Hund und Pferd - Das musst Du beachten!

Für mich und Liv gibt es nichts schöneres als einen schönen Ausritt bei Sonnenschein mit meiner Lieblings Stute Kayla. Seit Liv ein kleiner Welpe war haben wir sie immer mit in den Reitstall genommen. Mit der Hilfe meiner Freundin haben wir die Pferde langsam an den Hund gewöhnt. Dieses Wissen, wie man eine solche Freundschaft zwischen Hund und Pferd aufbaut möchte ich auch gerne weitergeben.

Die Angewöhnungsphase:

Um eine friedliche Zusammenkunft von Pferd und Hund zu ermöglichen empfehle ich, beide Tiere vorher gut auszulasten. Nach einem langen Ausritt und einer spannender Spielstunde mit dem Ball lässt es sich schon viel entspannter an neue Sachen gehen. Zuerst führst Du Hund und Pferd auf neutralem Bode zusammen. Dies kann zum Beispiel eine Weide oder ein Sandplatz sein. So das beide Vierbeiner die Möglichkeit haben, ohne Probleme auszuweichen. Nimm dir gute Hundeleckerli und feine Apfelstückli mit, so geht es sicher besser! Wenn die zwei sich erst einmal beschnuppert haben, geht es weiter in Bewegung. Wir haben es mit Liv so geübt. Unsere Stute hielt ich locker am Halfter und führte sie auf dem Sandplatz, Liv hingegeben wurde zuerst weggebunden und durfte nur zuschauen, so gewöhnte sie sich an die Bewegung der Pferde. Als dies ohne Kläffen und Bellen ging, trauten wir uns raus. Die ersten Spaziergänge absolvierte ich nur mit meiner Freundin. Sie hielt das Pferd, ich Liv an der Leine. So konnten die zwei ruhig und ohne Hektik nebeneinander her laufen. Der nächste Schritt war dann das Spazieren alleine. Nach meiner Longier Lektion oder meiner Reitstunde hiess es also jedes mal, kleine Runde übers Feld zu Fuss mit Hund. Durch die Beschäftigung die das Pferd vorher hatte musste ich mir keine Sorgen machen, dass sie eventuell scheut oder davon laufen will. Nach mehreren Spaziergängen mit und ohne Leine war es dann so weit.


Ausreiten mit Hund:



Wir haben Pferd und Hund gelernt, dass Liv immer mit einem Sicherheitsabstand hinter uns her springen sollte. Dies ist für mich als Hundehalterin sehr praktisch. Es hat den Vorteil, dass wenn von vorne jemand kommt ich Liv nicht zurück rufen muss, sondern sie einfach "einfangen" kann, ebenso ist Liv durch diesen Standort vor dem durchbrennen unserer Pferde geschützt.
Wie Du das handhabst ist aber dir überlassen, wenn es dir lieber ist, kann dein Liebling auch vor den Pferden her gehen. Wichtig ist einfach, dass du deinem Pferd Zeit gibst. Gerade wenn Du deinen Hund hinterher rennen lässt, musst du aufpassen, dass die Pferde sich nicht gejagt fühlen!
Wenn du anderen Wald- und Feldbenutzern begegnest kannst du deinen Hund einfach ins Fuss nehmen. Wir haben das vorerst auf dem Platz geübt. Mit viel Hundeleckerli und einem ausgepowertem "Hüü" funktioniert das ganz locker. Lerne deinem Hund ein Kommando, bei dem er weiss er muss nahe beim Pferd laufen. Dies hat zur Grundvoraussetzung, dass dein Pferd auf den Hund aufpasst und nicht noch drauf steht! Locke ihn nun ans Pferd und werfe die Kekse immer von oben herab ins Hundemaul. Schnell wird den Hündchen begreifen, dass zum Beispiel Fuss oder Hier als Kommando vom Pferd aufs Pferdebein zu übertragen ist. Im Winter und in der Nacht ist es zwingend notwendig, deinen Hund genügend mit Leuchtartikel auszurüsten. Ich empfehle ein Mantel der reflektiert und zugleich vor der Kälte und der Nässe schützt und ein Leuchthalsband!
Achte darauf, dass Du auf Regionale Informationen und Hinweise von Jägern und Förster Rücksicht nimmst.

Hund im Stall:

Wenn ihr das Privileg habt, dass euer Hund im Stall frei herumlaufen darf, gibt es einige Regeln zu beachten. Da im Stallgang auch Pferde stehen, die sich nicht an Hunde gewohnt sind und unter anderem eventuell sogar Angst haben, ist es sehr wichtig, dass Du deinen Hund wegschicken oder abrufen kannst. Mit Liv kann ich das wie folgt machen: Wenn sie zu nahe an einem fremdem Pferd ist sage ich zu ihr: "Gang use"! Dieses Kommando kennt sie zum Beispiel aus der Küche, ein "Gang use" bedeutet einfach verlasse diesen Raum. Meist hockt sie sich dann unmittelbar in die Nähe und schaut neugierig zu, dass ist mir egal, Hauptsache ist, sie stört die Pferde nicht.
Selbstverständlich sollte dein Hund sein Geschäft nicht auf den Pferdeweiden oder im frischen Stroh im Stall verrichten und Hundekot muss wie überall immer aufgenommen werden. Achte darauf, dass falls du deinen Hund anbindest, du die Leine den Pferden und Pferdebesitzern nicht um die Beine gewickelt werden kann. Eine Hundeleine ums Pferdebein kann sehr gefährlich werden!

