Futterzusätze Teil 2

Wohltuend aber nicht immer nötig

Im heutigen Teil 2 über die natürlichen Ergänzungsmittel, die man beim Barfen geben kann, widme ich mich den Nice-to-have oder situativ einzusetzenden Ergänzungsmitteln.

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In vielen BARF-Büchern und in einschlägigen Foren werden gerne Kräuterzusätze empfohlen, oft nach dem Motto „Nützt es nichts, so schadet es zumindest nichts“. Ich bin mit dieser Haltung nicht ganz glücklich. Offenbar gibt es Kräuter, die man dem Hund täglich geben kann, die nicht näher spezifizierte „wichtige Mineralien und Vitamine“ zuführen. Ich frage mich aber, was genau sie bewirken sollen. Man kann sie nämlich keineswegs als vollwertige Lieferanten der wichtigen Mineralien und Vitamine einsetzen, denn ihre Zusammensetzung ist oft gar nicht oder nur sehr ungenau bekannt. Ich würde also dringend davon abraten, sich bei der Bedarfsdeckung von wichtigen Vitaminen und Mineralien ausschliesslich auf Kräutermischungen zu verlassen. Man kann einige Kräuter zusätzlich geben, die als Alltagskräuter gelten so wie wir Kräuterteemischungen trinken. Dazu gehören Brennessel, Ackerschachtelhalm, Alfa Alfa, Löwenzahn, Salbei, Schafgarbe, Spitzwegerich und alle unsere üblichen Küchenkräuter.

Will man Kräuter therapeutisch einsetzen, so sollte man fachkundigen Rat einholen, damit man sie auch richtig anwendet und dosiert. Bekannt ist aber zum Beispiel die wohltuende Wirkung von Slippery Elm (Ulmenrinde) bei Magen-Darm-Beschwerden (z.B. mit anderen nachweislich wohltuenden Kräutern enthalten in der Barf and More-Baumrinden-Kräuter-Mischung). Therapeutisch wirksame Kräuter sind aber nicht für den Dauergebrauch sozusagen auf Vorrat gedacht.

Hagebuttenschalen und Nüsse

Häufig verwendet wird Hagebuttenschale, weil sie sehr Vitamin C-haltig ist. Zwar kann der Hund im Prinzip Vitamin C selber synthetisieren und ist auf die Zufuhr von aussen nicht unbedingt angewiesen, es gibt aber Hinweise darauf, dass Hunde, vor allem wenn sie besonderen Belastungen psychischer oder physischer Art ausgesetzt sind, positiv auf zusätzliche Gaben von Vitamin C reagieren. Der Bedarf ist ausserdem deutlich höher bei bestimmten Krankheiten wie Herz- und Lebererkrankungen. Da auch der Hund überschüssiges Vitamin-C einfach ausscheidet, kann es auf jeden Fall nicht schaden, wenn man dem Futter Hagebuttenschalen zusetzt.

Beliebt ist auch die Zugabe von Nüssen und Samen, denn sie enthalten zum Beispiel Selen, Kupfer, Zink, Kalium und Magnesium. Allerdings enthalten sie auch reichlich Fett, so dass auch hier eine vollständige Versorgung mit den genannten Stoffen über Nüsse und Samen nicht wirklich Sinn macht. Wer sie füttern will, sollte eine Mischung aus verschiedenen Nüssen und Samen zusammenstellen und fein mahlen. Kleine Hunde können von dieser Mischung dann 1 Teelöffel am Tag bekommen, grosse Hunde bis zu 3 Esslöffel. Nicht in der Mischung enthalten sein sollten Macadamia-Nüsse und Bittermandeln, wobei letzteres bei uns eh kaum zu kaufen ist. Beide Nussarten sind bereits in geringen Mengen giftig für Hunde.

Algen und ähnliches

Geradezu in Mode sind bei gesundheitsbewussten Menschen und bei ihren Vierbeinern die so genannten Algen Spirulina und Chlorella. Sie enthalten Spurenelemente, Mineralien und Aminosäuren. Allerdings liegen auch hier keine genauen Analysedaten dazu vor, wie viel davon in ihnen enthalten sind. Spirulina ist botanisch gesehen keine Alge, sondern ein Bakterium und Chlorella ist eine Süsswasseralge. Dies erklärt, warum sie kein Jod enthalten. Man kann sie also nicht anstelle von Seealgen (z.B. von Lunderland oder in der Algen-Kräuter-Mischung von Barf and More) verwenden, sondern höchstens zusätzlich.

Noch relativ unbekannt, aber sehr wirkungsvoll ist der Einsatz von Gesteinsmehlen wie Zeolith oder Bentonit. Die Pulver binden Schadstoffe und schädliche Bakterien im Darm und können deswegen hervorragend zur Darmreinigung beispielsweise nach Antibiotikagaben oder bei Durchfall eingesetzt werden. Es gibt für Hunde spezielle Präparate, man kann aber auch die für Menschen nehmen und die Dosierung entsprechend anpassen. Noch hat Myluckydog kein entsprechendes Präparat im Angebot, aber ich bin dran, die Sortimentsschnüfflerin gehörig zu nerven deswegen, denn die Pülverchen sind komplett natürlich und sehr wirkungsvoll.

 

Anja Marti-Jilg, futterratgeber.ch

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