Berufe mit Hund – Der Hundezüchter

In meiner Serie über Berufe rund um den Hund komme ich heute zum Hundezüchter.
Ich werde Heute erklären, was auf dich als Hundezüchter oder Hundezüchterin zu kommt!

Wenn Du dich entscheidest, eine Hunderasse aktiv zu züchten, musst Du dir von Beginn an zwei Adressen merken: einerseits haben wir den Dachverband, der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft SKG und andererseits der jeweilige Rassenklub welcher für deine Rasse zuständig ist. 


Es ist also wichtig, dass Du dich von Anfang an informierst, bei wem genau Du dich melden musst. 


Der Rassenklub betreut, überwacht und regelt alles rund um das Zuchtgeschehen der Rasse. Vom Rasseklub aus werden Zuchtzulassungsprüfungen veranstaltet und überprüft, sie kontrollieren und beurteilen die Qualität der Welpen und begutachten deine Zuchtstätte. Wenn Du als Neuzüchter in einen Rassenklub kommst, wirst Du von einem Zuchtverantwortlichen betreut. Diese Person steht dir für alle Fragen und Anliegen zur Verfügung! 


Logischerweise kannst Du nicht so einfach einen Wurf mit jungen Hunden planen. Hierzu musst du einige Vorkehrungen und Formalitäten administrativer und organisatorischer Art erledigen.
Halte dich an die Anweisungen und Vorgaben, es wäre schade, wenn deine Zuchtkarriere schon von Beginn an zu Scheitern droht.

Step 1: Antrag auf einen Zuchtnamenschutz stellen
Du kannst das Formular „Antrag zum internationalen Schutz eines Zuchtnamens“ bei der SKG bestellen.
Step 2: Reglement durchlesen
Es ist wichtig, dass Du als zukünftiger SKG Züchter die Unterlagen und das Zuchtreglement genau durchliest und studierst!
Step 3: Mitgliedschaft im Rasseklub
Du bist zwar nicht verpflichtet, deinem Rasseklub bei zutreten, es wird aber empfohlen. Du kannst jegliche Veranstaltungen besuchen und bekommst viele wichtige Informationen automatisch. Zusätzlich profitierst Du von dem Wissen der anderen Züchter, dass wird dir sicher viel bringen! Zuchtzulassungsprüfungen etc. kosten als Mitglied eines Rassenklubs ebenfalls weniger.
Step 4: Abstammungsurkunde überprüfen
Dies kannst Du mit der Hilfe der Züchter im Rasseklub machen.
Step 5: Zulassung erwerben
Um eine Zulassung zu erhalten musst Du bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Hierzu gehören vor allem die gesundheitlichen Vorsorgeuntersuchungen! Alle Hunde der jeweiligen Rasse müssen dieselben Voraussetzungen erfüllen. Somit kannst Du im Zuchtreglement nachlesen, welche Punkte festgehalten sind.
Neben bester Gesundheit müssen die Hunde einen Wesens- und Formwerttest absolvieren.
Wenn all diese Punkte erfüllt sind, wird dein Hund zur Zucht zugelassen.
Step 6: Zuchtnamen schützen lassen
Bevor Du deinen ersten Wurf planst, musst Du einen geschützten Zuchtnamen bestimmen.
Dein Zuchtname wird von der SKG und FCI geprüft und Du musst immer mehrere Vorschläge unterbreiten. Wichtig ist, dass Du bedenkst, dass der Zuchtname im Nachhinein nicht mehr geändert werden kann.
Step 7: Kontrolle der Zuchtstätte
Wenn Du deinen Zuchtnamen geschützt hast und dieser vom SKG bestätigt wurde, kannst Du bei deinem Rasseklub die Zuchtstättenvorkontrolle beantragen.

Nach diesen sieben Punkten sind Du und dein Hund offiziell anerkannt als Züchter und Zuchthund. Deine Zuchtstätte ist abgesegnet und Du kannst mit dem eigentlichen Prozess der Züchtung beginnen!


Ablauf Zucht: Du bist der Hündinnen Halter! 


Als erstes musst Du einen Rüden für deine Zucht aussuchen. Wenn mit dem Deckrüdenhalter ein Termin vereinbart wurde, geht es an die Belegung der Hündin. Am Tag der Belegung müssen beide Hundehalter die Originalabstammungsurkunden und die Gesundheitstests mitbringen. Als Besitzer einer Hündin musst Du eine Deckbescheinigung mitbringen. Diesen Beleg muss der Hundehalter des Rüden nach der Deckung unterschreiben. Eine Kopie dieses Beleges muss bei gegebener Zeit den Wurfmeldeunterlagen beigelegt werden. Die meisten Rasseklubs fordern direkt nach der Belegung eine Meldung um auf dem aktuellen Stand zu sein.
Wenn die Hündin die Belegung aufgenommen hat, kannst Du damit rechnen, dass die Welpen 56 bis 60 Tage danach auf die Welt kommen. Also geht es sofort an die Vorbereitungen. Du musst deine Wurfstätte einrichten und deinen Tierarzt über die Trächtigkeit informieren. Wie genau deine Wurfstätte aussehen muss, schreibt der Rassenklub vor. 


