Juckreiz beim Hund - Wie kann ich meinem Hund helfen?

Wenn ein Hund sich häufiger kratzt als normal, dann ist das ein Zeichen für Juckreiz. Juckreiz ist kein gutes Symptom und kann diverse Erkrankungen als Ursache haben. Das wichtigste bei der Behandlung von Juckreiz beim Hund ist zuerst heraus zu finden, weshalb es den Hund juckt. Wenn man die Ursache kennt, ist es in den meisten Fällen keine all zu grosse Sache den Juckreiz zu bekämpfen. Allerdings bedingt eine schnellstmögliche Besserung auch ein schnelles Erkennen des Juckreizes und ein aktives Handeln. Denn wenn der Juckreiz beim Hund nicht konsequent behandelt wird, kommt er oft immer wieder und kann bei gewissen Ursachen sogar zu einer chronischen Erkrankung werden! Welche verschiedenen Ursachen der Juckreiz haben kann und wie Du Deinem Hund am Besten und so schnell wie möglich helfen kannst, erklären wir dir in unserem heutigen Beitrag:


Die verschiedenen Ursachen für Juckreiz beim Hund:


Ektoparasiten wie Milben und Flöhe:


Es gibt diverse Erkrankungen, die durch die verschiedenen Milbenarten hervorgerufen werden können. Dazu gehören unter anderem Sarcoptesräude und Demodikose. Die Sarcoptesräude wird durch die Grabmilbe verursacht, welche sich Tunnels in die Hornschicht der Haut graben. Deshalb bevorzugen diese Milben vor allem schwach behaarte Körperteile wie zum Beispiel Ohren, Bauch, Ellbogen und Sprunggelenke. Dort beginnt der Befall meistens, breitet sich dann aber auch über die angrenzenden Körperregionen aus und kann den ganzen Körper befallen. Diese Erkrankung ist sehr ansteckend und kann von Hunden auch auf Katzen und sogar auf den Menschen übertragen werden! Der Juckreiz der bei dieser Krankheit verursacht wird ist sehr stark und wird meistens durch Hitze noch verstärkt. Zudem führt ein längerer Befall zu Hautveränderungen in den oben genannten, meist befallenen Bereichen. Diese Milben sollten unbedingt von einem Tierarzt behandelt werden.


Bei der Demodikose handelt es sich um einen Befall mit der Haarbalgmilbe, welche sehr häufig bei Welpen anzutreffen sind. Vor allem Hunde mit geschwächtem Immunsystem, wie zum Beispiel Junghunde oder ältere und kranke Tiere, sind besonders anfällig und bieten dieser Milbe eine gute Chance sich zu vermehren. Der Befall mit der Haarbalgmilbe beginnt meistens am Kopf und an den Vordergliedmassen. Bei Junghunden vergeht die Erkrankung oft fast von selbst und der Milbenbefall wird oft sogar ohne Juckreiz angetroffen. Wenn der Hund aber bereits eine Erkrankung hatte und sich nicht von selbst gegen diese Milben wehren kann, können die Milben den gesamten Körper befallen und der Patient muss einer langwierigen Behandlung unterzogen werden. Diese Erkrankung ist aber nicht übertragbar, ausser von der Mutterhündin auf ihre Welpen, und somit nicht schlimm ansteckend.


Cheyletiella ist eine Milbenerkrankung, die von einer so genannten Cheyletiella-Milbe ausgelöst wird und betrifft vor allem junge Hunde. Diese Milbenart lebt in den abgestorbenen Hautzellen, was sich oft durch verstärkte Schuppenbildung vor allem am Hunderücken bemerkbarmacht. Diese Erkrankung muss nicht zwingen von Juckreiz begleitet sein und ist hoch ansteckend für andere Hunde, Katzen und leider auch Menschen. Bei Verdacht auf diese Erkrankung sollte deshalb möglich schnell ein Tierarzt aufgesucht werden.


Ohrenmilben sitzen wie der Name bereits verrät in den Ohren des Hundes. Diese Saugmilben sitzen meistens nur im äusseren Gehörgang, können aber auch auf anderen Körperteilen wie beispielsweise Hals, Kruppe oder Rute gefunden werden. Die sehr ansteckende Erkrankung bildet vor allem in den Ohren eine dicke, braune Kruste und ist von starkem Juckreiz begleitet. Vor allem junge Hunde leiden unter Ohrenmilben, es können sich aber alle Hunde an einem erkrankten Tier anstecken. Um die Ohren zu säubern benutzt man am besten Reinigungstücher wie zum Beispiel die CLEAN & FRESH WIPES von bogacare:

