Ein Hund zum mieten - Was sollen wir von diesem Trend halten?

In unserer Gesellschaft kann man immer mehr Dinge mieten, leasen und ausleihen. In den USA begann vor einiger Zeit dieser Trend nun auch beim Hund. Hunde werden vor allem an ältere Menschen vermietet für Geld. Dieses Geschäft mit Lebewesen, die normalerweise starke Bindungen zu einer Bezugsperson aufbauen, ist sehr umstritten und deshalb möchte ich heute einmal die Vor- und Nachteile sowohl für den Menschen als auch für den Hund hier aufzeigen. Denn was für den Menschen oft Glück bedeutet, ist für das Tier nicht immer genau so gut wie wir denken. Und schliesslich gibt es zu diesem „Rent-a-dog“ Modell auch zahlreiche Alternativen, die wir hier ebenfalls erwähnen wollen.


Hundevermietung – Wie funktioniert dieses Geschäft überhaupt?


Das Vermieten von Hunden wird vor allem älteren Menschen angeboten, die sich keinen Hund vom Züchter holen möchten, und trotzdem gern einen Lebenspartner hätten. Die Hundevermietung bietet nun verschiedene Hunde zu einer bestimmten Grundgebühr, die je nach Hund und dessen Ausbildungsstand variiert, und einer zusätzlichen monatlichen Gebühr von 150.- an. Diese Miethunde wurden gut gepflegt und tierärztlich versorgt, um danach in ihr neues, manchmal vorübergehendes Zuhause ein zu ziehen. Der Hundemieter bezahlt nun noch zusätzlich die Hundesteuer wie ein normaler Hundebesitzer dies auch zu tun hat, dafür ist im Mietpreis bereits die Versicherung des Hundes, ein Ferienservice und die Futterlieferung inbegriffen. Die Vermittlung wirbt damit, einen Partnerhund auf Lebzeiten zu vergeben, deshalb bleibt der Hund auch solange vermietet, bis der Besitzer oder der Hund stirbt oder der Hund aus anderen Gründen zurück gegeben wird. Solange der Hund bei seiner Rückgabe nicht krank oder zu alt ist, wird er weitervermittelt. Dies bedeutet für den Hund eventuell mehrere Besitzerwechsel, die bei älteren Mietern natürlich häufiger vorkommen wie bei anderen Hundebesitzern. Vermittelt werden nur ruhige und unkomplizierte Hunde, die nicht viel Bewegung brauchen. Also fallen Jagd- und Laufhunderassen schon einmal aus dem System der Hundevermietung raus. Zudem sind die Abgabehunde immer von kleinen Rassen gewählt, die ein Gewicht von bis zu zehn Kilogramm erreichen. Natürlich werden die Mieter vor der Hundeabgabe überprüft auf deren Wohnverhältnisse, den Gesundheitszustand, der genügend ausgiebige Spaziergänge mit dem Hund ermöglichen muss und deren Erfahrung mit Hunden. Viele der Mieter besassen in jungen Jahren bereits einen Hund und besitzen deshalb das nötige Know-How und können Verantwortung für ein Lebewesen übernehmen. Falls alles passt, wird der gemietete Hund auf unbestimmte Zeit zu seinem vorübergehenden Besitzer gegeben.


Was sind die Vorteile eines Miethundes?




Zum einen ist es ein klarer Vorteil für die Mieter, die oft ältere Menschen sind, dass sie sich keine Probleme zu machen brauchen, falls sie sich im Falle plötzlicher Krankheit oder eines längeren Spitalaufenthaltes eine längere Zeit nicht um den Hund kümmern können. Die Mietstelle nimmt die Hunde in solchen Fällen nämlich auf, solange der Halter verhindert ist. Die Hunde bieten diesen älteren Menschen ein Stück Lebensqualität gegen die Einsamkeit und wirken auch auf die Gesundheit der Menschen meist sehr positiv. So haben die Senioren einen Grund sich täglich an der frischen Luft zu bewegen und sind immer in Obhut eines treuen Begleiters, der in vielen Fällen schon Leben gerettet hat und somit auch Sicherheit bedeutet. Für den Hund hat das ganze insofern den Vorteil, dass ältere Leute sich oft viel Zeit für den Hund nehmen. Trotzdem sind nur Hunde geeignet, die entweder selber schon im Seniorenalter sind und es gerne etwas gemütlicher haben oder welche, die nicht viel Bewegung brauchen und sich auch bei ruhigen Spaziergängen auspowern können.