Wenn die Welpen nun „geschlüpft“ sind musst Du in einer vorgegeben Frist die Wurfmeldung vornehmen. Das ist eine Dienstleistung von deinem Rassenklub und es ist die beste Gelegenheit, dich über die Geburt und allfällige Komplikationen mit erfahrenen Züchtern kurz zu schliessen. Bei dieser Kontrolle werden die Wurfbücher und Heimtierausweise ausgestellt.
Es ist äusserst wichtig das Wurfmeldeformular korrekt auszufüllen. Alle Informationen findet man danach auf den Abstammungsurkunden der Welpen!

Die Welpen Abgabe:
Eine der wichtigsten Pflichten jedes Züchters ist die Auswahl der Käufer. Ohne Kontrolle und genaue Überprüfung sollte kein Welp ins neue Zuhause einziehen. Käufer sollen seriöses und ernsthaftes Interesse an den Welpen zeigen. Es ist sicher nicht ganz einfach, einem Käufer der nicht mit gutem Gewissen als souverän angeschaut wird, abzusagen!
Bevor Du deinen Welpen abgeben kannst, müssen diese von deinem Tierarzt mehrmals entwurmt und gechippt werden. Eine Impfung gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten ist ebenfalls ein Muss.
Seriöse Züchter führen ihre Welpen von Beginn an durch die Welt. Autofahren, kleine Spaziergänge, Kontakte mit Artgenossen, Kinder und Erwachsenen sind wichtige Erfahrungen für die Kleinen.
Jeder Welpe wird mit einem Kaufvertrag der SKG oder einem Vertrag der dem der SKG ähnelt abgegeben. Neben dem Kaufvertrag erhält der neue Besitzer die Originalabstammungsurkunde und den Heimtierausweis.
Als vorbildliche Hundezüchterin gibst Du dem neuen Hundehalter einen Futterplan mit einer Probe des Welpen Futter, ein vertrautes Spielzeug und einige Infos ab. Ich empfehle dir, ein komplettes Starterpacket zusammen zu stellen. Meine Empfehlung für den Inhalt eines Starterpacket: Hundefutter, Hundeleckerli, Spielzeug, Hundeleine und ein Hundegeschirr oder Hundehalsband. Diese Geste fördert deine Beziehung zum zukünftigen Hundehalter und ihr bleibt sicher in gutem Kontakt. 


Es ist nämlich so, dass mit dem Verkauf deiner Welpen die Pflichten als Züchter noch längst nicht vorbei sind.
Es ist üblich, dass man mit dem Käufer seiner Welpen in Kontakt steht und für Hilfe und Tipps da ist. Im Notfall würden deine Welpen auch jederzeit wieder zu dir zurückkommen. Als Beispiel wenn der Hundebesitzer verstirbt. Somit bist Du auch für die Um Platzierung deiner Welpen verantwortlich.

Hundezucht ist also kein lockeres Hobby! Du verpflichtest dich deinem Rassenklub gegen über, dein zukünftigen Hundehalter und vor allem, jedem einzelnen Hund!
Wer also glaubt, mit Hundezucht das grosse Geld zu verdienen, hat sich getäuscht! Die zeitlichen Aufwände, Tierarztkosten etc. summieren sich und der Erlös aus den Kaufpreisen deckt meist genau die Ausgaben.
Ein engagierter Züchter hat sich aus Leidenschaft einer Rasse verschrieben und tut alles für das Wohl seiner Hunde. Er leidet mit der Hündin mit und sorgt sich rund um die Uhr um die Welpen. Die Planung der Zucht ist akribisch, durchdacht und sorgfältig abgesprochen, kranke oder wesensschwache Hunde werden nicht in die Zucht gelassen.
Nur diese Voraussetzung und die bedingungslose Liebe gegenüber deinen Hunden und die Leidenschaft, alles an eine gesunde Rassenzucht zu geben machen dich zu einem guten Züchter!


Ich bedanke mich bei E.R. für die vielen guten Informationen und den Einblick in eine wundervolle Zucht! Danke an M.S. für die Anteilnahme die ich bei deiner aktuellen „Kleinen“ haben durfte und all die wunderschönen Welpen Fotis! Ihr macht das beide hervorragend!


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