Flöhe sind die häufigste Ursache für Juckreiz beim Hund. Sie sind auf dem Hund manchmal sehr gut zu erkennen und sollten schnellst möglich behandelt werden. Da bei Flöhen nur die erwachsenen Tiere auf dem Hund leben, die Eier und Larven jedoch meist in der Wohnung zu finden sind, ist eine Flohbekämpfung nur erfolgreich, wenn die gesamte Wohnung, das Auto und alle Plätze, die Dein Hund aufsuchen kann mit behandelt werden. Flöhe sind leider sehr gut übertragbar und nehmen jedes Tier und jeden Menschen den sie finden zum Wirt. Wie wir das alle von uns kennen, jucken Flöhe sehr stark und sind meist sehr hartnäckig. Informiere Dich bei einem Tierarzt genau über das Bekämpfungsmanagement, damit Du beim ersten Mal auch wirklich alle Flöhe erwischt und sich die Tiere nicht immer wieder vermehren und wieder ausbrechen. Auf Flöhe kann ein Hund auch mit einer Allergie reagieren, die durch den Flohspeichel zustande kommt, der beim Biss des Flohs mit dem Hund in Berührung kommt. Diese Allergie führt zu starkem Juckreiz und Hautveränderungen, die vor allem an den hinteren Körperteilen des Hundes auftreten.


Allergien, die beim Hund zu Juckreiz führen können:


Neben der Allergie auf Flohbisse gibt es auch die Atopien, das sind Allergien auf Gräser, Pollen, Hausstaubmilben und Schimmelpilze. Meist beginnen diese Allergien im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren. Meistens ist der Juckreiz im Gesicht, Ohren und Pfoten. Der starke Juckreiz führt oft zu starkem Kratzen und aus diesem Grund gibt es oft Hautschürfungen und Hautveränderungen. Typisch für Atopien ist eine saisonale Erkrankung, die oft im Frühling bis teilweise sogar Herbst gehen kann. Die Behandlungsart wird oft durch einen Bluttest bestimmt, bei dem zu erst ermittelt wird,  auf was Dein Hund genau allergisch ist. Wenn die Ursache der Allergie ermittelt wurde, kann mit Medikamenten, Umstellung von Futter oder Hygienemanagement eine meist sehr effektive Lösung gefunden werden. Da eine Allergiemeist nicht heilbar, aber kontrollierbar ist müssen gewisse Massnahmen ein Tierleben lang durchgeführt werden.


Eine weitere Art einer Allergie bei Hunden ist die Futtermittelallergie. Dabei ist der Hund auf einen Bestandteil im Futter allergisch, meist ist dies ein Eiweiss oder ein Konservierungsstoff, der vom Hund nicht vertragen wird. Diese Form der Allergie führt zu Juckreiz und kann alle Hunde betreffen. Die einzige Möglichkeit um Herauszufinden, auf was Dein Hund allergisch ist ist eine Eliminationsdiät. Dabei wird dem Hund über Monate hinweg nur ein einziges Eiweiss gefüttert, das er noch nie in seinem Leben gefressen hat, und dann Schritt für Schritt mehr Komponenten dazu gegeben. Bei einer Unverträglichkeit einer der Komponenten merkt man das einige Tage nach der Zugabe zum Futter und kann diesen Stoff somit aussortieren. Da Konservierungsstoffe in fast jedem Futter zu finden sind, empfiehlt sich ein selber gekochtes Hundemenu.



Bakterielle Hauterkrankungen beim Hund:


Die Pyodermie ist eine bakteriell bedingte Hauterkrankung. Neben dem Juckreiz kann es auch zu Eiterpusteln, roten Hautveränderungen, schuppenförmigen Kränzen und Krusten. Oft kommt es zu starkem Haarverlust und zu Entzündungen der Haut. Diese Erkrankung muss vom Tierarzt mit Antibiotika behandelt werden und oft werden zusätzlich auch spezielle Hautbäder verordnet, die die Haut beruhigen und den Heilungsprozess verbessern.


Falls man sich bei Juckreiz nicht sicher ist, welche Ursache dahinter steckt ist die beste Lösung immer der Gang zum Tierarzt, da die meisten Produkte zur Bekämpfung des Juckreizes vom Tierarzt verschrieben werden. Allgemein gilt es immer ein gutes Auge auf das Verhalten des Hundes zu haben um möglichen Juckreiz schnell zu erkennen. Beim Streicheln und während der Fellpflege lohnt es sich das Fell genau anzuschauen und so mögliche Erkrankungen der Haut im frühen Stadium zu erkennen und zu behandeln.

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