Handfütterung

Die Handfütterung bezieht sich nicht, wie fälschlicherweise häufig gedacht, darauf, dass dem Hund das Futter einfach aus der Hand gegeben wird, sondern ist stets an das positiv gezeigte Verhalten (ideal selbstständig gezeigte Verhalten) des Hundes gebunden. Der Hund bekommt seine Tagesration Futter nicht mehr kostenlos im Napf, sondern darf! dafür arbeiten. Via Handfütterung lassen sich viele Entwicklungsschritte ideal begleiten:

Verhaltenskonditionierung fördern

Jeder Hund bietet täglich von sich aus unzählig positives Verhalten an. Dies zu sehen, im richtigen Moment zu bestätigen und mit Handfütterung zu belohnen, fördert und vermehrt das Auftreten des gezeigten Verhaltens in der Zukunft. Der Hund wird das von uns «gewünschte Verhalten» immer wieder von sich aus anbieten wollen. Diese stetigen positiven Wiederholungen auf der Basis selbstständig gezeigtem Verhaltens, führen zur Abspeicherung von Verhaltensketten im Kopf des Hundes. Dies ist die Basis für einen alltagstauglichen Hund, welcher freudig, an die Situation angepasstes Verhalten zeigt, ohne per Kommando dazu aufgefordert werden zu müssen.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Leinenführigkeit. Wann immer die Leine (ohne Einwirkung des Halters, freiwillig vom Hund, evtl. zufällig gezeigt!) locker durchhängt, gibt man dem Hund ein positives Belohnungswort, dass das spätere Kommando enthält z.B. «Feine Leine» und belohnt den Hund per Handfütterung im Laufen. Der Hund wird nun immer wieder mal eine lockere Leinenarbeit anbieten und zeigen. Diese wird stets bestätigt und belohnt. Über diesen Arbeitsschritt, ist es dem Hund möglich, ein Bild im Kopf zu erstellen und abspeichern, was «Leine» bedeutet, nämlich das lockere Durchhängen der Leine. Nach ca. 3 Wochen ist es möglich, dem Hund das erste Kommando «Leine» zu geben. Nun weiss der Hund auch genau, welches Verhalten er abrufen und zeigen soll. Zusätzlich kann ab jetzt zur Unterstützung nicht korrektes Verhalten korrigiert werden z.B. mit stehen bleiben beim Ziehen, etc.  

Über dieses System steht der Hund in erhöhter Kommunikation mit dem Hundehalter. Durch Mitdenken und «Anfragen», ob sein positives Verhalten wahrgenommen wird und erwünscht ist, befindet sich der Hund unweigerlich im Innenfokus. Es ist nun ein Leichtes, ihn zusätzlich für Auslastungsarbeiten zu motivieren, abzurufen oder an bestehenden Verhaltensproblemen zu arbeiten.    

Durch die Handfütterung werden Bindung und Rangordnung zum Hundehalter ideal unterstützt und gefördert. Der Hund lernt mitzudenken und sich den jeweiligen Situationen anzupassen. Dies fördert die Teamarbeit, Impulskontrolle und «Kopfauslastung» des Hundes.

Fazit: Handfütterung ist ein ideales Allroundkonzept ohne Nebenwirkungen und daher nutzbar für den Aufbau von Welpen und Junghunden, im Training von Alltagssituationen, beim Hundesport, bei Auslastungsarbeiten und im Problemmanagement bei Verhaltensproblemen.

Das könnte Dich auch interessieren

(1) Kommentare

  • Positive Verstärkung ja, Handfütterung aber unrealistisch bis unfair

    Die Rangordnung durch Handfütterung zu unterstützen? - Ein Hund sollte nicht froh sein dürfen, endlich Futter zu kriegen, wenn er ein für sein Menschen positives Verhalten zeigt! Mindestens zweimal tägliche Fütterung sollte dem Hund als Grundrecht ohne Wenn und Aber zustehen! (Natürlich eine reduzierte Ration, wenn er als Belohnung Guddis kriegt, damit er nicht an Gewicht zulegt...) Ich finde es grenzwertig, dass ein Hund nur dann mit vollem Bauch schlafen gehen kann, wenn er seinem Menschen gefallen hat oder aber soviel arbeiten muss, bis er seine Tagesration an Futter beisammen hat. Insbesondere die erwähnten Welpen und Junghunde sollten pro Tag bis zu 22 Stunden schlafen (erwachsene Hunde 17 - 20 Stunden)! Kommen da nicht in den wenigen wachen Stunden, die ein Hund hat, seine eigenen Bedürfnisse zu kurz? Z.B. einfach nur beobachten, schnüffeln etc. - Dies ist eine nicht zu unterschätzende, wichtige Lebensschule.

Bitte gib die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.