Erziehungstipps für Hunde aus dem Fernseher!

Sogenannte Hundeflüsterer im TV gibt es wie Sand am Meer. Vorneweg! Ich möchte mit diesem Bericht keinem zu nahe treten, möchte niemanden verurteilen und keine Beurteilung für geleistete Arbeit abgeben. Mein Ziel ist es, über Hundetrainer im Fernseher zu berichten, die Risiken auf zu zeigen und eine gewisse Transparenz zu schaffen. Also bitte nicht falsch verstehen! Ich spreche natürlich auch nicht über einen speziellen Hundetrainer. Im Moment steigt der Trend zu Hundetraining im TV immer mehr, wir werden heute die Problematik dabei herausfiltern.  

 

Die ganze Geschichte kennen:

 

Problematisch bei Hundetrainer im TV ist vor allem, dass wir nicht die ganze Geschichte der Hunde und der Hundeführer kennen. Meist werden uns nur dramatische Szenen aus dem Leben der Hunde aufgezeigt. Da beißt ein Hund gerade eine Leine kaputt, beim nächsten Fall verkriecht sich ein völlig verängstigter Hund hinter dem Sofa. Wir können innert dreißig Minuten nicht beurteilen, von was diese Angst kommt oder wie Aggressionen zustande kommen. Wichtig ist also immer, die Geschehnisse mit Bedacht zu betrachten.

 

Genau hinschauen:

 

Leider passiert es immer öfter, dass die Hunde während einem Fernsehdreh in die Enge getrieben werden und der Situation ausgeliefert sind. Diese Hilflosigkeit hat einen Fachausdruck, man spricht hier von erlenster Hilflosigkeit. Bedrohliche Situationen, denen die Hunde nicht ausweichen können, wird mit einer Hilflosigkeit entgegengewirkt. Dies hat aber nichts mit Vertrauen oder Problemlösung zu tun! Achte dich bei der Sendung mal ganz genau auf die Beschwichtigungs - Signale. Methoden mit Schepperbüchsen. Sprühhalsbänder oder Wasserpistolen sind beim ersten Hinschauen effektiv, dies aber auch nur weil Hunde auf Schreckreize reagieren.

 

Es gibt eine Möglichkeit, die Sendungen mal ohne Einwirkung zu beurteilen. Schalte den Ton ab und beobachte nur den Hund und deren Körpersprache. Angst, Freude, Aggression und Vertrauen werden ganz deutlich gezeigt.

 

Was ist eigentlich ein Problemhund?

 

Spannend finde ich persönlich immer, dass die Hunde im TV als Problemhunde dargestellt werden. Dominantes, aggressives Verhalten als hauptsächliches Problemverhalten. Wer jedoch die Körpersignale der Hunde richtig deuten kann, weiß das aggressive Reaktionen oder vorgespielte Dominanz meist nur missverstandene Angstreaktionen sind. Der einzige Ausweg für diese Hunde ist ein aggressives Verhalten. Wenn ein Hund also Angst hat, dies durch eine aggressive Reaktion zu umgehen versucht und dann noch ein Schreckreiz dazu kommt, werden die Hunde den Rückzug antreten, erstarren und hoffen, dass sie die Situation nur irgendwie lebend überstehen. Auf Angst basierende Ausbildungsmethoden sind aus ethischer und tierschutzrechtlicher Sicht absolut nicht vertretbar. Es kann also sein, dass ein leicht zurückhaltender, scheuer Hund durch eine Einengung, falsch Interpretation und Überforderung mit einem aggressiven Verhalten die Überforderung überspielt. Die Aggression oder Dominanz ist in keinem Sinne von Grund aus, man kann eher sagen, dass sie von uns Menschen herangearbeitet wurde.

 

Auch Fernsehhundetrainer sind nur Menschen:

 

Ganz nach dem Motto: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Sollte man die jeweiligen Hundeshows genauer betrachten. Das Schema funktioniert immer gleich. Es sind sehr freundliche, charismatische und sympathische Hundetrainer, welche von einem absolut perfekten Marketing unterstützt werden. Und denkt immer daran, in der Sendung werden nur die Fälle gezeigt, bei denen es funktioniert. Wir können davon ausgehen, dass auch die berühmten Hundeflüsterer Hunde in Behandlung hatten, bei denen die angewendeten Methoden schlicht nicht funktionierten.

 

Viele Wege führen nach Rom:

 

Heute sprechen wir in den Verhaltenstherapie von der positiven Bestärkung. Angst, Frust und Aggression wird mit positiven Erfahrungen umgesteuert und so verändert. Das Verlangen nach der nicht gewollten Reaktion sinkt. Leider sind diese Methoden nicht spektakulär und deswegen gänzlich ungeeignet für Szenen im Fernseher. Wir können aber davon ausgehen, dass die Hunde über längere Zeit durch positive Bestärkung einen großen Erfolg erzielen können. Hundeerziehung kann nicht über alle Hunde gebrochen werden. Jeder Hund ist ein einzelnes Individuum und benötigt ein einfühlsames, abgestimmtes und einzigartiges Training.

 

Fazit:

 

Sicher gibt es Tipps und Tricks, welche wir uns in solchen Hundesendungen abschauen können. Neue Ideen, Denkanstöße und andere Überlegungen schaden keinem Training und jeder gute Trainer informiert sich immer wider über neue Anstöße. Es liegt also an unserem gesunden Menschenverstand, die Methoden der Hundeflüsterer zu hinterfragen und beurteilen. Jeder, der ein gutes, faires und freundschaftliches Verhältnis zu seinem Hund hat, weiß wie viel Geduld, Toleranz und Umdenken Hundeerziehung mit sich bringt. Einfache Standardmethoden funktionieren nicht, unsere Hunde sind schließlich keine Maschinen, welche man mit einer Gebrauchsanweisung bedienen, umprogrammieren und steuern kann. Ich wünsche dir und deinem Hund viele erfolgreiche, lehrreiche und spannende Hundestunden, lernt voneinander und miteinander, so kommt ihr am besten voran.

 

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