Berufe mit Hund - Patenhundehalter und Gastfamilie für zukünftige Hilfshunde

 

Der Beruf als Patenhundehalterin oder Patenhundehalter erfüllt einen mit Stolz! Heute möchte ich euch zeigen, für welche Berufshunde Du dich bewerben kannst und was eine solche Patenschaft mit sich bringt!

Schulinterne Labrador Retriever Zucht

Die Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde sucht die Zuchttiere nach ganz klar definierten Kriterien aus! Diese interne Zucht ermöglicht die optimale Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Ausbildung. Die Grundvoraussetzungen sind eine angemessene psychische Belastbarkeit, kräftige und gesunde Körper und eine grosse Lernbereitschaft.
Die Welpen aus den Zuchtlinien verbringen die ersten zehn bis zwölf Wochen ihres Lebens in der Obhut von geschulten Tierpflegern.
Eine optimale Entwicklung wird also durch das betreuende Personal, die speziellen Innen- und Ausseneinrichtung und die Fürsorge der Elterntiere garantiert. Um die Welpen auf ihre kommenden Verantwortungen vorzubereiten stehen ihnen schon früh Lernspielgeräte zur Verfügung. Alle Spiele und Übungen dienen dazu, dass die Welpen in der kommenden Ausbildung schneller verstehen um was es geht.

Was mach eine Patenfamilie?

Nach erreichen der zehnten Woche werden die Welpen an sogenannte Paten abgegeben. Die Paten werden im Vorfeld genauestens überprüft und über die kommenden Monate informiert. Ein Jahr lang lebt der Hund bei der Patenfamilie. Sie kümmern sich um ihn, bringen ihm das Hunde 1x 1 bei uns sind für die Grunderziehung verantwortlich. Im Gegenteil zu „normalen“ Junghunden wird bei den zukünftigen Hilfshunden ganz genau auf die Sozialisierung geachtet. Altersgerecht werden sie in der Stadt und auf dem Land mit vielen Situationen konfrontiert. Das Spielen mit Artgenossen darf natürlich auch nicht zu kurz kommen. Durch Treffen mit dem Trainer der Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde werden gezielt Tätigkeiten gefördert und unterstützt.

Klar werden an die Patenfamilien auch Kriterien gesetzt. Die Betreuungsperson sollte praktisch immer Zuhause sein. Das heisst keine 100% Arbeitsstelle. Wenn mehrere Personen im Haushalt die Betreuung übernehmen, kann das natürlich aufgeteilt werden. Die Patenfamilie muss bereit sein, regelmässig und top motiviert an den Ausbildungstagen teilzunehmen. Wichtig ist, dass alle Personen, welche im Haushalt leben mit dem Patenhund einverstanden sind! Bevorzugt werden Familien mit Kindern ab Vorschulalter. Ebenfalls ist es wichtig, dass die Hunde zwei bis drei Mal in der Woche in die Stadt gehen können. Um einen Patenhund zu halten braucht man keinen Garten, jedoch sollte der Vermieter Haustiere akzeptieren. Patenhunde eignen sich NICHT als Zweithunde. Andere, ältere Hunde können das Lernverhalten der Welpen beeinflussen. Jegliches anderes Haustier, solange sie nicht aggressiv sind, sind erlaubt.

Zukünftige Hilfshunde müssen eine äusserst einfühlsame, konsequente und genaue Ausbildung erleben. Die Bezugsperson muss vollkommen zuverlässig sein und die Hunde sollten sich auf die Bezugspersonen einlassen können. Denkt daran, dass diese Hunde später mal sehr viel Verantwortung tragen und selbständig arbeiten müssen. Die Hunde sollten weder überbehütet noch unterfordert werden!
Futter- und Tierarztkosten werden übernommen.

Der Blindenführhund:

Über den Blindenführhund haben wir bereits einen ausführlichen Bericht im Magazin hier. Gerne möchte ich die wichtigsten Informationen im Zusammenhang mit dem Beruf als Patenhundeführer nochmals aufzählen.
Das Resultat, welches wir auf den Strassen sehen, ist ein langer Weg und viel Arbeit zwischen sehbehinderten Menschen und ihren Führhunden. Jeder Blindenführhund wird „massgeschneidert“ und nur dem perfekten Besitzer zugeteilt. Abgesehen von der Leistung und Hilfe welche die Hunde erbringen, muss die Chemie zwischen dem Hundeführer und dem Blindenführhund auch stimmten.
Nicht jeder Sehbehinderte kann ein Blindenführhund übernehmen. Neben guter Ortskenntnissen, Orientiertung und einer gewissen körperlichen Fitness muss auch das Verständnis und das Einfühlvermögen für einen Hund da sein. Bedürfnisse und eigene Charakter haben auch die Blindenführhunde!
Neben der Ausbildung der Blindenführhunde übernimmt die Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde auch die Einführung in die Hundehaltung für sehbehinderte Menschen. In Informationskursen werden Grundlagen über Möglichkeiten, Haltung, Führung, Fütterung und Pflege vermittelt. Auch das Einführen in das Fortbewegen mit Hund und Führgeschirr wird hier genau gelernt.
Die Instruktoren erhalten bei diesem Anlass wichtige Informationen über die einzelnen zukünftigen Hundeführer. Dies erleichtert die Auswahl für die passenden Hunde nachher sehr.
Während mehreren Wochen werden danach Hund und Hundeführer aneinander gewöhnt. Das Ziel ist es, das sie nach einiger Zeit einen Eignungstest ablegen können.

