Das Agility 1 x 1

Zwischen Slalom, Lizenzheft, Grössenkategorien und Auf- bzw. Abstieg Kriterien gibt es am Anfang von jeder Agility Karriere immer ein kleines Durcheinander. Ich erinnere mich gut, als ich mich das erste mal für die Hundesportart Agility interessierte. Nur schwer gelang es mir, einige nützliche Informationen ohne externe Hilfe zu sammeln. Heute möchte ich deswegen ein kleines Agility 1 x 1 zusammenstellen.

Die Hindernisse:

Im Agility gibt es folgende Hindernisse:
Sprünge Hürde / Doppelhürde
Mauer / Viadukt
Pneu (Reifen)
Wippe
Schrägwand
Laufsteg

Bei den Kontaktzonen Wippe, Schrägwand und Laufsteg ist zu beachten, dass der Hund immer in die farblich markierte Zone kommen muss. Sowohl beim Auf- wie auch Abstieg gilt diese Regel.

Fester Tunnel
Stoff- / Sacktunnel
Slalom
Weitsprung

Tisch

Speziell ist beim Tisch, dass der Hund fünf Sekunden ruhig auf dem Tisch warten muss, bevor er den Parcours weiter absolvieren kann.

Die Lizenz:

Um überhaupt an offiziellen Turnieren teilnehmen zu können, musst Du für deinen Hund zuerst eine Lizenz einlösen. Die Dachorganisation TKAMO regelt die Hundesportarten Agility, Mobility und Obedience. Auf der Seite von TKAMO bekommst Du den Antrag für eine Agilitylizenz unter Reglemente.
Nun füllst Du das Formular komplett aus. Betreffend der Rassenzugehörigkeit gibt es zwei verschiedene Optionen.

Option A: Du besitzt einen Hund mit Stammbaum, dann legst Du die Kopie des Stammbaumes dazu.
Option B: Du besitzt einen Hund ohne Stammbaum, dann musst Du ein Zusatzblatt abgeben.

Wie gebe ich die richtige Grösse von meinem Hund an?

Im Agility unterscheiden wir folgendermassen:
· Kategorie Large: ab 43 cm
· Kategorie Medium: von 35 bis kleiner als 43 cm
· Kategorie Small: kleiner als 35 cm

Wenn Du nun einen Hund hast, der deutlich über 43cm oder unter 35 cm ist, musst Du dir keine Gedanken betreffend der Ausmessung machen. Frage beim nächsten Tierarztbesuch, ob der Doktor den Hund rasch korrekt ausmisst. Wenn dein Hund jedoch grenzwertig ist, oder Du dir nicht sicher bist, musst Du zwingend einen Agilityrichter aufsuchen. Nur eine Ausmessung von einem offiziellen Richter hilft dir im Zweifelsfall.

Falls dein Hund zweifelsfrei 2cm über dem Mindest- bzw. Maximalwert der Grössentabelle ist, reicht dir eine Messung aus. Falls das Urteil knapper ausfällt, musst Du zwei Messungen vornehmen.

Beispiel:
Liv hat eine Höhe von 36.8 cm. Somit musste ich zwei verschiedene Richter um eine Vermessung bitten. Wäre Liv jedoch 39cm, hätte eine einmalige Ausmessung gereicht. Am besten lässt Du deinen Hund direkt an einem Agilityturnier ausmessen. Wenn Du den Richter lieb fragst, sagt sicherlich keiner nein und gegen eine Packung „Merci“ hat bestimmt auch niemand was. ;-)

Ansonsten kannst Du dich in deiner Hundeschule erkundigen, vielleicht kennt ein Agilityjaner einen Richter und kann dir die Kontaktdaten vermitteln.
Wenn alle Unterlagen eingereicht sind, heisst es warten, bis die Lizenz eintrifft.

Das erste Agilityturnier:

Das passende Turnier finden:
Sobald Du deine Lizenz hast, bist Du berechtigt, an offiziellen Turnieren zu starten. Im Internet findest Du diverse Turnieranbieter. Hauptsächlich finden die Agilityturniere in Kaiseraugst, Lengnau, Birmensdorf und St. Gallenl statt. Es gibt aber immer wieder auch einzelne Vereine, welche selbst Turniere auf die Beine stellen. Finde für dich heraus, wo es dir am besten passt.

