Die Sebadenitis – Diagnose und Therapie

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Wie im letzten Blog zu diesem Thema bereits erklärt wurde, ist die Sebadenitis eine Entzündung der Talgdrüsen beim Hund, die aber auch bei anderen Tieren wie zum Beispiel Katzen oder Pferden schon vorgekommen ist. Da in Folge dieser Erkrankung kein Talg mehr produziert werden kann, bildet das Hundefell schuppige Verkrustungen und der Hund kann Haarausfall bekommen. Mehr zu den Symptomen bei den einzelnen Hunderassen findest Du im Magazin im ersten Blog über die Sebadenitis. In diesem Blog soll es nun darum gehen, wie diese Krankheit diagnostiziert und danach behandelt werden kann.

Wie wird bei der Sebadenitis beim Hund die Diagnose gestellt?

Ganz klar ist, dass man bei Symptomen einer Sebadenitis einen Tierarzt aufsuchen muss. Es gibt sehr viele ähnliche Krankheitsbilder, die aber zu ganz anderen Krankheiten gehören. So sind zum Beispiel sehr oft Parasiten für kahle Stellen verantwortlich. Um all diese anderen, einfacher diagnostizierbaren Krankheiten aus zu schliessen, muss der Tierarzt einige spezielle Untersuchungen an Deinem Hund vor nehmen. Untersucht wird die Hundehaut unter anderem auf bakterielle Infektionen, Haarbalgmilben (und weitere Parasiten) und Pilze. Neben eben genannten Dingen können aber auch hormonelle Störungen wie zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion für dieselben Symptome verantwortlich sein. Deshalb kann auch eine Blutuntersuchung Aufschluss auf mögliche Erkrankungsursachen geben. Die definitive Diagnose einer Sebadenitis wird anhand einer Hautbiopsie gestellt. Dazu muss man dem Hund unter einer kurzen Sedierung kleine Gewebeproben entnehmen. In der Pathologie werden diese Proben dann untersucht. Bei einer akuten Erkrankung sieht man im Gewebe eine Ansammlung von Entzündungszellen im Bereich der Talgdrüsen. Falls die Krankheit aber bereits chronisch geworden ist, sind die Talgzellen schon zerstört oder gar nicht mehr vorhanden.

Wie kann man diese Krankheit behandeln?

Mit welcher Methode der betroffene Hund behandelt werden soll, entscheidet der Tierarzt je nach Stärke der Erkrankung. Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Therapien, die sehr oft auch kombiniert zum Einsatz kommen. Die lokale Therapie, eine Therapie, die auf essentiellen Fettsäuren basiert und zum Schluss noch die Therapie zur Behandlung des Immunsystems.

Die lokale Therapie:

Die lokale Therapie beschäftigt sich mit der Haut des Hundes und die Behandlung wirkt von aussen auf den Hund ein. Sie ist die wichtigste Behandlungsmethode und wird eigentlich bei allen erkrankten Hunden eingesetzt. Bei einer merklichen Besserung kann diese Behandlung auch wieder reduziert werden. Zur lokalen Therapie gehört die Behandlung des Hundefells mit einem schuppenlösenden und desinfizierenden Shampoo, das beim Tierarzt erhältlich ist. Das Shampoo sollte einmassiert werden und dann einige Minuten einwirken können bevor es gründlich ausgespült wird. Nach dem Shampoonieren des Hundes werden spezielle rückfettende Sprays oder Öle auf die Haut aufgetragen und einmassiert. Damit wird der fehlende Talg in der Haut ersetzt. Während der Hund das Öl auf der Haut trägt ist es ratsam ihm ein lockeres T-shirt an zu ziehen, damit nachher nicht die ganze Wohnung verölt ist.

Die Behandlung mit essentiellen Fettsäuren:

Hierbei handelt es sich um eine Dauertherapie, die bei jedem erkrankten Hund zusätzlich zu den anderen Therapie Methoden sinnvoll ist. Hierbei handelt es sich um die vermehrte Aufnahme von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die sowohl in Kapselform als auch in Form von Öl dem Futter des Hundes beigemischt werden können. Durch eine hohe Dosis essentieller Fettsäuren können die Symptome der Sebadenitis stark verbessert werden.

Die Behandlung des Immunsystems:

Diese Behandlung ist vor allem bei stark erkrankten Hunden notwendig. Zusätzlich zur lokalen Therapie wird anhand von Medikamenten die Immunreaktion des Körpers gehemmt, die überhaupt zu dieser Erkrankung geführt hat. Das Medikament (meist Atopica) hat aber leider auch seine Nebenwirkungen, die je nach Hund unterschiedlich stark ausfallen oder wegbleiben können. Während der Behandlung kann es beim Hund zu Erbrechen und Durchfall kommen, die oft im Laufe der Therapie wieder verschwinden. Auch leichte Änderungen am Zahnfleisch und verstärkte Behaarung kommen vor, verschwinden aber mit Absetzung des Medikaments wieder.

Die Sebadenitis ist meistens eine lebenslange Krankheit, die nicht geheilt aber kontrolliert werden kann. Oft verläuft die Krankheit sehr wechselhaft und es gibt bessere und schlechtere Zeiten. Es kann also durchaus vorkommen, dass man immer wieder mal eine dieser Therapien durchführen muss um die Symptome zu bekämpfen und das Fell und die Haut des Hundes zu pflegen.

 

Da diese Krankheit genetisch verankert ist, kann mithilfe von Gentests und einer guten Zuchthygiene die Häufigkeit dieser Erkrankung eingedämmt werden. Mit einem Hund der stark von dieser Krankheit betroffen ist, sollte deshalb eher nicht gezüchtet werden, da das Risiko von kranken Nachkommen erhöht ist. Trotzdem haben erkrankte Hunde kaum verminderte Lebensqualität, wenn sich der Besitzer die Zeit für die korrekte Ausführung der oben genannten Therapien nimmt und ein bisschen mehr Zeit in die spezielle Pflege des Hundes investiert. 

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