Ebenfalls gefährlich sind die Huftritte wenn ein Pferd ausschlägt. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Pferd Deinen Hund genau trifft ist zwar klein aber aufpassen sollte man trotzdem. Wie beim Menschen gilt vor allem im Stallgang und bei fremden Pferden einen Sicherheitsabstand von der Pferde - Hinterhand!

Zu guter Letzt gibt es Pferde, die schlichtweg keine Hunde mögen. Dies äussern sie dann ganz gezielt mit zurückgelegten Ohren oder sogar beissen. Um diese Pferde solltest du keinen Hund halten, meist kann man diese zwei Tiere dann auch nicht aneinander gewöhnen. Wie bei uns Menschen gibt es auch Tiere, die Andere aus Prinzip nicht mögen!

Gefahren und Risiko:

Somit mir auch gleich beim Thema Gefahr und Risiko sind.

Gefahren für Hunde:

Pferde sind Fluchttiere, bei Angst und Panik kennen sie nur eins, den Ausweg und somit die Flucht nach vorne. Angenommen dein Hund hält sich also bei einem Ausritt oder in der Halle vor deinem Pferd auf und dein Pferd bekommt Angst, kann auch der schnellste Hund unter die Pferdehufe geraten. Ein gewisser Sicherheitsabstand und ein "sensibilisierter" Hund kann dich vor dem Schlimmsten schützen. Top ausgebildete Pferde können sich erschrecken und davon galoppieren das solltest du nie vergessen! Lerne deinem Hund also, dass er mit einem gewissen Respekt dem Pferd gegenüber tritt. Er soll nicht ängstlich sein aber vorsichtig. Mit Liv habe ich das so geübt, wenn ich das Gefühl hatte, sie sei zu Nahe, warnte ich sie mit einem scharfen Achtung! Dies funktioniert bis Heute eigentlich sehr gut. Ihr werdet schnell bemerken, dass Hunde ein Gespür für die Pferde haben. Liv weiss ganz genau, bei welchem Pferd sie "Fuss" laufen kann und bei welchem sie lieber einen Bogen herum macht.

Gefahren für Pferde:

Hundebisse können für Pferde extrem gefährlich werden. Ein Biss von einem Hund ist meist in der Tiefe kaum abzuschätzen und verursacht eiternde Entzündungen. Dazu kommt, dass an Schäden von Gelenken und Sehnen gedacht werden muss.

Doch wie erkenne ich einen Hundebiss? Und wie unterscheide ich zwischen einem Hunde- oder einem Pferdebiss?
Ein Hundebiss erkennt man durch kleine, nadelstichähnliche Verletzungen meist an Beinen, Maul oder Nüstern. Im Gegenteil dazu ist der Pferdebiss eine zweigeteilte gequetschte Fellabschabung im Rücken- Hals- und Kruppen Bereich.
Bekommst Du mit, wie ein Hund ein Pferd beisst oder gehst davon aus, dass dein Pferd gebissen wurde, musst du sofort deinen Tierarzt kontaktieren. Denke daran, dass gerade in der Weidesaison auch ein Fuchs dein Pferd beissen könnte, so musst du immer den Tollwut-Impfschutz im Hinterkopf haben.
Bisswunden steril abdecken, polstern und gut bandagieren bis der Tierarzt kommt.

Ideen für gute Teamarbeit:

Nun haben sich deine Lieblinge mit einander angefreundet und du musst dir keine Sorgen machen, dass dein Pferd deinen Hund schlägt oder dein Hund dein Pferd beisst. Aber was könntest du machen, dass die zwei ein eingespieltes Team werden und ihr zu dritt Übungen machen könnt?
Ich habe einige Sachen ausprobiert! Am allerliebsten liegen wir zusammen auf der Weide. Zu dritt.. Liv und ich sonnen uns, die Pferde fressen gemütlich Gras. Dieses idyllische Zusammensein geniessen alle! Neben den Ausritten longiere ich sehr gerne. In dieser Zeit übe ich mit Liv das "warten" und "Platz". Ich platziere sie mit genügend Abstand zu meinem Longier Zirkel und gebe die Befehle Platz und warten. Danach longiere ich normal. Bei jedem Seitenwechsel lasse ich Liv aufstehen und zu einer neuen Position laufen. So lernt sie, längere Zeit am gleichen Ort zu liegen. Klar macht ihr das nicht ausserordentlich Spass, es muss aber auch geübt sein.
Was ich auch sehr gerne mache sind Übungen wie "über Blachen gehen", mit Schirm spazieren, Slalom und Pylonen etc. binde deinen Hund in diese Übungen ein. Die Auslastung im Kopf ist genau so wichtig wie das Rennen über Felder!

Ich wünsche dir viel Spass beim Ausprobieren und viele erholsame Stunden mit deinen Vierbeinern!

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