Mein Hund ist herzkrank – kann ich ihm mit der Ernährung helfen?


Ja, es gibt ein paar Dinge, die man beachten muss, wenn der Hund an einer Erkrankung des Herzens leidet. Viele ältere Hunde sind von einer reduzierten Herzleistung betroffen. Es gibt verschiedene Formen und Ursachen, aber am Ende geht es immer darum, den Herzmuskel zu stärken und übermässige Kreislaufbelastungen zu reduzieren.

Achtung Salzgehalt!

Regel Nummer eins lautet dabei: Runter mit dem Salzgehalt im Futter. Der Natriumgehalt sollte bei einer Herzinsuffizienz deutlich reduziert sein. Gewöhnliche Trockenfertigfutter fallen damit aus dem Rennen, ihr Natriumgehalt ist immer viel zu hoch. Bei den Trockenfuttern bleiben dann nur noch ein paar Spezialfutter vom Tierarzt, die aber gerade wegen des stark reduzierten Salzgehalts oft nicht so gerne gefressen werden und sehr teuer sind. Da es oft alte Tiere betrifft, die ohnehin Trockenfutter nicht mehr so gerne fressen, weil es zu hart ist und zu wenig Geschmack hat, heisst es spätestens jetzt, die Ernährung auf selbst gekochtes Fleisch oder gute Reinfleischdosen, die tadellos deklariert sind, umzusteigen. Barfer sind hier wieder klar im Vorteil, denn reines Fleisch, Knochen und Gemüse enthält nie zu viel Natrium.

Zu meiden sind dabei so genannte Alleinfutter, in denen z.B. Reis und Gemüse schon enthalten sind. Einige Futterhersteller fügen zum Beispiel salzhaltige Brühe hinzu oder konservieren mit Salz, ohne dass dies deklariert würde. Wer ganz sicher sein will, fragt beim Hersteller nach und zwar gleich den Natriumgehalt, der praktisch nie angegeben wird. Wir mussten selber schon die Erfahrung machen, dass er bei mehrfachem Nachfragen zugegeben wurde, dass dem Futter Salz als Konservierungsmittel beigegeben wird, wodurch der natürliche Salzgehalt der enthaltenden Fleischsorten locker um das mehrfache ansteigt. Die Firma Lunderland versichert aber zum Beispiel, dass nur so viel Salz in ihren Fleischdosen enthalten ist wie die jeweilige Fleischsorte von Natur aus hat. Terra Canis deklariert auf Anfrage seine Futter komplett. Auch hier ist der Natriumgehalt tief genug.

Geeignete Supplemente

Wer reine Fleischdosen verwendet, muss sie mit Kohlenhydraten, Gemüse sowie Vitaminen und Mineralien ergänzen. Dabei sollten die wasserlöslichen Vitamine und Vitamin E deutlich überdosiert werden. Es empfiehlt sich ein detaillierter Futterplan von einer Fachperson.

Die neuere Forschung hat zudem ergeben, dass die Ergänzung der Futterration mit L-Carnitin und Taurin, zwei wichtigen Aminosäuren sowie Selen, bei Herzinsuffizienz sinnvoll ist. Auch hier sollte man sich beraten lassen, welches Präparat in welcher Dosierung nützt. Auch Weissdornextrakt kann helfen, dass das Herz besser arbeitet und Hundi wieder etwas fitter ist. Es gibt auf dem Markt einige Kombipräparate, in denen alle diese Stoffe enthalten sind. Meistens ist aber das L-Carnitin nicht hoch genug dosiert und es sind zu viele andere Vitamine und Mineralien drin, so dass man die Dosis auch nicht einfach erhöhen kann.


Anja Marti-Jilg, Futterratgeber.ch

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