Calming Signals, wie zeigen unsere Hunde ihre Beschwichtigungssignale?

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Wie im gestrigen Blog versprochen, wenden wir uns heute nochmal dem Thema Beschwichtigungssignale zu. Ich möchte Euch die typischen und bekannten Signale kurz beschreiben. Versucht also, Zuhause die Signale zu erkennen und vor allem, testet mal aus, ob ihr mit Euren Hunden „sprechen“ könnt!

 

Abschlecken der Nase oder Züngeln:

Das Züngeln ist eines der am häufigsten angewandten Calming Signals. Es kann nur ganz schnell oder auch deutlich angezeigt werden. Versuche festzustellen, was Dein Hund in dieser Situation beschwichtigen möchte. Oft ist es ein Anzeichen von zu viel Nähe.

 

Blinzeln:

Ein eher schwierig zu erkennendes Signal ist das Blinzeln mit den Augen. Hunde beschwichtigen aber auch sonst mit den Augen. Einige Hunde lassen die Augen von links nach rechts wandern oder senken den Blick. Oft wird dieses Verhalten bei der direkten Konfrontation von einem anderen  Hund wahrgenommen.

 

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Kopf zur Seite drehen:

Hunde wenden oft das Calming Signal Kopf drehen an. Direkter Blickkontakt gilt unter Hunden als unhöflich und wird vermieden. Bei Liv beobachte ich oft, dass sie den Kopf hin und her dreht, mal nach links, mal nach rechts. Das macht sie immer, wenn sie etwas angestellt hat!

 

Das Gähnen:

Ist Dir schon mal aufgefallen, dass Dein Hund vor einem Spaziergang gähnt? Und Du denkst so, was?? Bist du etwa immer noch müde? Hier handelt sich das Gähnen aber um eine Beruhigung weil der Hund eigentlich aufgeregt ist und sich freut das es los geht. Versuche mal, in einer angespannten Situation deinen Hund anzugähnen, mache das aber gleich mehrere Male, es kann gut sein, dass dein Hund zurück gähnt und sich entspannt!

 

Den Rücken zu wenden:

Das Rücken zu wenden ist ganz ein typisches Beschwichtigungssignal. Versuche mal, Deinen Hund verkehrt herum abzurufen, anstatt ihm die volle Körperfront zu bieten. Das wirkt viel harmloser. Mit diesem Beschwichtigungssignal habe ich mal mit einem Pferd eine gute Erfahrung gemacht. Die Stute rannte wie wild in der Halle umher, ich versuchte sie zur beruhigen und sprach sie immer an. Irgendwann wurde es mir zu blöd und ich kehrte mich einfach um und zeigte ihr meinen Rücken. Sofort verlangsamte die Stute ihr Tempo, nach einer Weile stand sie ruhig neben mir! Unglaublich, was Körpersprache bringt!

 

Wenn wir gleich beim Thema verlangsamen der Bewegung sind, dies ist unser nächstes Beschwichtigungssignal.

Kennst Du das, früh morgens, vor der Arbeit: Die Hunderundi. Eigentlich sollte es schnell gehen, mit den Gedanken bin ich schon auf der Arbeit oder studiere noch an meiner Einkaufsliste rum. Ich rufe Liv, „Los hopp mach mal“. Anstatt, dass Liv zügig zu mir kommt, bewegt sie sich im Schneckentempo, gaaaaaaaanz langsam auf mich zu. Das was ich als nervend sehe, sieht Liv als Calming Signal. Sie versucht meine schon leicht genervte und gestresste Stimmung mit langsamen Bewegungen zu mildern. Unter Hunden sieht man das auch sehr oft. Wenn frontal ein Hund kommt, wird der Hund langsamer oder erstarrt sogar. Dies soll nicht mehr heissen als, alles OK ich tu dir nichts.

 

Sich hinsetzten oder hinlegen:

Auch hier kann ich gleich ein Beispiel aus dem Leben von Liv und mir machen. Wenn wir am Dienstag mit unserer Hundegruppe alle Hunde spielen lassen, sitzt Liv meistens ausserhalb und schaut zu. Dachte ich bis anhin. Dass das Hinsetzten jedoch eine beschwichtigende Geste ist, musste ich zuerst lernen. Automatisch rempelt keiner der anderen Hunde Liv an und in ihrem Umkreis werden die Hunde ruhiger. Das Calming Signal funktioniert also perfekt!

 

Den Bogen laufen:

Sehr höfliche Hunde erkennst Du daran, dass sie nicht frontal auf das Gegenüber zulaufen, sondern einen kleinen Bogen laufen. Dies ist also ebenfalls auf den Mensch zu beziehen. Siehe es nicht als Provokation, wenn Dein Hund nicht gerade Weges auf dich zu kommt, das heisst nur, dass er sehr freundlich auf dich eingeht.

 

Das Splitten:

Splitten bedeutet so viel, dass der Hund sich zwischen zwei Lebewesen stellt, die sich streiten oder wo es gerade „knistert“ und ein Streit vorprogrammiert ist. Bei uns Zuhause gibt es auch manchmal Streit ja, Liv legt sich dann immer zwischen die Fronten und wartet. Meistens hört der Streit dann abrupt auf, weil das so eine herzige und liebenswerte Geste von unserem Hund ist.

 

Ihr seht, es gibt vieles, was wir von unsern Hunden lernen können! Versuche doch mal, diese Signale anzuwenden. Wenn zwei Hunde sich nicht gut vertragen, stellst Du dich ruhig dazwischen. Wenn Dein Hund unruhig und rastlos ist, setzt Du dich zu ihm auf den Boden. Laufe einen Bogen, wenn Du zu deinem Hund willst und wende dich ab, wenn Du ihn rufst.

 

Ich wünsche Dir und Deinem Hund ganz viel gute „Sprechstunden“.

 

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