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Können Getreidefelder für meinen Hund gefährlich sein?

Der Sommer ist bald vorbei aber trotzdem ist das Thema der Getreidefelder und ihren Gefahren immer noch aktuell. Vielleicht haben einige von euch den Begriff „Grannen“ schon gehört und wissen um was es sich hierbei handelt. Bei vielen Getreidesorten kommen diese Grannen nämlich vor und können für Hunde sehr schmerzhafte Folgen haben. Im Sommer ist diese Gefahr besonders stark vorhanden, doch auch bei Wintergetreide findet man diese Grannen, weshalb das Thema eigentlich das ganze Jahr über sehr aktuell bleibt. Was genau Grannen sind, wo sie überall vorkommen und wieso sie für unsere Hunde gefährlich werden können, erfährst Du in unserem heutigen Blog.

Was sind Grannen und wo kommen diese vor?

In diesem Bericht geht es um Getreidefelder und Grannen, doch was für einen Zusammenhang besteht da und was sind Grannen überhaupt? Eine Granne ist Teil einer Getreideähre und kommt bei den meisten Getreidearten vor. Vor allem Gerste und Roggen besitzen lange und spitze Grannen, Weizen und Dinkel hingegen besitzen nur sehr kurze oder gar keine Grannen. Auch Pflanzen wie Mais, Hafer und ähnliche besitzen keine Grannen und sind deshalb nicht weiter gefährlich für unsere Hunde. Die Grannen umschliessen die Samenkörner mit sehr feinen Haaren. Am Ende dieser feinen Haare läuft die Granne vorne spitz zu. Je nach Getreideart ist diese spitze Verlängerung unterschiedlich lang, bei allen Getreidesorten ist sie aber sehr rau und kann sich in der Haut von unseren Hunden verfangen. Da diese Grannen so lang, spitz und dünn sind, stechen sie sich regelrecht durch die Hundehaut hindurch und kommen wegen ihrer winzigen Widerhacken auch nicht mehr aus der Haut heraus. Das Entfernen von Grannen, die sich in die Haut von Menschen oder Tieren eingestochen haben ist deshalb extrem mühsam und schwierig.

Getreide ist in der Schweiz sowohl im Sommer als auch im Herbst und Frühling sehr weit verbreitet und oft befinden sich neben den bepflanzten Feldern die schönsten Spazierwege für Mensch und Hund. Viele Hunde schnuppern gerne am Wegrand entlang und kommen so gerne mal in den Kontakt mit den Getreidepflanzen und ihren Grannen. Besonders Nase, Pfoten und Ohren sind gefährdete Orte für das Einstechen der Grannen und gerade die Gesichtspartie und die Zehenzwischenräume sind leider sehr empfindliche Regionen.

Wie gelangt eine Granne in den Körper Deines Hundes?

Der Spaziergang entlang eines Getreidefeldes, ein herum tobender Hund, der sehr nahe am Feldrand durchs Gras saust und schon ist der Kontakt mit den Getreidepflanzen passiert. Entweder liegen die Grannen bereits auf dem Boden oder der Hund streift sie beim vorbei rennen durch eine Berührung der Ähren ab, wodurch sich die Grannen schnell in seinem Fell festsetzen können. Durch einfaches Schütteln des Körpers können die Grannen aber leider nicht los geworden werden, denn die Widerhacken sorgen dafür, dass die Grannen extrem festsitzen und am Körper des Hundes haften bleiben. Durch die Bewegung des Hundes beim Schütteln oder Rennen werden die Grannen sogar noch tiefer in das Fell des Hundes befördert, wo man sie meist als Hundehalter dann gar nicht mehr wahrnimmt. Wenn sie weit im Fell drin verschwunden sind, können sie sich schließlich wie kleine Pfeilspitzen weiter in die Haut bohren. Diejenigen Grannen, die auf dem Boden liegen, gelangen sehr schnell in die Pfoten oder Zehenzwischenräume der Hunde, wo sie sich ebenfalls verhaken und sitzen bleiben. Dieses einbohren von Grannen ist für die Hunde manchmal mit Schmerzen verbunden und kann schlimme Folgen haben. Wie Du erkennst ob Dein Hund eine Granne erwischt hat, erfährst Du im nächsten Abschnitt:

 

Wie erkenne ich, dass mein Hund Grannen hat?

Wenn die Granne sich in die Haut des Hundes einsticht, kommt es meist zu den ersten Symptomen, an denen wir erkennen können, ob unser Hund eventuell eine Granne hat. Zu diesen Anzeichen gehören zum Beispiel das plötzliche und lange Ablecken der Pfoten um die Granne los zu werden (was aber durch das Ablecken nicht geschehen wird, weshalb es der Hund oft widerholt und immer wieder versucht). Wenn sich die Granne richtig fies ein gespiesst hat, kann es auch zu einem Humpeln oder entlasten der Pfote kommen, meist erfolgen diese Symptome bereits während oder kurz nach dem Spaziergang. Bei Grannen, die sich im Gesicht des Hundes befinden kommen oft Anzeichen wie Husten oder Niesen, das Zukneifen der Augen oder des betroffenen Auges, bei schweren Fällen können sich die Augen auch entzünden oder anschwellen. Auch die Pfoten oder andere betroffene Körperteile können anschwellen. Viele Hunde schütteln den Kopf um die Granne los zu werden, kratzen sich an den Ohren und an den betroffenen Stellen, was zu Rötungen und Hautreizungen führen kann.

