Der Sachkundenachweis (SKN) für Hunde – Was beinhaltet dieser Kurs und was bringt er mir?

 

Am 01. September 2008 änderte sich das Schweizer Gesetzt für uns Hundehalter. Das neue Tierschutzgesetz für den Kauf von Hunden wurde angepasst. Gemäss diesem Gesetz müssen alle, die noch nie einen Hund hatten, vor ihrem Hund Kauf einen Theoriekurs besuchen.
Wenn der Hund gekauft wurde, folgt ein Praxiskurs mit Hund. (ca. innert einem Jahr nach Erwerb) Alle die, die schon einen Hut hatten oder bereits einmal einen besassen, müssen diesen Theoriekurs nicht machen. Der Praxiskurs ist jedoch für alle Hundehalter, welche sich einen neuen Hund anschaffen! Egal ob Du zuvor 5 Hunde hattest oder keinen. 

 

Die gesetzlichen Grundlagen:

Das neue Tierschutzgesetz schreibt folgendes zum Thema Ausbildung in der Tierhaltung und Umgang mit Tieren vor:

Artikel 33 – Lernziele:

Die theoretische Ausbildung hat zum Ziel, dass jede Person, die einen Hund kaufen möchte, über die Themen Tierschutz, Hundehaltung und Haustiere in der Gesellschaft informiert wird.
Im praktischen Teil wird gezeigt, wie man Hunde artgerecht erzieht und ihnen etwas beibringt. Es wird erklärt, wie man die Ausdrucksweise von Hunden deutet und versteht.

Artikel 34 – Form und Umfang:
Der Theoriekurse sowie der praktische Kurs erfolgen jeweils in mindestens vier Stunden.
Nur die hauptverantwortliche Person (Bezugsperson) darf bzw. sollte den Kurs mit dem Hund absolvieren.

Artikel 35 – Form und Inhalt:

Es werden Grundkenntnisse in den Bereichen: artspezifische Bedürfnisse, Rechtsgrundlagen, rassetypische Verwendungszwecke, Sozialverhalten, Betreuungsaufwand, Fütterung, tiergerechter Umgang mit Hunden sowie tiergerechte Gestaltung der Haltungsumwelt vermittelt.
Im praktischen Teil werden die Themen: wie Hunde in Alltagssituationen unter Kontrolle haben, tiergerechter Umgang, das Erkennen von Körpersignalen wie Angreifen, Unsicherheit, Angst, Drohung oder Unterwerfung besprochen.

Grundsatz SKN:

Nach meiner Meinung ist der SKN Kurs ein Vorselektieren um potenzielle „Problemhunde“ abzufangen. Ich erinnere mich noch gut an meinen Kurs! Der Theorieteil ist gemäss diversen Angaben sehr unterschiedlich gestaltet. Bei uns wurden anhand von Power Point Präsentationen teilweise wirklich interessante Informationen übermittelt. Über die Themen Fütterung und Körperhaltung konnte ich mir die einte oder andere wertvolle Notiz aufschreiben.
Der praktische Kurs gestaltet sich meiner Meinung nach als eher holprig


Der Inhalt wird in etwa so aufgebaut:

Lektion, Blickkontakt, Leinenführigkeit, Rückruf, Lobwort
Lektion 2: Wiederholungstraining, Stop Signal, Sitz & Platz
Lektion 3: Vertiefung und Distanztraining in Park
Lektion 4: Vertiefung und Distanztraining in Stadt
Lektion 5: Ausdrucksverhalten & Wiederholung im alltäglichen Spaziergang