Der Assistenzhund:

Assistenzhunde können praktisch alles. Über Türen und Schubladen öffnen, helfen beim Ausziehen, Heruntergefallens aufheben, Telefone bringen, Licht an und aus schalten, Waschmaschine ausräumen bis zum Hilfe holen wenn etwas passiert. Assistenz Hunde erleichtern mobilitätsbehinderten Menschen den Alltag! Neben diesen Hilfen dient der Hund als Hemmschwelle zwischen Behinderten und Nichtbehinderten. Oft trauen sich Menschen leider nicht zu handicapierten Menschen hin, wenn ein Hund im Spiel ist, fällt dies einem viel leichter. Die Assistenzhunde kommen nach ihrem Aufenthalt in der Patenfamilie in eine spezielle Grundschule. Sie lernen dort alle Tricks auf eine positive und motivierende Art und Weise.
Nach dieser Ausbildung werden Hund und Hundehalten nach ihrem Können und den entsprechenden Bedürfnissen zusammengeführt. Temperament, Charakter und Sympathie spielt hier eine grosse Rolle.
Erste Priorität ist, dass Hundeführer und Hund mit Freude und reibungslos zusammen arbeiten können!

Der Autismusbegleithund:

Die Autismus Spektrum Störung ist eine sehr tiefgreifende und nicht heilbare Entwicklungsstörung. Kinder welche an einer Autismus Spektrum Störung leiden haben Mühe, sich mit ihrer Umwelt zu identifizieren geschweige denn sich im Alltag zurechtzufinden. Sie fallen auf durch Eigenwilligkeit, Desinteresse an Mitmenschen und stereotypische Bewegungen. Kinder mit dieser Störung haben Mühe sich verständlich auszudrücken und sind nicht fähig, Situationen ganzheitlich zu erfassen.

Die Autismusbegleithunde helfen den Kindern im Alltag. Sie schützen sie vor nicht erkennbaren Gefahren und begleiten sie zum Arzt, Coiffeur oder ins Einkaufszentrum.
Spannend hier ist, der Hund begleitet zwar das Kind, befolgt aber die Kommandos einer erwachsenen Vertrauensperson. Die Hunde helfen dem Kind und den Eltern ein möglichst normales Leben zu führen.

Der Sozialhund:

Absolut im Trend ist der sogenannte Sozialhund. Ob im Altersheim oder im Kindergarten. Immer mehr hört man von Hunden, welche für das allgemeine Wohlbefinden sorgen. Sie bringen Freude und Abwechslung im Alltag, verbessern die Interaktion zwischen Mensch und Tier, wirken motivieren und helfen, sich besser zu konzentrieren. Heutzutage trifft man Sozialhunde in Spitäler, Heime für Behinderte, Wohngruppen, psychiatrische Kliniken, Kindergärten, Schulen und in heilpädagogischen Sonderschulen an.

Wenn Du bereit bist, einen ehrenamtlichen Einsatz zu leisten, dein Hund mindestens zwei Jahre alt ist und ein fröhliches, offenes Wesen hat, empfehle ich dir, mir die Ausbildung zum Sozialteam mal anzuschauen. Nach einem Eignungstest werden Du und dein Hund in regelmässigen Trainingstagen auf Herz und Nieren trainiert. Der mehrstündige Eignungstest findet als Abschluss statt. Die Hunde müssen sich in Grundgehorsam, Verhaltensweise und Sozialwesen beweisen.

Persönliches Fazit:
Wenn Du dich dafür entscheidest, einen Patenhund aufzuziehen, dienst Du damit einem Menschen, der in seiner Eigenständigkeit eingeschränkt ist – das ist eine lobenswerte Tat. Vergiss aber nie, dass Du deinen Schützling abgeben musst und somit eine Trennung bevor steht! Falls dies für dich undenkbar ist, empfehle ich dir eher die Ausbildung als Sozialteam. Achte beim Kauf von einem Welpen genau darauf, dass der Hund weder scheu noch ängstlich ist. Mit dem richtigen Training gibt das ein super Begleithund!

 

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