Beschwichtigungssignale der Hunde

 

In der heutigen Zeit, wo wir von Stress, Ablenkung, Druck und Hektik praktisch komplett eingenommen sind, vergessen wir oft, unserem Gegenüber zu zuhören und nicht nur unseren Willen zu äusseren. Gerade bei unseren Vierbeiner ist es oft so, dass sie einfach nur Kommandos akzeptieren und befolgen sollten, eine Konversation zwischen Hund und Mensch findet dann aber nicht statt. Diese Einweg Kommunikation führt dazu, dass wir nicht mit sondern zu unseren Hunden sprechen.

 

Die fehlende Kommunikation führt dazu, dass einfache, klare Zeichen unserer Hunde falsch interpretiert werden und wir falsche Schlüsse ziehen. Jeder Hund hat viel mitzuteilen und versucht ständig, mit uns, unseren Mitmenschen und Artgenossen zu kommunizieren.

Wenn wir also lernen, diese Sprache zu interpretieren und zu verstehen entstehen ganz neue Qualitäten für ein freundschaftliches Zusammenleben.

In einem meiner Blogs habe ich über die Ausdrücke von Angst und Aggression geschrieben, nun möchte ich mich einem sehr wichtigen und spannenden Thema zu wenden, den Beschwichtigungssignalen.

 

Was genau sind Beschwichtigungssignale:

Hunde beziehungsweise Wölfe sind Meister der Konfliktlösung! Konfrontation und Auseinandersetzungen werden wenn’s geht immer vermieden. Dies führt zur Schlussfolgerung, dass Hunde und Wölfe extrem gute Signale aussenden, um Spannungen abzubauen. Sie entschärfen Konflikte im Nu! Turid Rugaas, eine norwegische Hunde Expertin wird als die „Entdeckerin“ dieser Hundesprache gefeiert. In den 1980er Jahre untersuchte sie die ersten Hunderudel und erforschte ausschliesslich die Beschwichtigungssignale. Nach hunderten Videos und Dias waren sich Hundeexperten einig, es werden tatsächlich regelmässig konfliktlösende Signale von Hunden angewendet. Jeder Hund, jeder Rasse und in jedem Alter kann diese Signale anwenden und verstehen.

Heute gibt es eine Liste von sogenannten Calming Signals, dies ist der Fachbegriff für Beschwichtigungssignale.

 

Wann werden Calming Signals angewandt?

Beschwichtigungssignale werden von Hunden dann versandt, wenn sie etwas beunruhigt oder sie sich unwohl fühlen. Es kann aber auch sein, dass unsere Hunde die Signale anwenden, wenn Hunde oder Menschen gegenüber beunruhigt oder unsicher wirken, als Unterstützung also. Unsere Hunde wenden die Signale bei Hunden genauso wie bei uns Menschen an. Der grosse Unterschied ist nur, dass Hunde immer antworten, wir Menschen praktisch nie! Das „Alles klar, du bist beunruhigt“ kommt von Hundehalter eher selten als Signal. Dies kann für unsere Hunde sehr frustrierend sein. Das Schlimmste, was passieren kann, wäre, wenn wir unsere Hunde für Beschwichtigung noch bestrafen. Starten wir also damit, dass wir die wichtigsten Beschwichtigungssignale unserer Hunde kennen lernen!

Im heutigen Teil möchte ich vor allem Beschwichtigungssignale ansprechen, welche oft falsch interpretiert werden. Morgen lernt ihr dann die typischen Beschwichtigungssignale kennen!

 

Das Markieren oder Pinkeln:

Entgegen der Meinung von Vielen geschieht häufiges Pinkeln nicht ausschliesslich zur Markierung, sondern zeigt auch, dass Hunde sich von der Vielfalt der Gerüche aufregen lassen. Diese Aufregung schlägt wie bei manchen Menschen auf die Blase. Achte dich mal, wenn mehrere Hunde zusammen kommen, geschieht es manchmal, dass alle an die selbe Stelle pinkeln, dies ist nicht nur ein Zeichen von Zusammengehörigkeit und „ich war auch hier“, sondern auch ein Signal zur Beschwichtigung des Rudels!

 

Die Vorderkörper – Tiefstellung:

Diese Körperstellung fassen wir grundsätzlich als typische Spielaufforderung auf. Der Hund geht mit dem Vorderkörper nach unten und schaut den Hund gegenüber erwartungsvoll an. Dieses Körperhaltung kann aber auch ein Calming Signal sein.

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Am Boden schnüffeln:

Das am Boden schnüffeln ist sicher eines, der am meisten falsch verstandenen Signale unserer Hunde. Ich kenne die Situation mit Liv nur zu gut. Mit ihrer zurückhaltenden und eher ängstlichen Art ist sie Meisterin im Beschwichtigen. Sie beschwichtigt mich eigentlich immer. Das mit dem „am Boden schnüffeln“ sah ich aber nie als eine Beschwichtigung. Wie oft habe ich Liv im Wald gerufen, vielleicht nach dem ersten Rufen beim zweiten Mal schon nicht mehr so freundlich und Liv kam dann, langsam und immer am Schnüffeln. Die normale Reaktion wäre ein weiterer und ziemlich eindeutiger Ruf, dass sie jetzt aber SOFORT zurück kommen soll! In der Zwischenzeit bin ich schlauer, Liv will mich ja eigentlich beschwichtigen, ich achte also immer darauf, dass ich äusserst freundlich rufe und sie natürlich auch bestätige mit einem Keks wenn sie bei mir ist. Seit ich das mache, kommt sie schon viel schneller zurück und schnüffelt immer weniger!

Schnüffeln wird übrigens auch im Training gesehen. Wenn die Hunde mit der Einheit überfordert sind, gibt es oft solche „Ablenkungsmanöver“, um so aus der Situation heraus zu kommen.

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Fazit: Im heutigen Blog haben wir vor allem über den Ursprung und die Ursache von Calming Signals gesprochen. Die angeschnittenen Beschwichtigungssignale, welche oft falsch verstanden werden, sollen als Einstieg für den morgigen Bericht dienen. Achte dich heute schon mal darauf, was als Calming Signal gedeutet werden könnte, Du wirst erstaunt sein, was unsere Hunde uns alles mitteilen!

 

 

 

 

 

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