Mein Hund frisst draussen jeden Mist! Was kann ich tun?


Generell muss man bedenken, dass der Hund ein Lebewesen mit Entwicklungsphasen ist und wie ein Kleinkind eine orale Phase (alles muss ins Maul genommen werden) durchläuft.

Zudem hat der Hund keine Hände, mit denen er die verschiedenen Dinge des Lebens erkunden kann. Er muss somit alles in seine Schnauze nehmen und auf Essbarkeit, Beschaffenheit und Struktur untersuchen. Nur so weiss er nach einiger Zeit, dass ein Stein eben nur ein Stein ist. Es ist wichtig, den Hund in dieser Phase seinen Entdeckungsdrang nachgehen zu lassen - ein stetiges Abklemmen seiner Handlungen fördert nur das Herauszögern der oralen Phase, sowie das Lernen, dass „Mistfressen“ falsche Aufmerksamkeit des Hundehalters nach sich zieht. Lassen Sie Ihren Vierbeiner daher im ersten Jahr mehr Möglichkeiten zum Probieren und gehen Sie nur dazwischen, wenn Ihr Hund definitiv etwas frisst und nicht nur ausprobiert, sowie bei gefährlichen Sachen.


Umgang mit Mistfresser

Unser Hund soll nicht lernen, dass er nur fressen kann, wenn der Hundehalter weit weg ist oder es nicht sieht. Diese Hunde laufen dann weiter voraus, schlagen blitzschnell zu und würgen das Fressbare hinunter. Damit diese Fehlverknüpfung nicht entsteht, sind Fressmomente draussen idealerweise anonym zu korrigieren. Warnen Sie den Hund dafür nicht durch ein Nein oder ein Signal vor, sondern werfen Sie ihm sanft anonym z.B. eine kleine Colaflasche gefüllt mit Steinen an den Körper an bzw. in seine Nähe. Er wird kurz erschrecken und Sie anschauen. Gehen Sie nun ganz normal ohne Aufsehen weiter und nehmen Sie dabei die Flasche mit. Das ganze muss mehrere Male wiederholt werden. Bald verknüpft der Hund die Flasche mit dem Mistfressen draussen- nicht mit Ihnen- und stellt die Handlung ein. Zudem wäre es sinnvoll, den Hund nun positiv mit Lob und Futter zu unterstützen, wenn er an sonst früher gefressenen Sachen, nun neutral vorbeigeht bzw. vorbeigeht und diese nur anschaut.

Hunde sind Allesfresser und sind als frühere Beutereisser im Inneren darauf getrimmt, Nahrung zu finden, zu jagen und zu fressen. Für einen Hund, ist an findbaren Sachen fast alles verwertbar. Er kennt keinen Ekel, denn selbst Kot von anderen Tieren, enthält noch Faserstoffe, Mineralien und Vitamine. Es ist daher für einen Hund normal, z.B. Pferdeäpfel zu fressen und zu mögen- auch wenn wir es verbieten. Komplett unbedenklich ist es, wenn Ihr Hund Gras frisst. Dies schützt den Hundemagen vor Übersäuerung und spendet viele Vitamine.


Hilfe bei unkontrolliertem Fressen

Hunde, die alles in sich hineinstopfen, sollten vordergründig von einer Trainerin/ Trainer begutachtet werden. Es könnten organische Ursachen vorliegen, Futterprobleme oder Probleme im innerartlichen, zwischenartlichen oder Umweltbereich. Auch müssen gemachte Fehlverknüpfungen ausgeschlossen werden können.

Generell sollte man Fress-Hunde nicht unkontrolliert laufen lassen. Es empfiehlt sich eine Leine bzw. Schleppleine/ Rollleine oder im Freigang ein gut sitzender Maulkorb, der vorher gut angewöhnt worden ist. Beides schützt den Vierbeiner vor gefährlichen Sachen und lässt ihn das Problemverhalten nicht noch häufiger zeigen bzw. ausführen und somit Erfolg haben.


Zudem sollte ein Anti- Fress- Training gestartet werden. Der Hund soll lernen, nur noch Sachen zu nehmen bzw. zu fressen, die direkt vom Hundehalter bzw. vom Mensch an ihn gegeben werden.  


Das wichtigste jedoch ist und bleibt ein korrektes Kommando „Aus“. Auf diesen Befehl hin, hat der Vierbeiner alles herzugeben bzw. fallen zu lassen, was sich in einer Hundeschnauze befinden kann. Üben Sie dies regelmässig, auch auf Distanz, mit Spielzeug, festem Futter (Knochen), losem Futter (Trockenfutter) und Weichfutter (Wurst, Brötchen, etc.). Belohnen Sie den Hund bei Erfolg.



In Zeiten von Giftattacken, jüngst vor 1 Monat wieder im Raum Wettingen, ist leider kein Hund mehr sicher- einem vergifteten Würstchen kann kaum ein Hund wiederstehen. Es empfiehlt sich daher, selbst Hunde ohne Problemverhalten, mit Leine oder Maulkorb zu führen, bis die Gefahr vorbei ist.

En Guete….

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