Mein Turniertag:
Mit Liv starte ich so um die 20 mal im Jahr. Von Beginn an, habe ich mir viele kleine Bräuche angeeignet. So packe ich Liv’s Sporttasche bereits am Vorabend. Agilityleine, Futterbeutel, Wassernapf, Hundeleckerli, Massagekamm und Robidog gehören für mich bei jedem Turnier dazu. Passend dazu kommen meine Sportkleider, Laufschuhe und mein Lunchpacket, welches ich im Kühlschrank bereit stelle. Den Zeitplan drucke ich mir ebenfalls am Vortag aus, ich berechne die Fahrtroute und schreibe mir genau auf, wann ich von Zuhause abfahren muss.
Oft sind die Turnierstarts früh Morgens, das heisst, am Samstag stehen wir gut und gerne mal um 6 Uhr auf, um um 07.30 Uhr in Kaiseraugst den Parcours zu besichtigen.
Die Hunde bleiben während den einzelnen Starts grundsätzlich im Auto. Richte dein Auto also so aus, das dein Hund mehrere Stunden bequem warten kann. Hierzu empfehle ich eine angemessene Hundebox, ein weiches Hundebett und vor allem im Sommer einen Sonnenschutz!
Sobald ich das Auto eingeparkt habe und Liv mit Wasser versorgt ist, führt der direkte Weg ins Turnier Sekretariat. Hier musst Du dein Prüfungsgeld bar und abgezählt bezahlen.
Meine Lizenz gebe ich hier gleich ab. Nach dem Turnier wird die Bewertung vom Agilitylauf im Lizenzheft notiert sein.

Auf – und Abstieg:
Du kannst durch fehlerfreie Läufe oder Klassierungen auf dem Podest im Agiliy weiterkommen. Beginners starten im A oder 1, danach folgt die Kategorie 2 und die Profis laufen in der Kategorie 3.
Ein Bestätigungsjahr dauert immer ein Jahr. Das heisst, Du musst jeweils in den Klassen 2 und 3 Bestätigungspunkte holen, um in der Klasse bleiben zu könne. Ebenfalls musst Du eine bestimmte Anzahl von fehlerfreien Läufen absolvieren, um in die nächst höhere Klasse aufzusteigen.

Der Zeitplan:
Auf dem Zeitplan wirst Du in etwa folgendes erkennen:
08.00 Uhr Breefing Open A+L+M+S 1
08.10 Uhr Open A
08.20 Uhr Open L
08.30 Uhr Open M
08.40 Uhr Open S
Und danach dasselbe für die Läufe Agility und Jumping.
Breefing steht hier für Parcoursbesichtigung, die Buchstaben A, L, M und S für die jeweiligen Kategorien nach Grösse. Bei den Large Hunden unterscheidet man bei den Anfängern noch zwischen A (Anfänger) und L1 (erste Stufe).

Die Läufe:
Pro Turnier absolvierst Du mit deinem Hund drei Läufe:
Open = Lauf mit allen Hindernissen, zählt nicht fürs Lizenzheft
Agility = Lauf mit allen Hindernissen, zählt fürs Lizenzheft
Jumping = Lauf ohne Zonen (also ohne Wippe, Wand und Steg), zählt nicht fürs Lizenzheft

 

Und los geht’s:
Vor jedem Lauf wärme ich Liv gut ein, wir hüpfen zusammen einige Runden auf dem Parkplatz und ich massiere die Rücken und Beinmuskulatur mit der Massagebürste. So minimiere ich das Verletzungsrisiko. Zum Start geht es dann so 5 Startnummern vor meinem Lauf. In der Halle oder auf dem Vorplatz verlange ich von Liv vollste Konzentration. Die letzten Guzelis werden in die Hosentasche verstaut und ich begebe mich zum Start. Im Kopf gehe ich die einzelnen Hindernisse nochmals durch, setzte Liv an den Start und los geht es.
Während dem Lauf fällt jegliche Anspannung von mir weg, ich geniesse die Teamarbeit mit meinem Hund und freue mich über jedes gelungene Hindernis. Im Ziel lobe ich Liv immer und sobald wir aus dem Parcours sind, bekommt sie das verdiente Leckerli.
Nach dem Lauf lasse ich sie immer noch einige Minuten spazieren, so kann sie sich auslaufen. Danach geht’s ab in die Box und ich warte auf mein nächstes Breefing.
Nach jedem Turnier ist die Bindung zwischen Liv und mir gestärkt, wir sind absolute Fans vom Agility.

Ich würde mich freuen, Dich und deinen Hund beim nächsten Turniertag anzutreffen!

 

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