Die Lektion 1 ist gerade für Hunde, welche bereits in die Hundeschule gehen, eher langweilig. Da Du nach dem Kauf von deinem Hund ein Jahr Zeit hast, um die praktische „Prüfung“ abzulegen, kann es gut sein, dass dein Hund bereits in einer Junghundeausbildung oder sogar schon in einer Sporthundeaufbaugruppe ist. Vor allem in den Junghundekursen werden die Themen Rückruf, Lobwort und Leinenkontakt sicherlich intensiv geübt. Für den praktischen Kurs wird empfohlen, ab dem 6ten Monaten in die Kurse einzusteigen. Falls Du also bereits in einem Junghundekurs bist, würde ich die Aufgaben als Übungen und Training ansehen!
Die Vertiefung und Distanzierung im Wald/ Park und Stadt finde ich jedoch eine sehr sinnvolle Sache. Hunde müssen in der heutigen Zeit unbedingt mit den verschiedenen Einflüssen frühestmöglich in Kontakt treten.

Was musst Du dabei haben?

Für den Theoriekurs reichen ein Block und ein Schreibstift.
Für den praktischen Kurs benötigst Du einige Utensilien! Neben einer herkömmlichen Führleine und einem Halsband empfehle ich, eine Schleppleine mitzunehmen. So kannst Du den Rückruf unter jeder Bedingung trainieren. Achte darauf, dass du hochwertige und leckere Hundeleckerli mitnimmst, dein Liebling soll viel Freude an der Arbeit mit dir haben. Um Situationen besser aufzulösen oder als Belohnung benötigst Du noch ein Spielzeug, hier empfehle ich nichts, was ein „quitschi“ drin hat, das wird in einigen Hundeschulen nicht so gerne gesehen!

Meine Meinung:

Da mein erster Hund auf meine Mama eingeschrieben war, besuchte ich den Theorie- und den Praxis Kurs. Wie oben bereits erwähnt konnte ich mir einige Informationen aus dem Theorieteil aufschreiben und diese dann auch anwenden oder bessergesagt verwenden. Der Praxiskurs hingegen sehe ich eher kritisch. Mit einem Hund wie meine Liv ist, eher scheu, zurückhaltend und vorsichtig, birgt eine solche Situation in einem obligatorischen Kurs viel Zwang und immer ein Müssen. Schliesslich will ja niemand, dass man als Hundehalter schlecht da steht und der Hund als kompliziert eingestuft wird. Ich bin ehrlich und denke auch, dass wir mit diesem Kurs die Probleme rund um falsche und nicht artgerechte Hundehaltung nicht lösen können. Wir bieten zwar einen Input, ob die Anwendungen auch richtig durchgeführt werden, kontrolliert im Nachhinein aber keiner. Ebenfalls finde ich es schwierig, wenn Hundetrainer mit mehreren Hunden für jeden neuen Hund einen Kurs absolvieren müssen. Ich denke, wir appellieren besser an die frischen Hundehalter um dort viele Unklarheiten zu klären. Heute hat man via Ebay innert fünf Minuten im Ausland einen Hund reserviert, auf dem Bild angeklickt und zwei Wochen später hockt der Welpe aus Polen oder Ungarn bei uns in der Stube. Diese Hundehalter werden vermutlich mit potenziellen Problemen wie Leinenaggression und Fettleibigkeit zusammen kommen. (Nicht das wir da ausgeschlossen sind..) Hundehalter wie Du und ich, die ihren Hund mit viel Bedacht, Aufwand und Vorinformationen aussuchen und danach nur durch ein „Bewerbungsgespräch“ an einen Welpen kommen, für uns ist ein solcher Kurs nur ein weiteres Training zur wöchentlichen Hundeschule dazu.
Das System ist aber noch keine zehn Jahre alt und wird sicherlich wieder überarbeiten, so wie vieles!
Ob Sinn oder Unsinn ist also dahin gestellt, übernimm die Informationen, welche Du brauchen kannst und trainiere mit deinem Hund bereits gelerntes! An alle frische Hundehalter, achtet darauf, wie euch die Hundeschule und die Gruppenleiter gefallen und versucht gleich eine weiterführende Hundegruppe ausfindig zu machen. Man lernt schliesslich nie aus!

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