Berufe mit Hund - Der Polizeihundeführer

Mein grösster Wunsch war es immer, ein Beruf auszuüben, wo ich den ganzen Tag mit Hunden zu tun habe.

Doch was gibt es für Berufe, welche man mit Hunden macht? Ich werde nun eine Serie starten und euch einige Berufe und deren Kriterien vorstellen.

Polizeihunde Fürer/in

Was macht ein Polizeihundeführer:
Ein Polizeihundeführer patrouilliert mit einem sogenannten Schutzhund bei heiklen Situationen. Er ist berechtigt, verdächtige Personen zu verhaften, Areale zu durchsuchen und oder Gebäude und Gelände nach vermissten oder flüchtigen Personen ab zu suchen.
Hunde welche auf Betäubungsmittel ausgebildet werden, durchsuchen mit ihren Hundeführer Lager, Fahrzeuge und Wohnungen nach Drogen. Leichensuchhunde hingegen suchen mit ihren Hundeführer wie der Name schon sagt nach verstorbenen Personen. Polizeihundeführer arbeiten meist nur nebenamtlich in dieser Position, hauptsächlich sind sie zum Beispiel als Verkehrs- Regional oder Kriminal Polizei unterwegs. 


Polizeiausbildung in der Schweiz:
Die Anforderungen werden anhand eines Tests überprüft. In einem Auswahlverfahren testet man Sprach- und Allgemeinwissen auf einem Niveau der Lehrabschlussprüfung. Dazu gibt es einen Sporttest und jeder Kandidat wird auf Herz und Niere bei einem Psycholog ausgefragt.
Wenn Du aufgenommen wirst, besteht die Ausbildung aus zwei Teilen.
Während einem Jahr besuchst Du die Polizeischule, hier lernt man alles, was man für seine Laufbahn bei der Polizei benötigt. Im zweiten Jahr der Ausbildung arbeitest Du als Polizist Lehrling an einem Posten. In Zürich wäre das der Flughafenposten.
Zum Schluss folgt eine Prüfung, danach bist Du ein Polizist bzw. eine Polizistin.
Anforderungen

Neben der Grundausbildung zum Polizist musst Du viel Interesse, Verständnis und Geduld für Hunde mitbringen. Dein Partner oder deine Partnerin muss das Einverständnis zu dieser Tätigkeit geben, die Polizeihunde leben bei ihren Hundeführer zuhause! Somit ist eine Eingliederung ins Familienleben ein Muss. Artgerechte Haltung und faire Erziehung ist selbstverständlich.

Ausbildung eines Polizeihundes:
Die Hunde, welche am meisten im Einsatz sind in der Schweiz sind: Malinois, Deutsche Schäferhunde, Rottweiler, Dobermänner und Bayrische Gebirgshunde.
Die Ausbildung der Hunde beginnt im Alter von ca. 10 Wochen. Dann übernehmen die Hundeführer die Welpen. Während zwei Jahren werden die Hunde in allen Sparten ausgebildet. Drogensuchhunde brauchen bis zu 3 Jahr in der Ausbildung. Gemeinsam mit dem Hundeführer wird in der Polizeischule alles gelernt. Die Polizei übernimmt sämtliche Kosten dieser Ausbildung! Nach dieser Ausbildung muss jedes Team eine Prüfung ablegen.
Jeder Polizist, der sich für diese Ausbildung anmeldet muss sich bewusst sein, dass das sehr viel Zeit braucht! Man muss Geduld und Nerven investieren und jeder muss zuerst einige interne und externe Prüfungen durchlaufen. Ohne diese Voraussetzungen wirst Du nicht zugelassen.
Die Polizeihunde unterscheiden sich in ihrem Einsatzgebiet folgendermaßen:

Der Schutzhund
Unter den Diensthunden ist der Schutzhund der Allrounder der Polizei. Hier sind im Einsatz, Deutsche Schäferhunde, Rottweiler, Riesenschnauzer und Malinois. Eine Ausbildung zum Schutzhund dauert mindestens zwei Jahre und beinhaltet die Bereiche im Schutzdienst in allen Modulen. Fährten, Sachrevieren (Gegenstände suchen), Personenrevieren (Personen suchen) und die sogenannte Unterordnung also ein perfekter Gehorsam. Jeder Hund muss jährlich eine Prüfung ablegen um den Ausbildungsstand zu prüfen. Schutzhunde werden eingesetzt, wenn Personen vermisst werden, hier kann man die Hunde als Helfer bei Flächensuche oder auch als Fährtenleser einsetzten. Ebenfalls können die Hunde Gegenstände anhand der Flächensuche Gegenstände finden.
Wir sehen die Hunde jedoch oft bei Geländeüberwachungen oder als Helfer bei Objektschutz. Ebenfalls patrouillieren Schutzhunde an Fussballspielen, Demonstrationen, vor Gerichtsgebäuden oder bei Anlässen, wo mit Krawall gerechnet wird.

Der Drogenspürhund
Betäubungsmittelsuchhunde müssen nach der Grundausbildung ein zusätzliches Ausbildungsjahr absolvieren. Sie können alle natürlichen und synthetischen Betäubungsmittel erkennen. Hier stehen verschiedene Hunde im Einsatz, der Deutsche Schäferhund und der Malinois sind aber auch dieses Mal am weitesten verbreitet.
Die Hunde werden während der Ausbildung nicht bewusst mit Drogen in Kontakt gebracht. Direkter Kontakt von Hunden mit Rauschgift kann tödlich enden, es muss immer sofort ein Tierarzt kontaktiert werden.
Die Sensibilisierung erfolgt durch Beute und Spielübungen. Die treibstarken Hunde werden an der Geruch der Drogen durch Futtersäcke gewöhnt. Die Rauschgifte werden in die Futtertaschen verstaut und der Hund lernt so gezielt und spielerisch auf die bestimmten Gerüche anspringen muss. Er kann sich sein Futter bzw. seine Belohnung durch erschnüffeln der Rauschmittelgifte erarbeiten.
Die Hunde zeigen ihren Hundeführer aktiv oder passiv an, wo sich das Rauschmittel befindet. Aktives Anzeigen kann sein: Kratzen oder Bellen, Passives hingegen: Verweisung durch hinlegen oder hinsetzten.

