hyperaktiv, überdreht erzogen oder rassespezifisch normal?

Zuerst ist es wichtig, sich den Hund in und ausserhalb seines Umfeldes genau anzuschauen- idealerweise mit der Unterstützung einer kompetenten Fachperson für eine Erstabklärung. Zeigt der Hund, ein für seine Rasse und sein Alter typisches Aktiv-Verhalten? Dann lohnt es sich nicht, den eigenen Foxterrier, mit dem Bernhardiner der Kollegin zu vergleichen! Wie, Wann, in welchen Situationen und in welchen Dimensionen sind Unterschiede festzustellen? Erst eine Beantwortung dieser Fragen, ergibt dann ein genaues Profil des Hundeverhaltens. Aus diesem Profil lassen sich dann spezielle Trainingspläne ableiten. Oft steht bei aktiven Hunden und Kindern schnell die Selbst-Diagnose AD(H)S im Raum. Diese Diagnose sollte jedoch nie vorschnell abgegeben werden. AD(H)S bezeichnet eine psychische Störung, die sich durch Probleme in der Aufmerksamkeit- und Konzentration, der Impulskontrolle sowie der Hyperaktivität äussert. Diese Störung kommt jedoch seltener vor, als man vermutet. Meist liegen Aufzucht- Halte- und Erziehungsfehler vor, die das hyperaktive Verhalten stetig fördern.

 

Hausordnung und Tagesstrukturen

„In Freiheit erzogen“ ist generell als grenzwertig zu betrachten. Denn gerade bei unruhigen, unsicheren Hunden ist eine konsequente Erziehung mit klaren Regeln nötig, um den Tieren Sicherheit zu geben. Es lohnt sich also eine Art „Hausordnung“ einzuführen bzw. zu überdenken. Ein geregelter Tagesablauf mit festen, Strukturen und vorgegebenen Ruhephasen ist daher sehr sinnvoll. Viele Hundehalter empfinden es als „Liebe“, wenn der eigene Hund sie im Haus auf Schritt und Tritt verfolgt bzw. verfolgen darf. Dies ist allerdings eine Form der Kontrolle. Diese kann durch Ruhevorgaben auf dem zugewiesenen Schlafplatz unterbunden werden. Ein „normaler“ Hund döst am Tag gute 16- 18 Stunden und hat im Gegensatz zu uns Menschen wenige Tiefschlafphasen. In den Schlaf-bzw. Dös- Phasen verarbeitet unser Vierbeiner all seine gemachten Erlebnisse, speichert diese in der richtigen „Schublade“ ab, um dann wieder ein offener, aufnahmebereiter, wesenssicherer Vierbeiner sein zu können. Ein „zur Ruhe kommen lassen“ ist daher für überdrehte, aktive Vierbeiner kein Dürfen, sondern eine freundliche Pflicht.

 

Aufmerksamkeitsheischendes Verhalten minimieren

Häufig wird überdrehtes, aktives Verhalten zudem noch gefördert, in dem der Hund in falschen Momenten Aufmerksamkeit erhält. Häufig bestimmt unser Vierbeiner unbemerkt, wann gespielt, gefüttert, gestreichelt oder spazieren gegangen wird. Zudem haben diese Hunde ein „Pfötchen“ dafür, Ihre Besitzer zu „manipulieren“ und herauszufordern z.B. über Beissen in die Leine, Hochspringen am Besitzer beim Laufen, stetiges Vorauslaufen im grossen Radius, um abgerufen zu werden, Stöckchen vor die Füsse legen, etc. Idealerweise sollten diese richtigen Verhaltensweisen allerdings vom Hundehalter erkannt und bestätigt werden. Alles Unerwünschte kann durch Ignorieren und Korrektur vermindert und sogar ganz abtrainiert werden.

 

Korrekte Auslastung fördern

Wichtig ist jedoch, nicht zu vergessen, dass gerade unsere aktiven Vierbeiner den „will to please“ haben. Das bedeutet, unsere Vierbeiner möchten uns gefallen und sie wollen beschäftigt sein. Dann lassen wir sie doch arbeiten! ;) Es gibt viele Möglichkeiten den Hund zum Training zu motivieren, ob man nun das Hauptfutter an das Training knüpft oder den Hund mit dem Leckerli belohnt, das bleibt jedem selbst überlassen. Aber auch hierbei sind feste Strukturen und ein konsequentes Verhalten Grundvoraussetzungen für ein erfolgreiches Training. Ein paar Anregungen sind z.B. die Futtervergabe über den Futterbeutel, Kleinstobjektsuche, Revier- oder-Fährtenarbeit, Mantrailing, etc. In der heutigen Zeit gibt es so viele Möglichkeiten zum Trainieren, dass mit Sicherheit für jeden Hund- und Hundehalter das Richtige dabei ist.

 

Futter kontrollieren

Zu guter Letzt, lohnt es sich, das gegebene Hundefutter zu überprüfen. Gerade Markenhersteller, die für „einen aktiven Hund“ werben, weisen meist extrem hochgestochene Rohprotein, Fett- sowie Kohlenhydrate- Werte in Form von verstecktem Zucker auf der Packung aus. Es lohnt sich, dies genauer zu prüfen… 

 

Mehr Infos unter www.doglife.ch

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