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Fleischmehl im Hundefutter

Frisches Fleisch oder „bloss“ Fleischmehl?

Als ich anfing, mich für die Zusammensetzung von Fertigfuttern zu interessieren, stand ich einmal in einer Filiale eines grossen Tierfutter-Discounters und las mich durch das Kleingedruckte auf der Rückseite eines Hundefutter-Sacks. Eine freundliche Verkäuferin bot mir ihre Beratung an und fand, das Futter, das ich da in der Hand hielt, sei ihrer Ansicht nach nicht das allerbeste, es enthalte zu viel Mehl. Eine seltsame Aussage und damals dachte ich, sie meine damit Getreidemehl. Tatsächlich enthielt das Futter Fleischmehle verschiedener Tierarten und war, zumindest würde ich das heute so sehen, eigentlich ein ganz gutes Futter.

 

Warum Fleischmehl im Hundefutter gut ist

Trotzdem hört und liest man immer wieder, dass Hundebesitzer ein Futter ablehnen, weil es bloss Fleischmehl und kein richtiges Fleisch enthalte. Für mich ist das eines der grössten Irrtümer, denen man im Zusammenhang mit Fertigfutter aufsitzen kann. Frischfleisch gibt es nämlich in Trockenfutter schlicht weg nicht. Das Fleisch wird entweder vor der Verarbeitung im Extruder schon getrocknet oder spätestens während der Verarbeitung. Für das Endprodukt macht das keinen Unterschied. Auch die so genannten kalt gepressten machen da keine Ausnahme. Bevor die Pellets gepresst werden, egal bei welcher Temperatur, wurde das enthaltene Fleisch bereits auf mindestens 100 Grad erhitzt und getrocknet. Liest man also auf der Zutatenliste „enthält mindestens 30 Prozent frischen Hühnerfleisch“ und es kommt dann nix mehr mit Fleisch, ist das ein Futter, das ganz sicher nicht durch hohen Fleischgehalt glänzt, denn die 30 Prozent Frischfleisch bestehen aus bis zu 80 Prozent Wasser! 20 Prozent Fleischmehl hingegen sind für ein Trockenfutter gar nicht so schlecht, mehr als 30 Prozent werden selten erreicht.

 

Tiermehl ist nicht gleich Fleischmehl

Fleischmehl, vor allem, wenn die Tierart dann noch genau benannt ist, ist also eine hochwertige, sehr proteinreiche Zutat für ein Trockenfutter, eigentlich die wichtigste überhaupt. Ein wenig anders sieht es mit dem Tiermehl aus, also zum Beispiel „Geflügelmehl“ ohne das Wort Fleisch dazwischen. Darin ist das gesamte Tier enthalten also auch Federn, Klauen, Schnäbel und ähnliche nicht sehr hochwertige Bestandteile. Allerdings darf auch Fleischmehl einen gewissen Anteil Knochen enthalten – es gibt da verschiedene Qualitäten. Als Tierbesitzerin kann man das aufgrund der Packungsangabe nicht so genau herausfinden. Ein hoher Kalziumgehalt (über 1.3%) und ein hoher Rohaschegehalt (über 7 %) weisen darauf hin, dass im Fleischmehl wahrscheinlich ziemlich viel Knochen enthalten sind.

 

Andere Proteinquellen im Hundefutter

Der Fleischmehl-Gehalt alleine ist jedoch nicht entscheidend dafür, ob das Futter viele hochwertige tierische Proteine enthält. Oft sind im Trockenfutter noch Fischmehl, getrocknete Eier oder Milchprodukte sowie getrocknete tierische isolierte oder hydrolisierte Proteine enthalten, die ebenfalls zur Eiweissversorgung beitragen.

 

Noch eine persönliche Bemerkung dazu: Auch wenn es wissenschaftlich nicht erwiesen ist, plädiere ich dafür, einem Hund nicht nur getrocknete oder zu Mehl vermahlene tierische Proteine zukommen zu lassen, sondern tatsächlich auch frisches rohes oder gekochtes Fleisch. Das darf dann auch aus der Dose kommen, sollte dann aber wirklich Fleisch sein und nicht wieder eine Pampe aus tierischen Haupt- und Nebenerzeugnissen sein.

 

Anja Marti-Jilg, Futterratgeber.ch

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