Was kann eine Granne alles für Folgen haben und was sollte ich unternehmen?

Bei Grannen kommt es sehr darauf an wo und vor allem wie tief sie bereits eingedrungen sind. Je tiefer die Granne in den Körper des Hundes eindringt, desto grösser werden die Schäden für den Hund und desto schwieriger ist es die Granne wieder zu entfernen. Sitzt eine Granne zum Beispiel im Ohr des Hundes fest, wird er durch sehr häufiges Kopf schütteln oder dem Kratzen am Ohr versuchen, die Granne los zu werden. Dadurch kann die Granne jedoch nur noch weiter in den Gehörgang wandern, was zu einer schmerzhaften Entzündung es Gehörganges führen kann. Grannen können sich auch durch das Trommelfell hindurch bohren und so bis zum Innenohr vordringen, wo sie ebenfalls schlimme Schäden wie zum Beispiel Entzündungen hervorrufen können. Falls Dein Hund eine Granne im Ohr hat, versuche auf keinen Fall diese mit einem Wattestäbchen heraus zu fischen. Damit stösst Du die Granne nur noch weiter hinein. Falls sie sich bereits in die Haut eingehakt hat, solltest Du mit dem Hund zu einem Tierarzt gehen, der die Granne dann korrekt entfernen kann. In schlimmen Fällen muss aber auch der Tierarzt den Hund in Narkose legen um die Granne aus dem inneren des Ohres wieder heraus zu kriegen, je länger man wartet oder selber daran herum probiert, desto schlechter stehen die Chancen auf eine möglichst unkomplizierte Entfernung der Granne.

Wenn eine Granne ins Auge eines Hundes gelangt, folgt darauf fast immer eine sehr schmerzhafte Bindehautentzündung. Eine Bindehautentzündung tritt immer zusammen mit starken Rötungen und Schwellungen am Auge auf und ist sehr unangenehm und langwierig. Im Falle einer Granne am oder im Auge, sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden, da am Auge auch irreparable Schäden entstehen können, die von Hornhautentzündung bis im schlimmsten Fall hin zu Blindheit gehen können. Am Auge solltest Du auch auf keinen Fall selber versuchen die Granne zu entfernen, da das in den meisten Fällen die Situation nur verschlechtert, die Granne tiefer ins Auge eindringen lässt und zudem noch Schmutz mit eingeschlossen werden kann.

Bei den Pfoten sind vor allem die sogenannten Schwimmhäute, also die Häute zwischen den Zehen betroffen. Beim Laufen stechen sich die Grannen meist sehr schnell sehr tief in diese Haut ein und wird immer weiter hineingedrückt. Meist muss auch bei einer schnellen Handlung diese Haut aufgeschnitten werden um die Granne zu entfernen, wenn man die Granne aber nicht bemerkt, kann es zu bösen eitrigen Entzündungen der Pfote kommen, was dann sehr lange ausheilen muss, wenn die Granne endlich entfernt werden konnte.

Aber auch durch normales Einatmen können Grannen, die manchmal mit dem Wind durch die Luft gewirbelt werden in den Körper gelangen. Grannen können über die Atemwege bis hin zur Lunge wandern und dort Hustenreiz auslösen. Ist die Granne durch die Nase des Hundes eingedrungen, wird der Hund auffallend häufig niesen, weil er versucht das störende Ding loszuwerden. Manchmal kommt es auch zu Nasenausfluss, der im schlimmsten Fall auch eitrig sein kann, wenn die Granne zu Entzündungen in der Nase führt. Auch in diesen Fällen ist umgehend ein Tierarzt auf zu suchen.

Was kann man vorbeugend gegen Grannen tun?

Natürlich ist es unmöglich eine hundertprozentige Sicherheit gegen Grannen zu haben. Aber die Vermeidung von Spielen direkt im oder neben dem Getreidefeld und gute Kontrolle direkt nach dem Spaziergang von Fell, Augen, Ohren und den Pfoten des Hundes können die gefährlichen Folgen verhindern. Hilfreich ist es auch, das Fell des Hundes vor allem im Sommer kurz zu halten, so sieht man die Grannen bevor sie erst tief ins Fell und dann in die Haut eindringen können. Oft fallen die Grannen von einem kurzen Fell sogar ab, wenn der Hund sich schüttelt, was bei langem Fell leider nur selten der Fall ist.

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