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Dominanz beim Hund – Wie geht man mit Dominanz richtig um?

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Die Dominanz bei Hunden ist ein sehr grosses Thema und wird auch leider sehr oft falsch interpretiert und missverstanden. Es kursieren viele Gerüchte und Tipps, die sich teilweise widersprechen, und niemand weiss was man denn da jetzt glauben soll und was wirklich stimmt. Dieser Blog soll versuchen einen kleinen Einblick zu geben und zu erklären, was an dominantem Verhalten wirklich dran ist und wie es in den meisten Fällen gehandhabt werden sollte.

Die Definition von Dominanz – Um was geht es überhaupt?

Dominanz Verhältnisse gibt es natürlich nicht nur zwischen Hund und Mensch sondern sind in fast allen Bereich an zu treffen. Um aber über diese Dominanz zu sprechen, müssen wir uns zuerst damit befassen, was Dominanz genau meint. Unter einem dominanten Individuum verstehen wir eine Person oder ein Tier, dass in der Lage ist mit seinem Verhalten das Verhalten von einem oder sogar mehreren anderen Individuen zu beeinflussen und zu kontrollieren. Wer also dominant ist, hat eine gewisse Macht gegenüber den anderen Individuen und kann das Verhalten der anderen zu einem bestimmten Grad steuern und mit entscheiden. Im Zusammenhang mit unseren Hunden ist vor allem der Begriff der sozialen Dominanz relevant, welcher aus dem Bereich der Verhaltensbiologie stammt. Unter der sozialen Dominanz wird der Vorrang eines dominanten Tieres im Zugang zu einer Ressource verstanden. Also das dominante Tier darf vor den anderen Tieren fressen oder trinken, die anderen haben ab zu warten und sich dem zu fügen. Dieses Verhalten der Tiere ist aber kein Dauerverhalten und tritt nur dann auf, wenn es eine Ressource nicht im Überfluss für alle Tiere gleichzeitig gibt. In der restlichen Zeit leben diese Tiere konkurrenzfrei zusammen in einem Rudel.

Die Dominanztheorie – Was sagt sie uns wirklich?

Die Dominanztheorie gibt es schon eine ganze Weile und hat zum Ziel, das Verhalten von Individuen gleicher Art zu beschreiben, wenn es um die Konkurrenz um eine bestimmte Ressource geht. Anhand dieser Untersuchungen lassen sich dann Reaktionen und Verhaltensweisen der Tiere auch vorhersagen und erklären. Zuerst wurden solche Dominanzverhalten bei Hummeln, Hühnern und Affen entdeckt, und später dann auch beim Hund. Das soziale Dominanzverhalten der Tiere ist aber ein sehr variables Phänomen und die Interpretation hat sich schon sehr oft als schwierig heraus gestellt. Die Dominanzbeziehungen verschiedener Tiere sind nämlich genau so unterschiedlich wie die Tiere selbst und hängen von sehr vielen verschiedenen Faktoren ab. So ist zum Beispiel das beobachtete Dominanzverhalten der Hühner in keiner Weise mit dem der Affen oder Hunde zu vergleichen, sondern jedes Tier hat seine eigene Art sich zu verhalten und zu kommunizieren. In der heutigen Hundehaltung braucht ein Hund zwar eine klare Führung, jedoch braucht er keine dominante Menschenfigur, die ihn dominiert. Aber was dann?

Wir Menschen leben in einer ziemlich hierarchischen Struktur. Politische Systeme sind sehr stark hierarchisch geordnet, wer in der Karriere aufsteigen will muss sich die höhere Position hart erarbeiten und hat dann mehr Macht als die in der Rangordnung unten stehenden etc. Dieses System lässt sich aber nicht einfach so auf unsere Hunde kopieren! Oft wird aber dann ein Gerangel unter Hunden als Kampf um eine bestimmte Position verstanden, wo es sich gar nicht um so was handelt. Aber was für eine Dominanz haben wir denn dann in der Mensch-Hunde Beziehung?

