Magendrehung beim Hund

Magenumdrehung

Diese Art von Magenerkrankung wird von Hundebesitzern sehr gefürchtet und man hört sehr viel davon. In diesem Blog sollen diese Fragen einmal zusammengefasst und übersichtlich dargestellt werden:

Welches sind die genauen Ursachen? Welches sind Präventionsmöglichkeiten? Was geschieht im Körper des Tieres? Wie erkenne ich eine Magendrehung? Sind Erste-Hilfe-Massnahmen möglich? Welches sind die Folgen?


Verlauf, Ursachen und Prävention
Erstmal ist es wichtig die Lage des Magens im Bauchraum zu verstehen. Er hat zwei Öffnungen, welche ihn gleichzeitig in seiner Lage fixieren. Die obere Öffnung führt zur Speiseröhre, die untere zum Zwölffingerdarm. Zur zusätzlichen Stabilisierung sind Bänder zwischen Magen und Leber beziehungsweise Milz vorhanden. Der Magen wird zudem durch viele Blutgefässe versorgt. Da der Magen die Möglichkeit haben muss sich auszudehnen, sind die Bänder nicht sonderlich straff daran befestigt. Dies gibt dem Magen aber auch viele Möglichkeiten sich zu bewegen, zu verschieben oder zu drehen. Ist letzteres der Fall dreht sich der Magen mindestens einmal um seine eigene Achse. Dabei werden beide oben erwähnten Ausgänge des Magens verschlossen. Da der Magen meist gefüllt ist, stellt dies ein grosses Problem dar. Futter wird dort nämlich durch Gärung verdaut. Der Gärungsprozess verursacht bekanntlich Gase, welche in diesem Falle tödlich werden, da sie nirgends entweichen können. Die Gase bleiben also im Magen gefangen, wodurch sich der Magen immer mehr aufbläht. Auf diese Weise wird die Magenwand immer mehr belastet und kann im schlimmsten Fall sogar reissen. Dies würde zu einer Bauchfellentzündung führen, da der Mageninhalt sich ungehindert im Bauchraum verteilen würde. Neben der Magenwand erhöht sich jedoch auch der Druck auf umliegende Organe. Somit können Milz, Leber und Herz stark beschädigt werden. Durch den vorhandenen Druck werden zudem grosse Blutgefässe abgeklemmt und die richtige Sauerstoffversorgung kann nicht gewährleistet werden. Aufgrund dessen ist ein Kreislaufschock absehbar.
Wieso dies geschieht, ist meist Fehler des Besitzers. Stellt man sich diesen an zwei Punkten befestigten Magen gefüllt vor, kann daraus leicht ein Pendel werden, wenn sich der Tierkörper arg bewegt. Schnellere Gangarten mit ruckartigen Stopps oder herauf- beziehungsweise herunterspringende Bewegungen begünstigen eine Magendrehung zunehmend. Die wichtigste Regel lautet also: nach dem Essen muss mindestens eine Stunde Pause eingelegt werden und nicht gerannt werden! Was eine Magendrehung zudem fördert, sind breite und tiefe Brustkörbe (wie zum Beispiel bei Dalmatinern) in denen der Magen noch mehr Bewegungsfreiheit hat. Sind jedoch sowieso Magen- oder Darmprobleme vorhanden, besteht auch dann die Möglichkeit einer Drehung des Magens.

 

Symptome
Zum Glück sind die Anzeichen schnell zu erkennen, da ein Hund bei einer solchen Umdrehung starke Schmerzen erleidet. Während der eigentlichen Drehung kann es sein, dass das Tier kurz zusammenzuckt oder aufjault, danach wird er aber mit eingezogenem Bauch unsicher weitergehen. Meist wollen sich solche Hunde auch nicht setzen oder hinlegen, da sie den Druck dadurch erhöhen. Man wird also merken, dass der Hund sehr unruhig wird und keine passende Position findet. Mit der Zeit wird der immer weiter wachsende Bauch erkennbar, der auch hohl klingt, wenn man dagegen klopft. Manchmal versuchen sie instinktiv zu brechen, können aber nicht, da auch der Speiseröhre-Eingang abgeklemmt ist. Da Organe, wie Herz und Lunge, mit betroffen sind, lassen sich auch Veränderungen beim Puls und der Atmung erkennen. In einem bereits von mir geschriebenen Blog findet ihr die Normwerte und die Anleitung zur Überprüfung derer.

 

Was ist zu tun?
Im Fall der Magendrehung empfehle ich schnellstmöglich einen Tierarzt aufzusuchen und diesen bereits schon vorher über Eure Ankunft informieren. Somit wird eine Notoperation hoffentlich schnellstmöglich gewährleistet werden. Das Risiko hierbei ist, dass man nicht weiss inwiefern die Drehung bereits Schaden angerichtet hat. Öffnet man die Bauchhöhle und findet man einen schwarz gefärbten Magen vor, ist eine Rettung des Tieres höchst unwahrscheinlich und es wird ein Euthanasieprozess eingeleitet. Anstatt den Bauchraum zu öffnen, gibt es zudem die Möglichkeit einer Punktion. Dabei wird eine Hohlnadel direkt von aussen in den Magen gestochen, um eine Gasentleerung zu gewährleisten. Hatte der eigene Hund bereits einmal eine Magendrehung, ist die Chance danach hoch noch einmal diese Schmerzen erleiden zu müssen. Deshalb ist es gut möglich, dass Euer Tierarzt Euch den Punktionsablauf erklärt, damit Ihr Eurem Tier im Notfall Erste Hilfe leisten könnt.

Ich hoffe Euch mit diesem Blog einige Fragen beantwortet zu haben und kann nur sagen: Geht nicht mit gefülltem Magen spazieren!

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(1) Kommentare

  • Magendrehung beim Hund

    Viele Dank für die super Info. Wir haben einen Dalmatiner und die sind ja besonders gefährded. Lg Verena

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