 

Was sind die Nachteile eines Miethundes?


Der Tierschutz stellt sich an vielen Orten etwas quer, was das Vermieten von Hunden angeht. Ein Hund ist ein Tier mit einem sehr starken Bindungsbedürfnis, dem viele Besitzerwechsel nicht gut tun. Gerade bei älteren Mietern kann es aber durchaus häufig der Fall sein, dass der Hund den Besitzer in seinem Leben mehrmals wechselt. Der Hund soll nicht zur Sache gemacht werden, die man für Geld mietet und jederzeit wieder umtauschen oder zurückgeben kann. Genau das ist aber bei einem Miethund der Fall. Es ist sehr schwierig Hunde zu finden, die so unkompliziert und flexibel sind, dass ihnen dieses Vermietet werden nichts ausmacht. Denn die Hunde müssen nicht nur sehr gut sozialisiert sein, sondern auch freundlich, ruhig und gut handelbar. Denn gerade ältere Personen haben oft nicht mehr die Kraft einen Hund von Grund auf zu erziehen und deshalb kommen Junghunde, die ihren Besitzer noch austesten nicht in Frage. Ob diese Vermietung für den Hund ebenfalls so gut ist wie für die Besitzer ist dahin gestellt, aber auf jeden Fall ist es nicht die einzige Lösung für ältere Menschen, denn es gibt zahlreiche Alternativen wie im nächsten Abschnitt beschrieben wird.


Die Alternativen zu einem Miethund sind vielseitig:




Zum einen bieten sehr viele Tierheime gerade älteren Menschen und Leuten, die sich keinen Hund halten können an, mit den unkomplizierteren Tierheimhunde spazieren zu gehen. Dieser freiwillige Spazierdienst entlastet nicht nur die Mitarbeiter im Tierheim sondern bietet den Hunden auch eine schöne Abwechslung zu ihrem Alltag. Natürlich gelten mit den Hunden aus dem Tierheim einige Regeln, die bei einem Miethund nicht der Fall wären, das ist aber eigentlich kein Problem für Hundeliebhaber. Zum Beispiel gilt bei Hunden aus Tierheimen oft, dass sie nicht von der Leine gelassen werden dürfen und dass der Kontakt zu anderen Hunden eher vorsichtig angegangen werden sollte.
Eine weitere Alternative bieten jene Menschen, die mit ihren Hunden in den Altersheimen Besuche abstatten. Seien dies Therapiehunde mit einer speziellen Ausbildung oder ganz normale Hunde. Die meisten Senioren freuen sich an diesen oft regelmässigen Treffen sehr und geniessen die Anwesenheit dieser Hunde. Diese Besuche dienen nicht nur therapeutischen Zwecken sondern geben auch den Menschen die Freude an einem Hund, die sich keinen eigenen mehr anschaffen können.
Für ältere Menschen, die noch sehr gut auf den Beinen sind und alleine zurecht kommen, gibt es auch spezielle Vermittlungsseiten, die besonders Hundesenioren anbietet. Senioren für Senioren um die letzten Jahre des Lebens nicht mehr allein verbringen zu müssen. Dieses Angebot finde ich persönlich attraktiver als das Mieten eines Hundes, da man so einem alten Hund, der nur schwer ein neues Zuhause finden würde, ein angemessenen Heim geben kann und dessen Bedürfnisse wird ein aktiver Senior sicher gerecht.


Auch wenn die Menschen bei den beiden ersten Alternativen nicht so sehr das Gefühl des eigenen Hundes haben, sind es doch schöne Möglichkeiten mit einem Hund Kontakt zu haben. Und für Menschen die genug fit sind einen eigenen Hund zu halten, braucht es nicht zwingend Miethunde, sondern gibt es, wie in der dritten Variante beschrieben auch sehr gut geeignete Verkaufshunde.

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