Dominanz zwischen Mensch und Hund:

Die Dominanz die zwischen Mensch und Hund herrscht ist nicht vergleichbar mit der sozialen Dominanz die Hunde untereinander zeigen können. Besser passen würde hier die Interspezifische Dominanz. Bei dieser Art der Dominanz geht es um das Vorherrschen einer bestimmten Art über eine andere und nicht um die Konkurrenz um Ressourcen, wie das bei der sozialen Dominanz der Fall ist. Bei der Interspezifischen Konkurrenz nimmt eine Art starken Einfluss auf die andere Art, ohne dass eine Konkurrenz um Ressourcen bestehen würde. Und wir wissen alle, dass der Einfluss von uns auf unseren Hund sehr gross ist. Wir entscheiden was der Hund frisst und wann, wann und wie lange er raus geht, wie oft und wie viele Artgenossen er zum Spielen oder beschnüffeln hat, wie kontrollieren auch seinen Sexualtrieb und entscheiden eigentlich über sein ganzes Leben. Wir sind also gegenüber unserem Hund eine sehr stark dominante Art, welche ihn in seinem Leben immens beeinflusst.
Wir sollten uns also unserer Dominanz gegenüber unserem Hund immer bewusst sein und diese Dominanz mit Verantwortung tragen. Dazu gibt es zum Schluss in diesem Blog noch einige Tipps, die im Zusammenleben mit einem Hund sehr wichtig sind.
Der Hund ist ein eigenes Lebewesen und sollte immer als solches wahrgenommen werden. Dazu gehören auch seine eigenen Bedürfnisse, die denen des Menschen nicht ganz entsprechen und auf die wir eingehen sollten. Trotz unserer Dominanz über den Hund sollten wir zu ihm eine sichere soziale Bindung aufbauen, die auf Respekt, Vertrauen und Sicherheit basiert und nicht auf irgendwelchen Dominanzverhältnissen. Gib einem Hund immer genügend Zeit die Regeln im Zusammenleben zu erlernen und sich anzupassen. Unsere Hunde wissen nicht von Anfang an was wir von ihnen wollen, sondern müssen das auch zuerst lernen und in die alltägliche Routine übernehmen. Bei der Erziehung des Hundes sollte der Fokus auf dem erwünschten Verhalten liegen und nicht auf dem, was der Hund nicht tun sollte. Das heisst: Erwünschtes Verhalten sollte sofort gelobt werden, während unerwünschtes Verhalten einfach kommentarlos gestoppt wird, aber nicht bestraft werden sollte. Der Hund lernt so viel effektiver und liebevoller, was erwünscht ist und was nicht.

 

Dominanz ist also nicht das, was die meisten darunter verstehen oder besser gesagt nicht nur. Die verschiedenen Arten der Dominanz gilt es zu unterscheiden und zu merken, welche Dominanz zwischen Mensch und Hund angebracht ist und welche nicht. So kann ein Zusammenleben mit dem Hund bestens funktionieren und muss auch nicht mit Strafen und Gewalt kontrolliert werden. Natürlich gibt es immer Hunde, die es einem schwieriger machen als andere. In diesem Fall ist es wichtig eine geeignete Fachperson hinzu zu ziehen, die Dich unterstützen kann. So klappt es dann auch in den meisten Fällen gut. Leider haben einige Hunde bereits sehr falsche Haltung erlebt und verhalten sich sehr dominant oder aggressiv gegenüber einem Menschen, was nicht einfach rückgängig zu machen ist. Mit professioneller Hilfe und viel Geduld, kann aber auch einem solchen Hund wieder ein normales Verständnis vom Dominanz und ein gesundes Gefühl der Sicherheit und des Vertrauens gelernt werden und ein friedliches Zusammenleben ermöglicht werden. 

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