Das abnormal repetitive Verhalten beim Hund

 

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Verhaltensstörungen in Form von abnormalen repetitiven Bewegungen oder Handlungen kommt leider auch bei Hunden nicht allzu selten vor. Ungefähr drei bis vier Prozent der Hunde, welche in Kliniken verzeichnet sind, zeigen diese Art der Verhaltensstörung. Vielleicht hast Du auch schon einmal einen Hund gesehen, der ein bestimmtes Verhalten dauernd wiederholt und dadurch auf die Außenstehenden auch tatsächlich ein bisschen verhaltensauffällig wirkt. Das muss natürlich nicht immer eine Verhaltensstörung sein, allerdings sollte man solche auffälligen Hunde von einem Spezialisten abklären lassen.

 

Was ist abnormales repetitives Verhalten genau?

 

Abnormal repetitives Verhalten umfasst alle Verhaltensweisen, die scheinbar total grundlos und dauernd wiederholt auftreten. Sie gehören zu den so genannten klinischen Verhaltensstörungen. Die häufigsten Beispiele sind das Jagen der eigenen Rute, das Lecken der Pfoten oder anderer Körperteile bis sie wund sind, das jagen von Lichtreflexen und vieles mehr. Diese Verhaltensstörungen werden noch unterteilt in Stereotypien und Zwangsstörungen. Unter Stereotypien versteht man repetitive unveränderliche Verhaltensmuster oder auch motorische Reaktionen, die keine erkennbare Funktion auf weisen. Zwangsstörungen hingegen sind beabsichtigte und zielgerichtete Verhaltensweisen, die bewusst immer wieder wiederholt werden. Beide Untertypen dieser Verhaltensänderungen können so intensiv sein, dass der Hund gesundheitliche Schäden erleiden kann und auch die Fortpflanzung und die Lebensqualität des Tieres können je nach dem sehr stark darunter leiden. Bei einigen Verhaltensweisen wurde beobachtet, dass diese bei bestimmten Rassen vermehrt auf treten, was eine genetische Vorbelastung vermuten lässt. Hier einige Beispiele zu sehr rassetypischen Verhaltensstörungen: Border Collies sind am ehesten bekannt für das lange Anstarren von Schatten oder das Jagen von Lichtreflexen. Dobermänner neigen dazu, sich an den Flanken zu saugen und zu lecken, während auch andere grössere Rassen häufig das Lecken von Körperteilen bis hin zur Leckdermatitis zeigen. Deutsche Schäferhunde und Australien Cattle Dogs sind hingegen für das bekannte Ruten Jagen bekannt.

 

Die Ursachen von repetitiven Verhaltensstörungen:

 

Wie bei so vielem ist auch hier die Ursache nicht klar und kann sehr verschieden sein. Grundsätzlich weiss man, dass es sich um eine multifaktorielle Krankheit handelt, das heisst, dass sehr viele verschiede Faktoren eine entscheidende Rolle haben können.  Was aber medizinisch bereits klar ist, ist das einige Botenstoffe des Körpers ganz klar eine Rolle spielen. Dazu gehören die Hormone Serotonin und Dopamin und auch Endorphinen wurde bereits eine Rolle zugestanden, hierbei ist man sich aber noch nicht genau sicher. Der Auslöser für eine Verhaltensstörung kann unter anderem eine medizinische Grundlage haben, so dass ein gesundheitliches Problem als Auslöser diente. Zum Beispiel wurde schon paarmal beobachtet, dass Allergien und Hauterkrankungen das Lecken von Körperteilen verstärken kann. Auch Entzündungen, Infektionen und Schmerzen sind oft Auslöser für komische Verhaltensweisen. Gerade bei diesen Ursachen kommt es auch oft vor, dass der Besitzer mit seiner vermehrten Aufmerksamkeit und Mitleid ein Verhalten noch festigt, was natürlich nicht vorhergesehen werden kann und deshalb schwer zu vermeiden ist. Natürlich gibt es auch Ursachen, die einem Hund psychisch zusetzen und so eine Verhaltensstörung provozieren. Dazu gehören Stress, Langeweile, Angst und ähnliches. So zeigen auch Hunde aus schlechter Haltung und Tiere mit schwieriger Vergangenheit oft ein verändertes Verhalten und neigen zu repetitiven Störungen.

 

Mein Hund ist erkrankt – Was nun?

 

Wenn man bei seinem Hund ein solches Verhalten feststellt, sollte sicher mit einem Tierarzt darüber gesprochen werden und bereits das Umfeld des Hundes nach möglichen Ursachen abgesucht werden. Wichtig ist dabei auch, seit wann, in welchen Momenten und wie oft der Hund das Verhalten zeigt. Meistens sind eine neurologische Befundaufnahme, ein Blutbild und eine Urinanalyse unumgänglich, um bestimmte Krankheiten aus zu schliessen und eventuell auf eine medizinische Ursache zu stossen. In vielen Fällen kann aber medizinisch keine genaue Diagnose gestellt werden. Mit einer Therapie, die für jeden Hund ganz individuell ist, können aber in ca. zwei Drittel der Fälle sehr starke Verbesserungen erreicht werden. Bei einigen Hunden wird auch ein vollständiges Verschwinden des Verhaltens erreicht, dies ist aber nicht immer der Fall. Die meisten Fälle bleiben in Langzeittherapie und benötigen viel Zeit und Geduld um das Verhalten wieder zu normalisieren. Für schwächere Verhaltensstörungen gilt aber allgemein, dass bei Verhalten das aus Langeweile entstand mit mehr Auslastung geholfen werden kann, bei Stressverhalten mit einem geregelteren Tagesablauf und mehr Ruhe. Auch das Unterbrechen des Problemverhaltens durch ein Alternativverhalten, das dann belohnt wird hat schon einigen Hunden geholfen. Bei schwereren Fällen müssen oft zusätzlich Medikamente verschrieben werden, die dem Hund helfen aus seinem eingefahrenen Verhaltensmuster auszubrechen.

 

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