 

Der Sprengstoffspürhund
Sprengstoffspürhunde müssen ebenfalls eine Ausbildung von zwei Jahren absolvieren. Hier stehen praktisch nur Deutsche Schäferhunde und Malinois im Einsatz. Ihre Ausbildung beinhaltet sämtliche gewerblichen und militärischen Sprengstoffe, Waffen und Munitionen. Wie beim Betäubungsmittelspürhund wird auch hier über Spiel- und Beutetrieb ausgebildet. Die Ausbildung fordert von den Hunden unglaubliche Konzentration. Es gibt viele verschiedene Sprengstoffe, welche sie bis am Schluss ihrer Ausbildung kennen müssen und es darf hier keine aktive Verweisung geschehen. Die Hunde müssen ruhig und aufmerksam auf die Sprengstoffe hinweisen. Da die Leistung, welche gefordert wird, auf höchstem Niveau ist, wird den Hunden eine Arbeitspause von mindestens zwei Wochen aufgetragen.
Die Hunde zeigen ihren Hundeführer durch Vorsitzen an, wo Sprengstoff versteckt ist. Es ist bewiesen, dass Hunde sicherer und schneller lokalisieren können, wo Sprengstoff versteckt ist als technische Sprengstoffdetektoren.

Personenspürhunde (Mantrailer)
„Menschen auf der Spur folgen“ bedeutet das sogenannte Mantrailing.
Maintrailing können praktisch alle Hunde erlernen. Es gibt immer mehr Hundeschulen, welche diese „Sportart“ anbieten.
Die Ausbildung bei der Polizei dauert 1 ½ bis 2 Jahre. Hier werden vor allem Bloodhounds, Bayrische Gebirgsschweisshunde und Deutsche Schäferhunde ausgebildet.
Hunde haben einen überdurchschnittlich guten Geruchssind. Mit dieser Fähigkeit kann durch intensives Training geübt werden, dass spezielle Gerüche ausgesondert und aufgenommen werden. Beim Maintrailing ist das der menschliche Geruch. Durch die individuellen Gerüche die jeder von uns abgibt, verewigen wir uns nicht nur auf Kleidern und Gegenstände sondern auch an Orten, die wir besuchten. Dies macht die Personenspürhunde extrem wertvoll, wenn jemand vermisst wird.
Um den Geruch aufzunehmen benötigen die Hunde einen Gegenstand der vermissten Person. Diesen Gegenstand nennt man Indentifikationsgegenstand (Kleider, Kissen, Decke, Schlüselbund, Schmuck, etc.)
Ob und wie lange ein menschlicher Geruch in der Luft bleibt, ist von der Witterung abhängig.

Der Leichen- + Blutspürhund
Leichen- und Blutspürhunde müssen ca. 2 Jahre in die Ausbildung. In der Schweiz werden in dieser Sparte Deutsche Schäferhunde und Malinois verwendet. Auch hier gilt, das erlernen der Leichensuche wird durch viel Beute- und Spieltrieb erarbeitet. Die Ausbildung erfolgt mit Leichenwitterung aller Verwesungsstadien.
Das faszinierende ist, dass die Hunde dem Hundeführer durch aktives oder passives Anzeigen auch Gegenstände mit Körperausscheidungen anzeigen können. Dies ermöglicht zum Beispiel, dass man einen Kofferraum, in dem eine Leiche transportiert wurde, identifizieren kann.
Im Gegenteil zu den bisher beschriebenen Hunden, spielt der zeitliche Aspekt für Leichen und Blutspürhunde keine Rolle.

Brandmittelspürhunde
Brandmittelspürhunde sind darauf spezialisiert, nach Bränden Restmengen von brennbarer Flüssigkeit aufzusuchen. Die Hunde finden auch Tage nach dem Brand immer noch Restmengen von brennbarer Flüssigkeit. Die Hundenasen sind der Technik weit überlegen!

Der LawinenhundLawinenhunde haben ihr Einsatzgebiet in den Alpen.
Lawinenhunde suchen verschüttete Personen oder Gegenstände im Schnee. Oft werden in den Gebirgskantonen Hundeführer zusätzlich als Lawinenhundeführer ausgebildet.

Fazit:
Hunde, welche im Dienst geführt werden, leisten eine unglaublich wertvolle Arbeit! Als Schutz oder als Unterstützung der Polizei sind sie vollumfängliche Mitarbeiter! Umso mehr ist es wichtig, dass die Welpen gut gezogen werden, die Hundeführer verantwortungsvolle Persönlichkeiten sind und die Ausbildung ernst genommen wird.
Ich beneide jeden, der sich und seinen Hund in einer solchen Teamarbeit ausbilden lassen kann. Vertrauen und Zusammenarbeit steht hier meiner Meinung nach an oberster Stelle – Hut ab also vor all denen, die ihre Zeit und Geduld in ein solch intelligentes Tier stecken und uns nationale Sicherheit bieten dadurch! 

 

Danke Vlora und R. für die Fotos

 

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