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Mein Handicap-Hund

Hallo Zusammen, heute ein Gastbeitrag von meiner guten Freundin Jasmin, viel Spass!

Seit mittlerweile fast genau 4 Jahren gehört die wunderschöne Joy zu meinem Leben. Für mich ist sie perfekt, aber Joy lebt seit ungefähr 8 Jahren mit einem Handicap.

Die kleine AmStaff-Hündin hat bei einem Jagdunfall das linke Vorderbein verloren, respektive so stark verletzt, dass es später in der Klinik amputiert werden musste.

Gründe für eine Amputation gibt es viele. Selber kenne ich aus meinem Freundeskreis 2 Fälle in denen eine Amputation als Option vorgeschlagen wurde oder sogar noch durchgeführt wird. Im ersten Fall war die Diagnose Knochenkrebs. Ich selber bin kein Tierarzt, aber scheinbar verbreitet sich diese Art von Krebs nicht weiter, wenn dass betroffene Bein in dem Krebs angesiedelt ist, amputiert wird. Eine andere Ursache für eine Amputation kann auch ein Unfall sein. Im Fall einer lieben Freundin ist dies das Problem. Als ihre Hündin einen Unfall mit einem Auto hatte, wurde der Knochen so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass nun leider doch amputiert werden muss.

Oft werde ich selber auch mit dem Thema konfrontiert und mir wird die Frage gestellt ob man einen Hund so am Leben lassen sollte oder ihn nicht besser erlöst. Diese Frage ist natürlich absolut berechtigt und sicherlich gilt es Pro und Kontra abzuwägen, bevor man eine Entscheidung trifft.

Joy wird im Juni diesen Jahres 12 Jahre alt. Als ich sie vor 4 Jahren zu mir genommen habe, hätte ich nie gedacht, dass sie noch länger als ein Jahr leben würde. Aber unterdessen ist ihr Name (Joy = Freude) Programm und die alte Dame hat mehr Lebensfreude in sich als mancher anderer, jüngerer Hund und sie steckt einiges weg. Eine kleine Kämpferin. Hat man einen Jungen, so Lebensfrohen und starken Hund vor sich würde ich warscheinlich eine Amputation in Betracht ziehen.

Vor einer Amputation muss man sich im Klaren sein, dass man zwar den selben Hund mit nach Hause nimmt, aber sich dennoch ein paar kleine Sachen verändern.
Für mich war und ist das wichtigste, meine Einstellung gegenüber dem Hund. Hunde sind uns Menschen nämlich einiges voraus, auch wenn wir das oft vergessen oder nicht warhaben wollen. Ein Hund steht nicht auf am Morgen, sieht an sich herunter und sieht sich als hässlich, als arm oder als Versager. Ein Hund steht auf und lebt, geniesst, spielt... Mit unserem Mitleid kann dieser nicht umgehen. Wir Menschen müssen also lernen, unsere Dreibeiner als vollwertige Hunde anzusehen.
Klar, nach der Operation braucht dieser ein paar Tage, vielleicht eine oder zwei Wochen um sich an die neue Situation zu gewöhnen, aber er wird das meistern. Mit einem speziell angefertigsten Geschirr kann ich ihn unterstützen. Klar, unser dreibeinige Hund fällt öfters mal auf die Nase. Na und? Das sind Erfahrungen die er nun neu sammeln muss. Er wird es lernen.
Auch ist klar, dass das Skellet eines dreibeinigen Hundes anders belastet wird und gewisse Gelenke einer höheren Abnutzung ausgesetzt sind. Aber auch das ist eigentlich kein Problem. Mit einer angepassten Ernährung, ein bisschen Vorsicht und allenfalls einer therapeutischen Unterstützung kann man da gut entgegenwirken. Als Therapien empfehlen sich Dorn- oder Physiotherapie, ebenso wie das Unterwasserlaufband, Massagen etc.

Als Anprechspartner empfielt sich da sicherlich auch Susanne Karrer vom Verein für behinderte Hunde hier in der Schweiz.
Es wird immer häufiger sein, dass Dir Hunde mit Handicap begegnen werden. Auch in Hundebegegnungen muss das Handling der Hunde angepasst werden. Aus eigener Erfahrung reagiert ein Hund mit einem Handicap unter Umständen anders auf fremde Hunde. Meine Joy zum Beispiel findet Angriff sei die beste Verteidigung und auch ein geeignetes Mittel um zu zeigen, dass man noch ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft ist.

Trotz den drei Beinen kann Joy Spaziergänge auf ebener Erde von bis zu fast 2 Stunden mit mir machen.
Selber uterstütze ich Joy mit kleinen Alltagshelfern damit sie gesund und fit durch den Tag mit mir kommt. Vorallem im Winter creme ich Ihre Pfoten mit Pfotenbalsam ein. Zudem Hat sie ein Ortobed bekommen und einen erhöhten Napf mit Ständer.

Falls Ihr also mal auf einen dreibeinigen Hund trefft oder selber vor diese Entscheidung einer Amputation gestellt werdet, wägt ab und urteilt nicht vorschnell. Dreibeiner können nämlich auch ganz schön cool sein ;)

Einen schönen Start ins neue Jahr,
Jasmin mit Joy

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