Ernstfall Beissvorfall mit Hunden

Am letzten Wochenende traf es mich das erste Mal, einer meiner Hündinnen raufte sich und es kam zu einer hässlichen Beisserei. Ich möchte Euch heute aufzeigen, wie Ihr am Besten bei einem Beissvorfall reagiert.

Ursachen:

Beissvorfälle bei Hunden sind keine Seltenheit und haben überhaupt nichts damit zu tun, ob die Hunde brav sind oder nicht. Oft geschehen Dinge, die wir als Hundehalter gar nicht sehen, die Hunde aber als Provokation oder als Angriff registrieren. Die wenigsten Beissvorfälle sind auf effektiv verhaltensgestörte Hunde zurück zu führen. Bei aller Liebe dürfen wir nie vergessen, unsere Hunde sind Raubtiere, sie können, wenn sie wollen, ohne Probleme ein anderes Tier oder einen Artgenossen schwer verletzten oder gar töten. Ich vertrete ganz klar die Meinung, dass jeder Hund beissen kann, wenn es dann sein muss!

Im Ernstfall:

Wenn es dazu kommt, dass zwei Hunde sich verbeissen, ist das oberste Gebot: Ruhe! Es bringt wenig, wild herum zu schreien und hysterisch die Hunde zu beruhigen. Versucht, auch wenn es ziemlich schwer ist, einen klaren Kopf zu behalten. Analysiert die Situation kurz, kann kein dritter Hund die Rangelei noch verschlimmern? Ist der Besitzer des anderen Hundes anwesend? Hunde, die sich ineinander verbeissen, zu trennen, ist eine sehr gefährliche Sache. Es gibt verschiedene Methoden, die Hunde auseinander zu bringen, ohne sich grossem Risiko auszusetzten. In meinem Fall, war es notwendig, die Hunde auseinander zu nehmen, sonst hätte es tödlich enden können. Man kann es pauschal so sagen, Rüden, vor allem Kastraten, machen meistens eine Rangordnung aus, wirkt böse, wird aber meistens schnell beendet. Hündinnen dagegen, verstehen keinen Spass, da kann es schnell um Leben und Tod gehen!

Variante 1: Wenn der andere Besitzer auch da ist, könnt Ihr die Hunde zusammen trennen. Jeder packt seinen Hund am Halsband und zieht ihn hoch, nicht die Hunde auseinander ziehen, sondern einfach nach oben. So dass die Hunde mit den Vorderläufen den Boden verlassen. Rein aus Selbstschutz werden die Hunde loslassen, da sie so früher oder später keine Luft mehr kriegen! Keine Angst, Ihr könnt Euren Hund nicht erwürgen, vorher lässt er den anderen Hund los. Wenn der Hund losgelassen hat, einfach ruhig am Halsband halten, aber gleich wieder am Boden abstellen und vom anderen Hund wegdrehen! Es ist wichtig, dass beide Hundehalter ihre Hunde sehr gut festhalten! Je nach Stimmung kann es gut sein, dass die Hunde sobald sie Boden unter den Füssen haben, wieder aufeinander losgehen!

Variante 2: Gerade dann, wenn Du alleine in so einer Situation steckst, hilft nur noch ein Besen oder ein Stock, der die Hunde gewaltsam auseinander bringt! Es ist ganz klar,  dass Ihr damit rechnen müsst, dass Euer oder der andere Hund damit verletzte wird, aber, wenn Ihr das nicht macht, kann es sein, dass die Hunde sich gegenseitig umbringen!

Ich möchte bei beiden Varianten betonen, diese nur anzuwenden, wenn es sich wirklich um einen absoluten Notfall handelt! Wenn die Hunde nicht mehr abrufbar sind und sich ineinander verbeissen, müssen sofort harte Massnahmen ergriffen werden! Ein Hund, der einen anderen in einer Keilerei umbringt, wird beim Veterinärsamt gemeldet und das wird für dich als Hundehalter rechtliche Folgen haben.

Nach einer Beisserei:

Wir konnten unsere Hunde zum Glück voneinander trenne, die Verletzungen haben sich in Grenzen gehalten, trotzdem musste meine Hündin in die Tierklinik. Wichtig ist, nach einem solchen Vorfall auch nicht panisch zu reagieren. Wenn keine grossen Verletzungen sichtbar sind, lauft zehn Meter mit euren Hunden auseinander und kontrolliert die Hunde kurz durch. Auch hier ist einfach Vorsicht das oberste Gebot. Die Hunde müssen sofort an der Leine geführt werden und sollten nicht mehr aufeinander treffen. Wenn Ihr offene Beisswunden habt, müsst ihr schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen, je schneller die Wunde genäht werden kann, desto besser verheilt sie.

Fazit:

Es ist kein schönes Thema, ich weiss es. Und niemand möchte seinen Hund würgen oder gar mit einem Besen von einem anderen Hund trenne, es gibt aber leider immer wieder Fälle, wo wir als Hundehalter dazu gezwungen werden. Achtet einmal mehr darauf, ob die Hunde, die Euch entgegen kommen an der Leine sind, nehmt Rücksicht aufeinander und seid offen, wenn einer von Euren Hunden nicht freundlich ist. Es ist nichts schlimmes und hat nichts damit zu tun, ob ihr gute Hundehalter seid, oder nicht! Ein guter Hundehalter kennt seinen Hund und setzt ihn keiner Gefahr aus. Meiner Hündin geht es wieder gut, sie hat das alles ziemlich locker verkraftet, lockerer als ich denke ich manchmal.

Ich wünsche Euch allen friedliche Hundebegegnungen.  

Herzlich, Xenia mit Gind und Liv

 

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