Futterzusätze Teil 1

Wozu braucht man überhaupt Futterzusätze?

Welpe-mit-Napf 

Roh füttern mit Extras

Die BARF-Anhänger sagen gerne, ihre Fütterungsmethode sei im Prinzip ganz einfach. Das stimmt auch – im Prinzip. Aber der Teufel steckt wie immer im Detail. Es braucht nämlich für eine ausgewogene Ernährung mit Rohfutter zwar nicht jeden Tag das volle Programm, aber über die Woche verteilt in einigermassen sinnvollen Relationen zueinander folgende Bestandteile:

- Muskelfleisch verschiedener Tiere

- Fleischige und weniger fleischige Knochen

- Diverse Innereien wie Herz, Leber, Milz, Lunge

- Fisch und Eier

- Gemüse und Obst

Hat man einen mittelgrossen bis grossen Hund, der mehr oder weniger alles verträgt, eine grosse Tiefkühltruhe und eine Quelle, wo man das alles beziehen kann, ist es tatsächlich mit ein bisschen Übung und einem vernünftigen Futterplan für den Anfang unkompliziert.

 

Warum überhaupt Futterzusätze / Ergänzungsmittel?

Hat man aber einen kleinen Hund, der nicht alles verträgt und/oder keine oder eine ungenügend grosse Tiefkühltruhe, wird die Fütterung anspruchsvoller, vor allem, wenn man nicht auf synthetische Alles-in-einem-Ergänzungspulver zurückgreifen will.

In diesem und im Blog von nächster Woche widme ich mich darum detailliert den Ergänzungsmitteln für Hunde, die roh gefüttert werden. Diese Woche geht es um Ergänzungen, die notwendig sind, wenn man die oben aufgezählten Nahrungsmittel teilweise nicht füttern kann oder will. Nächste Woche stelle ich dann weitere nützliche, aber nicht notwendige Ergänzungsmittel oder solche, deren Nutzen nicht eindeutig wissenschaftlich belegt ist, vor.

Die Dosierungen für die einzelnen Mittel sind sehr unterschiedlich. Sie reichen je nach Hund von einer Messerspitze bis zu mehreren Esslöffeln – bitte unbedingt am Anfang einen Futterplan machen lassen, wenn man Ergänzungen verwendet oder zumindest die Packungsanweisungen genau lesen und befolgen.

 

Kalzium muss sein

Wer keine Knochen füttern kann oder will, aber auch wer zum Beispiel seinem kleinen Hund nur Hühnerflügel auftischt, weil alles andere zu gross und zu hart ist, muss etwas Kalzium ergänzen. Geeignet sind dazu gemahlene Eierschalen, Algenkalk, Kalziumpräparate oder auch Knochenmehl, das aber in der Schweiz schwierig zu bekommen ist.

Jod fehlt meistens

Praktisch immer ist zu wenig Jod in der Ration, ausser wenn man regelmässig grössere Mengen Seefische füttert. Dieser Mangel kann leicht durch Seealgenmehl behoben werden. Aber Achtung, es gibt mittlerweile auch Chlorella und Spirulina Algen als Hundefutter-Ergänzung zu kaufen. Diese enthalten aber kein Jod. Seealgen sind sehr jodreich, die Dosierung muss exakt erfolgen und keinesfalls nach Gefühl. Mehr über Spirulina und Chlorella im nächsten Beitrag.

Bierhefe für die B-Vitamine

Viele Barfer ergänzen ihre Ration mit Bierhefe, um mehr B-Vitamine zu geben. Hier muss aber in die andere Richtung gewarnt werden: So furchtbare hohe Dosen an B-Vitamine enthält Bierhefe leider doch nicht, so dass man hier auch bei kleinen Hunden ruhig den Esslöffel hervorholen darf. Entsprechend fragwürdig sind Mischprodukte, in denen unter anderem Bierhefe für die B-Vitamine enthalten ist und dann soll man einem mittelgrossen Hund nur einen Teelöffel pro Tag von der Mischung geben. Damit bekommt er B-Vitamine leider nur in fast homöopathischer Dosierung. Vitamin B12 steckt übrigens nur in sehr kleinen Mengen in Bierhefe und muss anders in die Futterration gelangen.

Lebertran statt Leber

Damit kommen wir zum nächsten Zusatz, der dann notwendig wird, wenn man keine Innereien füttert. Das Thema Innereien ist eine echte Knacknuss beim BARF, denn sie sind sehr wichtig für eine ganze Reihe von für Hunde essentiellen Vitaminen und Spurenelementen. Sie stecken voller Vitamin A und D, enthalten aber auch Kupfer und Zink und Eisen und eben Vitamin B12. Lebertran ist ein ganz guter Ersatz für Vitamin A und D, muss aber auch genau dosiert werden, meist reichen wenige Teelöffel pro Woche. Vitamin B12 kann nicht mit Lebertran zugeführt werden. Vitamin B12 steckt aber in grossen Mengen in fettigem Meeresfisch, vor allem in Makrele, aber auch in Lachs oder Thunfisch oder in Kaninchenfleisch. Abwechslung bei den tierischen Proteinlieferanten ist also auf jeden Fall wichtig.

Mit Ölen läuft es besser

Eine runde Sache wird das selber Füttern, und das gilt sowohl für rohe als auch gekochte Nahrung mit ein paar guten Fetten und Ölen. Generell sollte eine Hundefutter-Ration nicht zu fettarm sein, also auch von den Fleischsorten her nicht nur magere, sondern auch durchwachsene Sorten enthalten. Ergänzen kann man das Ganze mit verschiedenen Pflanzenölen, die vor allem die wertvollen Omega 3 und Omega-6-Fettsäuren beisteuern. Hunde müssen diese beiden lebenswichtigen Fettsäuren in einem bestimmten Verhältnis zueinander aufnehmen. Da Schlachttiere aus Massentierhaltung – leider der Normalfall auch beim Fleisch für Hunde - aber eher Omega-6-lastiges Fleisch liefern, sollten die zugesetzten Öle eher Omega 3-lastig sein. Optimal ist dafür Leinöl. Borretschöl und Nachtkerzenöl haben keine ganz so optimale Fettsäurenstruktur, bringen dafür ein paar andere Vorteile mit sich. Sehr gerne wird Lachsöl genommen, weil es zusätzlich zwei essentielle Fettsäuren enthält, die man EPA und DHA abkürzt (den ganzen Namen wollt ihr gar nicht wissen…). Das Zusammenspiel der verschiedenen Fettsäuren ist wichtig und recht komplex. Vor allem bei Haut- und Fellproblemen und bei entzündlichen Erkrankungen und Allergien wirken sie gut. Den besten Nutzen zieht man aus der Öl-Fütterung, wenn man verschiedene Öle abwechselt. Damit sie nicht ranzig werden, kann man sie mit Vitamin E stabilisieren oder vor allem für kleine Hunde auf Kapseln ausweichen. Es sind die gleichen geeignet, wie man sie auch für Menschen kaufen kann.

 

Nächste Woche geht’s dann weiter mit allerlei Kräutern und ein paar Substanzen aus Fels und aus dem Wasser – lasst euch überraschen!

Anja Marti-Jilg, futterratgeber.ch

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