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Die Hundeszene

Es gibt wohl kaum eine andere Leidenschaft die so viele Diskussionen, so viel Gefachsimple und Streit auslöst wie die Hundeszene. Ja wir lieben unsere Hunde und wo so viel Leidenschaft herrscht, denkt auch jeder er weiss es einfach am besten. Gerade öffentliche Hundeforen sind überfüllt mit Menschen, die zu allem ihren Senf dazu geben müssen. Leider bleibt da auch die Moral öfters mal auf der Strecke. Und so ist die Hundeszene voll mit vielen Meinungen, wenig Akzeptanz und vor allem sehr wenig Verständnis. Aber welche Themen polarisieren nun am meisten?

 

Erziehungsmethoden

Mittlerweile gibt es so viele Erziehungsmethoden für den Hund, dass sich vor allem neue Hundeeltern oft sehr schwer tun und gar nicht recht wissen worauf sie achten sollen. Sie entscheiden sich dann auf Grund des Internetauftrittes für eine Hundeschule, bestenfalls einfach gleich um die Ecke, und übernehmen dann zwangsläufig einfach die Erziehungsmethode der Hundeschule, die es dann sein soll. Es gibt rein positive Hundeerziehung, die klappen kann, aber auch nicht immer muss. Es ist immer vom Hund, und wie so oft im Umgang mit Tieren von der Person am anderen Ende der Leine abhängig. So finden sich auch immer noch stark überholte und veraltete Methoden, wie den Welpen im Nacken zu packen und zu schütteln, die Schnauze des Hundes in das Pipi Unglück zu drücken oder das Beharren darauf zuerst aus der Tür zu gehen. Und dann gibt es da noch die Softie-Fraktion die streng verbietet auch mal ein scharfes Nein auszusprechen und stattdessen unerwünschtes Verhalten clickert. In gewissen Hundeschulen werden leider immer noch Zwangsmethoden propagiert, während andere auf den reinen Gehorsam via Leckerli und positive Verstärker setzen. Ich denke, dass vor allem die Konsequenz in der Hundeerziehung ausschlaggabend ist. Ich bin darin leider ganz und gar nicht stark, da ich eher dazu neige zu lieb zu sein und zu viele Ausnahmen zu machen. Aber ich denke, der beste Ansatz wäre, dem Hund deutlich zu zeigen, wenn ich etwas nicht mag und welches Verhalten ich in gewissen Situationen klar von ihm bevorzuge. Ich versuche meine Tiere so gut es geht nicht zu vermenschlichen. Aber auch das fällt mir wirklich sehr sehr schwer. Gerade meine Hunde sind ganz klar Familienmitglieder für mich. Da fällt relativ schnell eine sehr menschenbezogene Aussage über das hündische Verhalten. Ich habe immer mal wieder Theorien ausprobiert, in Foren gelesen und irgendwann für mich einfach fest stellen müssen, dass jedes Tier anders ist. Klar kann man gewisse Fundamente bei jedem Tier durchziehen. Wenn ich meinem Hund immer vom Tisch Futter gebe, wird jeder Hund irgendwann vor dem Tisch stehen und betteln. Die Finessen und Details sind aber nach meiner Meinung dem Hund entsprechend anzupassen. So ist es ja auch mit der Auslastung, körperlich wie geistig. Das wichtigste ist für mich also, dass man lernt seine Tiere zu lesen und zu merken wie sie ticken. Und angepasst auf das Wesen alles rund herum zu gestalten. So ist die Hundeerziehung für Hund und Halter möglich stressfrei und mit vielen positiven Fortschritten erfüllt.

 

Kastration

Wie oft habe ich schon gehört, dass ein Rüde wegen unerwünschtem Verhalten kastriert wird. Man erhofft sich mit der Kastration das Problemverhalten zu unterbinden. Ich denke man sollte die Kastration tierärztlich abklären und schauen ob diese indiziert ist. Es gibt natürlich Hunde, welche durch eine Kastration weniger Dominanzverhalten zeigen können. Das muss aber nicht sein.

 

Ernährung

Das Ernährungs Angebot für Hunde ist mittlerweile wahnsinnig vielseitig. Es reicht von Trockenfutter, Nassfutter über Rohfleisch, Obst, Gemüse und wie soll es anders sein heutzutage bis zu veganem Futter für den Hund. Der Hundefuttermarkt ist wirklich sehr hart umkämpft und man wird von Werbeslogans, die einem versprechen mit diesem Hundefutter wirklich nur das allerbeste für seinen Hund zu kaufen, richtiggehend erschlagen. Es gibt getreidefrei, billig, teuer, antiallergen und mit Zusatz von bestimmten Kräutern und Wundermitteln. Hier eine Entscheidung zu treffen, ist wirklich wahnsinnig schwierig. Wenn man sich dann erst einmal im Internet informiert, ist die Verwirrung so oder so komplett. Ein Futter und dazu 1000 und eine Meinung. Ich kann nur jedem von Herzen empfehlen eine Ernährungsberatung für den Hund zu machen. So kannst du auf wissenschaftlichen Daten die perfekte Ernährungsform deines Hundes finden. Und musst dich nicht mit dem Meinungsüberfluss im Internet auseinanderschlagen.

 

Beschäftigung

Ich ziehe hier gerne den Vergleich mit Kindern. Wer kennt sie nicht? Die Kinder, die einen volleren Terminkalender haben als wir arbeitenden Erwachsenen. Sie rennen von der Querflötenstunde, ins Ballet, in die Reitstunde, besuchen die Hundeschule am Wochenende mit dem Familienhund und natürlich reichten Französisch und Englisch nicht. Nein Emmanuel Hannes muss natürlich auch noch Mandarin lesen und schreiben lernen. Was entsteht daraus? Ein Kind welches gar nicht mehr Kind sein kann / darf und mit 10 Jahren bereits das erste Mal an einer Stress Übermüdung leidet. Leider sehe ich das auch viel zu oft bei Hundebesitzern. Der Hund muss ausgelastet werden. Das Programm kann dann schon mal gut und gerne in solch einem Rahmen sein: Agility, Obedience, tägliches Joggen, Radfahren und am Abend dann unbedingt noch eine ausgeprägte Spielrunde oder Leckerlisuchen. Am besten dann noch Spielzeit mit den Kindern und Hund einplanen. Bestenfalls ist Doggy tagsüber auch noch mit im Büro und jeder Mitarbeiter möchte seine 10 Minuten mit dem Hund spielen. Raus kommt ein komplett überforderter und gereizter Hund. Hunde brauchen 17-20 Stunden Schlaf täglich Welpen oder ältere Hunde benötigen sogar 20-22 Stunden Schlaf pro Tag. Der Hund braucht Ruhepausen. Diese 17 Stunden befindet er sich nicht permanent im Tiefschlaf. Aber die Ruhepausen sollte deine Fellnase wirklich bekommen.

 

Tierschutz

Ach wie können sich die Meinungen spalten wenn es sich um Tierschutz handelt. Fakt ist, ein Strassenhund der sich sein Leben lang alleine in den Weiten von seinem Geburtsort herum getrieben hat, kann sich sehr schlecht an eine Wohnung im 4. Stock mitten im Stadtgetümmel gewöhnen. Ich denke, Tierschutz ist wirklich wichtig, doch falsch verstanden, kann es tatsächlich in einer Katastrophe enden.

 

Es gibt noch so viele weitere Themen, die die Hundewelt auf Trab halten. Ich glaube, das wichtigste ist einfach, dass wir unsere Meinung  und Erfahrungen mit dem nötigen Respekt und Verständnis an das Gegenüber kommunizieren.

 

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