Die Fellfarbe des Hundes – Pigmentstörungen und Abzeichen

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Im letzten Blog, der sich ebenfalls mit der Farbe des Hundefells beschäftigte, ging es um die Grundfarbe und darum wie und wo diese Grundfarbe entsteht. Auch wurden die 5 Grundfarben kurz beschrieben und ausgeführt. Nun sind aber nicht alle Hunde einfach in einer der Grundfarben gefärbt sondern weisen zum Beispiel noch weisse Abzeichen und Scheckungen auf. Über diese Flecken wollen wir heute im Blog bisschen genaueres erfahren. Denn solche Flecken machen unseren Hund auch individuell und dienen als Erkennungszeichen.

Weisse Abzeichen und Scheckung:

Weisse Abzeichen und Scheckungen unterscheiden sich eigentlich nur in der Grösse der Flecken. Dabei sind Abzeichen meist kleine weisse Stellen und Scheckungen bezeichnen flächendeckende weisse Flecken auf dem Hundekörper. An diesen Stellen wird keines der im letzten Blog erwähnten Pigmentarten eingelagert. Zur Erinnerung: Eumelanin ist die Variante des Pigmentstoffes das sich in  schwarzer bis brauner Farbe zeigt und Phäomelanin ist für die rötlichen und gelblichen Farbtöne zuständig. Wenn nun also keines dieser beiden Pigmentarten in einem Haar oder an einer Stelle im Haar zu finden ist, sind diese Stellen einfach weiss. Diese weissen Flecken werden durch einen Pigmentierungsdefekt hervorgerufen, der je nach Genkombination unterschiedlich stark sein kann. So gibt es Hunde mit ganz  kleinen weissen Abzeichen die sich meist an Pfoten, Schwanzspitze, Nase, Stirn, Brust und Bauch befinden und andere Hunde die entgegen ihrer Grundfarbe komplett weiss sind. So entstehen durch eine Mutation der Gene zum Beispiel weisse Bullterrier oder weisse Boxer.

Achtung Verwechslungsgefahr! Der Unterschied zum Albino:

Albinos sind ebenfalls weiss, bei diesen Tieren geschieht aber etwas ganz anderes. Während die oben beschriebenen weissen Hunde kein Melanin eingelagert haben obwohl das möglich wäre, fehlt einem Albino die Fähigkeit das Melanin überhaupt aus zu bilden. Albinos besitzen genau gleich auch Pigmentzellen nur fehlt ihnen komplett das Melanin und somit die Farbe. Auch das ist genetisch bedingt und gilt als eine der ersten entdeckten Erbkrankheiten überhaupt. Bei Albinos fällt deshalb auf, dass nicht nur das Fell, sondern auch die Haut, die Krallen und alles andere komplett farblos ist. Die Augen sind bei Hunden oft etwas bläulich gefärbt. Die Augen eines Albinos sind oft beeinträchtig, weisen eine geringere Sehfähigkeit auf und sind sehr lichtempfindlich. Auch die Haut ist extrem anfällig auf Sonnenbrand und muss geschützt werden. Bei weiss gescheckten Hunden hingegen ist das Hauptproblem der Mutation eine manchmal auftretende Taubheit, woran wiederum Albinos nicht leiden. Diese beiden verschiedenen Arten der Pigmentierungsdefekte dürfen also nicht verwechselt werden! Am häufigsten betroffen von dieser Taubheit sind die uns allen bekannten Dalmatiner.

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Die Farbe Merle - Eine sehr spezielle Farbgebung

Eine sehr spezielle aber in meinen Augen auch sehr schöne Färbung nennt sich Merle. Die Grundfarbe beim Merle ist oft Black & Tan. Zur Erinnerung an den letzten Blog: Black & Tan ist ein Hund mit schwarzem Fell und rötlichen Flecken, die immer an den gleichen Orten auftauchen. Meist sind Beine, Bauch, Brust und der untere Teil des Kopfes rötlich und der restliche Hundekörper schwarz. Merle bezeichnet nun die Verdünnung der schwarzen und braunen Bereichen, so dass der Hund mehr grau als schwarz ist. Da die Verdünnung aber unregelmässig ausfällt gibt es oft ein schwarz graues Muster das sehr interessant aussieht. Manchmal kommt es auch vor, dass die Augen dieser Hunde blau, manchmal fast farblos, zweifarbig oder sogar verschiedenfarbig sind. Auch bei dieser Fellfarbe kommt es leider öfter als normal zu Augenproblemen und Taubheit.

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Zur besseren Illustration möchte ich hier noch einige Bilder von meinem Lieblingsbeispiel zeigen, die das hier besprochene Phänomen aufweisen. So ist zum Beispiel der Panda Shepherd ein sehr schönes Exemplar. Er entstand aus einem Schäferhund, der eine Mutation aufwies und wurde danach so weitergezüchtet. Die weissen Abzeichen in dem so typischen Fell eines Schäferhundes sorgten natürlich für Aufregung und sind für die einen ein Hingucker, für die anderen eher unerwünscht. Davon gibt es jetzt bereits sehr viele verschiedene Variationen, bei den einen Hunden ist mehr weiss drin, bei anderen weniger.

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Somit möchte ich das Thema der Fellfarbe abschliessen und hoffe euch einen guten Einblick in das riesige Thema gegeben zu haben. Natürlich gibt es noch unzählige weitere spezielle Fälle und Variationen, wer sich dafür interessiert, kann sich gerne noch weiter informieren.

 

 

 

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