Hunde am Hintern kraulen – Wieso sind manche Hunde verrückt danach?

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Sicher hat schon jeder Hundefreund herausgefunden, dass es einige Hunde gibt, die einfach nicht genug davon kriegen können am Hintern gekrault zu werden. Es gibt sogar Hunde, die einem bereits zur Begrüssung den Hintern entgegen halten und nur so darauf warten, dass man sie dort streichelt und krault. Doch was ist der Grund dafür, dass diese Stelle vielen Hunden zum Kraulen so gut gefällt? Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, trotzdem habe ich nach möglichen Lösungen gesucht und einige Ideen gefunden, die dieses Verhalten erklären könnten. Sicher ist es auch nicht bei jedem Hund der genau gleiche Grund, weshalb gerade der Po die beliebteste Streichelzone ist.

Das Hinstrecken des Hinterteils als beschwichtigende Geste:

Eine Begründung ist auf die sogenannten Beschwichtigungssignale oder auch Calming Signals zurück zu führen, über die wir in einem älteren Blog einmal genaueres erfahren konnten. Eines der beschwichtigenden Signale, die unsere Hunde zur Kommunikation nutzen ist das Abwenden vom Menschen und das Zudrehen des Rückens. Diese Geste soll Streit verhindern und dem Gegenüber friedliche Absichten anzeigen. Ausserdem ist es auch eine Geste des Vertrauens, denn der Hund dreht Dir seine ungeschützte Seite zu. Einige eher wachsame Hunde lieben diese Position zum Streicheln auch deshalb sehr, da sie trotzdem den Überblick haben und alles um sich herum sehen können. In diesem Fall bist Du dann die sichere Rückendeckung und der Hund hat den Rest des Umfelds genauestens im Blick.

Eine Duftdrüse am Schwanzansatz:

Die Violdrüse oder auch Violsche Drüse liegt auf der Oberseite des Schwanzansatzes. Sie ist eine Duftdrüse, die bei allen Hundeartigen und auch bei Katzen zu finden ist. Genauer gesagt handelt es sich dabei nicht um eine einzelne Drüse, sondern um eine Ansammlung von Talgdrüsen, die eine bestimmte Funktion haben. Bei Füchsen wurde diese Drüse das erste Mal entdeckt und nach einem ihrer Duftstoffe, der an den Duft von Veilchen erinnert benannt. Hunde benutzen diese Drüse zur Kommunikation bei neutraler Stimmung. Die Benutzung dieser Drüse wird als Violwittern bezeichnet. Nun gibt es Stimmen, die behaupten, dass diese Drüse durch Berührung auch stimuliert werden kann und manche Hunde und Katzen deshalb diese Berührung sehr mögen. Wie gut sichtbar diese Drüse ist hängt ganz von der Hunderasse ab, falls Du diese Begründung gerne testen möchtest, kannst Du versuchen bei Deinem Hund diese Drüse ausfindig zu machen und zu schauen ob es genau diese Stelle ist, die er am meisten liebt, oder ob eher der Hintern allgemein sein bevorzugter Kraulort ist.

Verspannungen am Schwanzansatz:

Am Schwanzansatz haben viele Hunde des Öfteren Verspannungen und lassen sich dort deshalb besonders gern massieren und kraulen. Man stelle sich das so vor, wie beim Menschen der Schulterbereich, der nach einem langen Arbeitstag oft schmerzt und verspannt ist. Umso angenehmer ist dann eine leichte Massage der Schultern und des Nackens. Genau so ist das für viele Hunde mit dem hinteren Rücken und dem Schwanzansatz. Ob das vom Schwanzwedeln kommt, ist nicht bestätigt, aber ist sicherlich möglich. Falls Dein Hund zu Verspannungen neigt, gibt es natürlich auch spezielle Hundemassagen, die man sich selber beibringen und anwenden kann. Denn einfaches Kraulen allein ist zwar toll, aber bei Verspannungen wäre eine richtige Massage noch einiges toller. In einem früheren Blog in unserem Magazin geht es um Hundemassagen und wie Du Deinem Hund beim Entspannen am besten helfen kannst.

Der Schwanzansatz als erogene Zone:

Wie auch wir Menschen haben Tiere erogene Zonen, die von Tier zu Tier verschieden sind. Dass das Hinterteil der Hunde oft zu diesen erogenen Zonen gehört ist kein Geheimnis. Viele Hunde lieben Berührungen am Hinterteil und geniessen es regelrecht dort gestreichelt zu werden. Das macht auch Sinn, wenn man bedenkt wie sich Hunde beschnuppern und dass das Hinterteil auch beim Geschlechtsakt eine wichtige Rolle spielt. Das mag für einige von uns jetzt komisch erscheinen, denn sexuell haben wir mit unseren Tieren ja nichts zu schaffen. Für Tiere ist aber der sexuelle Kontakt noch mal etwas anderes. Tiere geniessen das Berühren der erogenen Zone auch ohne sexuelle Handlungen, was es für uns Menschen unproblematisch macht ein Tier an seinen erogenen Zonen zu streicheln. Vor allem der Hintern des Hundes ist absolut keine Tabuzone für den Menschen, sondern wird gerne angeboten und darf gekrault werden. Es gibt allerdings auch Hunde, denen Berührungen am Hinterteil unangenehm sind, da sollte man nichts überstürzen, da der Hund vielleicht einmal schlechte Erfahrungen gemacht hat oder die Berührungen da einfach nicht mag. Manche Tiere sind auch kitzlig, was dann nicht sehr entspannend ist sondern eher unangenehm, auch in diesem Fall sollte man das Kraulen an diesen Stellen eher sein lassen.

Der Rücken – Eine unerreichbare Stelle:

Hunde kommen selber nicht gut an ihren eigenen Rücken und ans Hinterteil ran, sind also froh darüber, wenn jemand anderes dort das Kraulen, Kratzen und Putzen für sie übernimmt. Wenn es einen Hund also am Rücken juckt kann es gut vorkommen, dass er Dir sein Hinterteil entgegenstreckt und das als Aufforderung zum Kratzen meint. An anderen Körperteilen wie den Pfoten oder am Bauch, putzt und kratzt sich der Hund ja selber, aber was ist mit dem Rücken? Da muss dann schon mal der Mensch dahinter und das Kratzen übernehmen.

Jedes Tier hat seine Vorliebe:

Und zum Schluss gibt es auch einfach noch den Grund, dass jedes Tier etwas anders am liebsten hat. Bei einigen Hunden ist es der Bauch, bei anderen der Kopf, bei manchen halt der Po, das findet man bei einem Hund meistens sehr schnell heraus und dann kann man seine Wünsche ja auch erfüllen. Egal aus welchem Grund Dein Hund dort gerne gestreichelt wird, wir können und wollen ihm ja diesen Wunsch nicht abschlagen und ihm diese Streicheleinheiten geben. Das Streicheln ist nämlich nicht nur als Belohnung für den Hund gedacht, sondern baut auch das gegenseitige Vertrauen auf und wirkt auf beide Seiten beruhigend und entspannend.

 

 

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(1) Kommentare

  • Thema vielseitig beleuchtet

    Ich finde es gut, dass die Autorin wiederholt erwähnt, dass man die Vorlieben des Hundes berücksichtigen soll. Ohnehin bin ich der Meinung, dass dem Hund fremde Menschen sein Hinterteil nicht kraulen sollten, selbst wenn der Hund es hinstreckt. Denn es könnte ein erlerntes Verhalten zur Beschwichtigung sein - und dann mag er das Kraulen nicht wirklich, sondern glaubt, es als "feiner Hund" zeigen zu müssen.

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