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Das Cocker Rage Syndrom – Was ist Cockerwut?

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Stell Dir vor, dass Du mit Deinem Cocker Spaniel auf einem Spaziergang bist. Es läuft alles normal, er schnüffelt herum, spielt, rennt und plötzlich greift er Dich oder andere Spaziergänger aus dem Nichts heraus an. Er knurrt oder beisst sogar zu und ist äusserst aggressiv wie du es von Deinem Hund nie erwarten würdest. Wenn sich dies bei Deinem Hund immer wieder wie ein Anfall zeigt, könnte es sich um das noch unerklärbare Cocker Rage Syndrom handeln. Was bisher über diese Krankheit oder Verhaltensstörung vermutet wird und welche Informationen dazu wichtig sind, erfährst Du im heutigen Blog:

Was ist das Cocker Rage Syndrom? Verhaltensstörung oder Krankheit?

Viele von euch haben sicher den Begriff der Cockerwut bereits gehört, oder wie es in English heisst, das Cocker Rage Syndrom. Was das genau ist, ist leider auch heute noch nicht zu 100% klar, das heisst es gibt in Wirklichkeit kein exaktes Verständnis dieser Erkrankung. Beobachtet wurde diese Erkrankung vor allem bei roten Cocker Spaniel. Diskutiert wird zum Beispiel, ob es sich bei dieser Krankheit um eine Extremform der Dominanzaggression handeln könnte. Es gibt allerdings auch einige Gegenstimmen, die das Cocker Rage Syndrom nicht für ein stark übersteigertes Aggressionsverhalten halten, da sich die Hunde während eines Anfalls in einem gestörten Bewusstseinszustand befinden würden. Mögliche Erklärungen für dieses Verhalten könnten deshalb auch eine Störung im Stoffwechsel des Gehirns sein oder sonstige noch völlig ungeklärte Gründe haben. Auch das Argument, dass diese Erkrankung etwas mit den Genen zu tun haben müsste, da es ja nur bei einer bestimmten Rasse und dann auch noch stark vermehrt bei den rot gefärbten Cocker Spaniel auftritt, ist eigentlich einleuchtend. Allerdings sind dies bisher alles nur Vermutungen und es konnte noch keine dieser Aussagen wissenschaftlich bestätigt werden. Da die kaum kontrollierbaren Anfälle der Hunde sehr plötzlich und unerwartet kommen können, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Epilepsie artige Krankheit. Aus diesem Grund, dass die Krankheit sich durch plötzliche Veränderungen des Verhaltens von einem ganz normalen Zustand in eine stark aggressive Angriffshaltung auszeichnet, wird die Krankheit als Cocker Wut bezeichnet.

Die Cockerwut ist zum ersten Mal ca. in der Mitte der 1970er Jahre aufgefallen, als der rote Cocker Spaniel zu den beliebtesten Moderassen gehörte. Als Moderasse wurde er quantitativ gezüchtet, was bedeutet, dass im Vordergrund stand möglichst viele Hunde zu züchten und die Qualität der Züchtung leider etwas verloren ging. Durch diese vernachlässigte Verantwortung beim Züchten, kann es sehr gut sein, dass sich genetische Erkrankungen eingeschlichen haben. Ob das in diesem Fall tatsächlich zutraf ist nicht klar, es ist jedoch eindeutig, dass die Gesundheit und das Wesen der Hunderasse unter qualitativ schlechter Zucht leiden. Heut zutage trifft man aber doch eher seltener die rot gefärbten Cocker Spaniel an sondern viel mehr die braun oder schwarz gefärbten Vertreter ihrer Art und vielleicht ist auch aus diesem Grund das Cocker Rage Syndrom etwas in Vergessenheit geraten. Heute gibt es nur noch wenige Hunde die die Symptome dieser Erkrankung aufweisen und oft werden sie deshalb eingeschläfert. Das muss aber nicht bei allen Hunden die einzige Lösung sein, wie Du an einem Fallbeispiel im nächsten Abschnitt sehen kannst:

Heilbare Cockerwut? Das Leben eines betroffenen Cocker Spaniel:

In dieser kleinen Geschichte soll es um einen Hund gehen, der unter Cockerwut litt und nicht eingeschläfert sondern therapiert wurde. Zu Beginn zeigte sich an diesem Hund ein starkes Aggressionsverhalten gegenüber anderen Hunden, was als eine Verhaltensstörung behandelt wurde, da der Hund aus dem Tierheim stammte und die Vorgeschichte unklar war. Der Hund benahm sich sehr dominant und wurde zeitweise dann auch gegenüber seiner Familie aggressiv. Nach der Kastration hat sich dieses Verhalten für kurze Zeit gebessert. Die Anfälle wurden dann aber wieder schlimmer, der Hund griff oft grundlos und wie in einem Film die eigene Familie an und verwandelte sich Sekunden später wieder in einen braven Schmusehund, der offensichtlich nichts von seiner Aggressivität mitbekommen hatte. Trotz aller möglichen Aggressionstherapien besserten sich die Anfälle kaum. Das Verhalten anderen Hunden gegenüber wurde besser, und auch im Haus wurde immer wieder vergessen, dass der Hund nicht war wie jeder andere. Doch dann kam wieder ein Anfall, manchmal auch ausser Haus gegen Fremde Leute und man wusste keinen Rat. In einer Studie zur Cockerwut wurde herausgefunden, dass eiweissreduziertes Futter das Verhalten der Hunde besserte und auch in diesem Fall wurde mit einer Futterumstellung die Anzahl der Anfälle praktisch auf null reduziert.

 

Egal also ob es eine Verhaltensstörung oder eine Krankheit ist, mit viel Geduld und Liebe zum Hund, kann man es schaffen, dass er ein einigermassen normales Leben in einem Haushalt führen kann. 

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