Megaösophagus beim Hund – Wie können mögliche Massnahmen aussehen?

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Unter dem Begriff Megaösophagus versteht man eine Erkrankung der Speiseröhre bei der diese krankhaft erweitert ist. Wer genaueres zu den Ursachen und dem Erscheinungsbild der Krankheit wissen möchte, kann vor diesem Artikel den letzten Blog zum Thema Megaösophagus lesen. Im heutigen Blog soll es darum gehen, wie man einem erkrankten Hund das Leben mit dieser unangenehmen Krankheit erleichtern kann und seine Lebensqualität erhalten bleibt. Die meisten Massnahmen sind sehr zeitaufwändig und brauchen Geduld, aber anders ist diese Krankheit leider nicht zu bekämpfen. Für jeden Hund ist eine andere Kombination von Massnahmen nötig um im ideal zu helfen, weshalb es hier kein richtig oder falsch gibt.

Die Konsistenz und Zusammensetzung des Futters:

Es ist naheliegend, dass die Konsistenz und die Zusammensetzung des Futters eine sehr grosse Rolle spielt, wenn es um die Erkrankung der Speiseröhre geht. Wichtig dabei ist, dass das Futter möglichst gut durch die Speiseröhre geht und nicht hängen bleibt und hochgewürgt wird. Was die beste Fütterungsmöglichkeit für einen kranken Hund ist muss man austesten. Viele Hunde vertragen eine breiige Konsistenz des Futters am besten, andere haben mit dem Fressen kleiner Stücke am wenigsten Probleme. Trockenfutter wird dafür am besten lange eingeweicht und dann als Suppe oder Brei angeboten oder kurz vor dem Fressen mit Wasser übergossen, damit die Kroketten einzeln herumschwimmen und so gefressen werden können. Falls Nassfutter oder selber Gekochtes gegeben wird kann man ähnlich verfahren. Als Futtermittel vermieden werden sollten harte Hundesnacks und Öle, da diese zu weiteren Komplikationen führen können.

Die Fütterungsposition – Im besten Fall ist die Speiseröhre beim Fressen senkrecht:

Damit das Futter auch möglichst vollständig den Magen erreicht, sollte der Oberkörper des Hundes und die darin liegende Speiseröhre so senkrecht wie möglich sein. Ein Fressen vom Boden wie das sehr wahrscheinlich bisher der Fall war, wird nicht mehr ohne würgen und erbrechen klappen. Auch hier gibt es mehr als nur eine Möglichkeit um diesen Punkt um zu setzen. Eine Möglichkeit ist, dass Du Deinen Hund von Hand fütterst und er sich dabei hinsetzt. Das Futter sollte dann von oben in kleinen Mengen gegeben werden. Eine etwas weniger aufwendige Möglichkeit ist es einen erhöhten Fressplatz für den Hund zu schaffen. So zum Beispiel mit einer Treppenstufe. Der Futternapf sollte dann auf der obersten Stufe befestig werden, während der Hund die Pfoten auf einer mittleren Stufe aufsetzen kann und so in beinahe senkrechter Position sein Futter aufnimmt. Das Problem dabei ist aber oft, dass der Hund das Essen zu schnell herunterschlingt. Allgemein sollte ein Hund mit Megaösophagus mehrmals am Tag in kleineren Mengen gefüttert werden. Bewährt hat sich die Fütterung tagsüber alle 2-3 Stunden. Auch eignet sich für die Fütterung am besten ein eher flacher Hundenapf.

Aufrechte Position nach dem Fressen und beim Schlafen:

Nicht nur beim Fressen sollte der Hund möglichst aufrecht sein, auch direkt nach dem Essen und während der Nacht hilft es den Hund leicht hoch zu lagern. Nach der Fütterung reicht es für manche Hunde bereits, wenn sie sich einige Minuten hinsetzen oder vorne hochgehalten werden können. Bei manchen Hunden braucht es aber eine halbe Stunde oder länger bis sie die Nahrung auch wirklich behalten und nicht mehr hochwürgen. Man findet immer wieder praktische Bastelideen von Hundehaltern, die ihren Hunden einen Stuhl gebaut haben, in dem der Hund in einer aufrechten Position auf den Hinterpfoten steht und die Vorderpfoten erhöht abstützen kann. Das klingt auf den ersten Blick befremdlich, hilft aber vielen Hunden extrem! Die ganze Nacht kann der Hund aber nicht auf seinen Hinterbeinen verbringen, aber bereits ein Hochlagern des Kopfes wirkt oft Wunder. Dies macht man am besten mit einem Liege-Donut.

Wasseraufnahme erleichtern:

Nicht nur das Fressen ist oft ein Problem sondern auch die Aufnahme von Wasser. Ein Wassernapf am Boden ist für die meisten Hunde ein grosses Problem und sollte nicht mehr genutzt werden. Wenn das Futter sehr flüssig angeboten wird, kann es sein, dass das bereits ausreicht um den Durst des Hundes zu stillen, falls nicht sollte man es mit Eiswürfeln oder Gelatine im Futter probieren. Diese sorgen für noch mehr Flüssigkeit im Futter ohne dass das Futter wässriger wird. Eine weitere Möglichkeit ist eine umgebaute Trinkflasche, aus der der Hund mit erhobenem Kopf das Wasser trinken kann (vergleichbar mit einer Nagetiertränke). 

Das war eine Auswahl an Tipps, mit denen man das Erbrechen des Hundes hoffentlich etwas besser in den Griff bekommen kann und ihm so ein entspanntes Leben trotz der Krankheit bieten kann.

 

 

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(1) Kommentare

  • Super geschrieben!

    Als Hundebesitzer von einem Hund mit diesem Leiden finde ich es sehr gut geschrieben!
    Was vielleicht noch zu ergänzen wäre ist, dass die Konsistenz, welche vertragen wird, auch mal ändern kann!
    Meiner z.B kann teilweise nur flüssig (spezial Sondenkost, aber zum schlabbern ) dann wieder püriert ohne nur ein festes Stückchen drin, oder dann auch wiedermal nur Trockenfutter fressen.
    Also wenn sich das Fressen massiv verschlechtert, ruhig mal was anderes probieren...
    Wichtig ist auch immer, dass so ein Hund möglichst wenig Stress hat im Alltag, auch dies kann den Zustand verschlechtern...
    So, dies wären meinr Ergänzungen :-)

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