Das Hundespiel

 Immer wieder höre ich von Hundehalter, die mit anderen Hundehaltern zum Spielen abmachen. Also, dass die Hunde zusammen spielen können. Um dieses Spielen der Hunde geht es heute.

Die Frage ist aber, wie viel Spass macht das unseren Hunden wirklich?

Ich möchte im heutigen Blog darüber aufklären.

Grundsätzlich kann man vorab folgendes sagen:

Es kommt immer auf die Qualität der Hundebewegung an und nicht auf die Quantität.

Hunde sind hochsoziale Wesen welche ganz klar den Kontakt zu anderen Artgenossen brauchen. Das heisst aber noch lange nicht, dass jede Hundebegegnung mit Beschnuppern starten und Spielen aufhören muss. Der Wunsch, dass jeder Hund mit jedem Hund gut auskommt ist in unseren Menschenköpfen, unsere Hunde haben diesen Wunsch und auch dieses Bedürfnis nicht.

Es startet mit der Auswahl der Welpenspielgruppe und der Tatsache ob man überhaupt hingeht. Gut geführte Welpenspielgruppen mit kleinen überschaubaren Gruppen sind für die Hunde eine gute Übung für die Sozialisierung. Wenn die Gruppen aber zu gross sind und die Hundetrainer die Übersicht verlieren und dann noch zu wenig über Hunde wissen, kann eine solche Stunde für den kleinen Welpen ziemlich traumatisch enden und die Entwicklung wird sofort eingeschränkt sein!

Ein gut sozialisierter Hund im erwachsenen Alter checkt aber bei jeder Begegnung sein Gegenüber ab, es ist also immer eine Möglichkeit für einen Konflikt da! Es wird immer geschaut, welches Geschlecht da steht und wie der Hund zum anderen steht. Hier wird klar zwischen Feind oder Objekt der Begierde unterschieden. Selten wird neutral geurteilt. Auch eine Begegnung die von einem Hund als freundlich gesehen wird, kann der andere Hund falsch verstehen. Hier kann es zum Beispiel passieren, dass die Individualdistanz in den ersten Sekunden schon überschritten wird. Vergessen wir aber eins nicht, solche Kommunikationsmassnahmen sind normal und müssen erfolgen. Kurzes Imponiergehabe oder Demut zeigt, dass die Hunde sich untereinander austauschen. Es kann ruppig aussehen, ist meistens aber harmlos.

Die Situation kann aber schnell kippen. Gerade im Umgang mit sehr unsicheren Hunden oder wenn mehrere Hunde zusammen treffen kann es schnell passieren, dass alles nicht mehr nur ein Abchecken ist. Unsichere Hunde können sich oft nicht selber wehren oder wissen nicht genau wie man sauber kommuniziert. Genau gleich ist es mit Hundegruppen, schnell wird einer ausgeschlossen und aktiv gemobbt.

Grundsätzlich bin ich eine, die sagt, die Hunde machen das untereinander aus, ich bin aber immer wie vorsichtiger mit dieser Aussage. Durch immer mehr Hunde und immer mehr Hundehalter die keine Hundeschule besuchen und sich nicht mit der Kommunikation der Tiere auseinander setzen, ihre Hunde wie Menschen behandeln und so dem Hund auch nie eine anständige hündische Kommunikation lernen, werden immer mehr Hunde unfähig Konflikte selber zu lösen.

Ich mache euch gerne hierzu ein ganz einfaches Beispiel. Eine erhobene Rute heisst nicht immer, dass dein Hund sich freut! Je nach Körperspannung und Gang, je nach Blick und der Art wie die Körper gegen einander stehen. Oft ist eine sehr erhobene, durchgestreckte Rute mit wenig Bewegung ein Zeichen von Dominanz und fordert so vom gegenüberstehenden Hund eine Unterwürfigkeit!

In einem solchen Fall ist es wichtig, den Hund im Aug zu behalten und klar einschreiten zu können.

Ein gemeinsames Hobby
im Rudel wird auch gerannt

Wie ich es handhabe:

Meine Hunde spielen NIE mit fremden Hunden. Ich kenne die Hunde nicht, ich weiss nicht wie gut sie sozialisiert sind und ich weiss auch nicht, wie gut die Hundehalter ihre Hunde kennen und im Griff haben. Bevor ich meine Hunde also in eine unangenehme Situation bringe, lasse ich sie gar nicht spielen. Viele Hundehalter verstehen das nicht, dass ist mir aber ziemlich egal. Ich habe mit Liv eine sehr unsichere Hündin, die sich aber stärker verkauft als sie ist! Gin ist auch nicht gerade die Sicherheit in Person und strahlt doch eine ziemliche Dominanz aus. Livs überhebliches „Ich mach euch e alle platt“ mit Gins Dominanz kann schon zu einer bösen Situation kommen. Dazu kommt, dass Gin rein von der Rasse her ein sehr eignes Spiel macht. Sie ist ruppig und es wirkt für Hunde, die das nicht kennen schnell als gefährlich. Mein grosser Vorteil ist, dass meine Hunde eigentlich gar nicht spielen wollen. Wir können problemlos mit anderen Hunden laufen gehen und die lassen sich in Ruhe. In ihrem Rudel bei mir im Reitstall spielen die jungen zwei, Gin und der Miniaussi Stormy schon einmal miteinander, die anderen sind ein eiserenes Team und beschützen den Stall zusammen. Jeder macht das, was er am besten kann.

Ich finde es immer wieder spannend, fremde Hunde beim „Spielen“ zu beobachten, oft erkenne ich Verhaltenszüge die nicht mehr nach einem Spiel sondern einfach nach einem Rangordnungskampf aussehen.

 

ein seltener Anblick
jeder kümmert sich um sich selber

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